Review

Progressive Power Metal steht bei der italienischen Band Altair an. Ihre Herkunft hört man auf dem aktuellen Werk „Descending: A Devilish Comedy“ schon einmal heraus, darüber hinaus werden die insgesamt neun Songs des Albums auch jedem einzelnen Wort ihrer stilistischen Klassifizierung mehr als gerecht.

Progressive Strukturen halten die Tracks zusammen, die durch eine druckvolle Produktion mit voller Wucht in die Ohren der Hörer katapultiert werden.

Bereits mit dem Intro „Descending“ baut sich zudem eine Epik auf, die bis zum Ende des Albums aufrechterhalten wird.
Ferner präsentieren Altair schon gleich zu Beginn die Hauptzutaten ihres musikalischen Konzepts; allen voran die markanten, sehr oft aber äußerst süßlichen Keyboards, die in ihrem hellen verspielten Klang einigen Songs sogar einen dezenten orientalischen Touch verpassen. Damit nicht genug, driftet das Sextett außerdem partiell in Rock-Oper-eske Gefilde ab („A Lesson Before Ascending“).

Tatsächlich aus dem Rahmen fällt aber lediglich ein Song: „Seven“. Erstmals kündet dieser inmitten der ansonsten temporeichen und recht typischen Power Metal Titel von einer dunkleren Atmosphäre, die dem inhaltlichen Konzept des Albums weitaus gerechter wird, als alle anderen vorhandenen Tracks dies tun, die stattdessen mit ihrer fröhlichen Spielart (und erneut mit den zuckersüßen Keys) dem düsteren inhaltlichen Ansatz eher entgegenwirken.
Dieser Stimmungswechsel macht sich auch gesanglich sehr wirkungsvoll bemerkbar. Der Titel entwickelt sich zudem gut, nutzt somit seine Spielzeit von 6:31 Minuten und spiegelt das komplexe Songwriting der Band effektiv wider.
Mehr davon, denn im dominanten Tempospiel gehen einige Titel trotz hoher Melodiestärke und ausgefeilter Arrangements inklusive grandioser virtuoser Gitarrensoli unter. Zwar sind somit einige Highlight-Momente auf „Descending: A Devilish Comedy“ vorhanden, jene ähneln sich aber sehr und sind damit schnell vorhersehbar und abgenutzt.

Altair (Copyright: Altair)

Auch stimmlich hätte man sich mehr Variationen gewünscht. Statt in der Mehrheit der Songs – changierend zwischen Kopfstimme und kraftvollem Klargesang – Vollgas zu geben, wäre ein Titel mehr wie etwa „Seven“ gerade recht gekommen, um das gesangliche Repertoire noch intensiver auszuschöpfen.

Fans des Prog Power Metal kommen nichtsdestotrotz auf ihre Kosten, denn Altair wissen definitiv, was sie tun. Belohnt wird man zudem mit einem dichten, wuchtigen Sound, der die Hörer an die Wand spielen wird, falls dies die Gitarrensoli nicht bereits erledigt haben.

Video

Tracklist

01 Descending
02 Path of Worms
03 Limbo
04 Seven
05 Godless
06 Seed of Violence
07 Flame of Knowledge
08 Frozen Graves
09 A Lesson Before Ascending

Details

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Label: Sleaszy Rider Records
Vö-Termin: 30.06.2017
Spielzeit: 41:08

Copyright Cover: Sleaszy Rider Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde