Review

Ist das, was wir sehen, die Realität oder nur das, was wir sehen wollen? Diese Frage stellen sich Almøst Human mit ihrer neuen Platte „XS2XTC“ und läuten so die Wiederauferstehung der Band ein.

Das CD-Cover wirkt auf den ersten Blick wie eine medizinische Zeichnung aus früheren Zeiten. „XS2XTC“ beinhaltet 14 Tracks, die alle sehr vielversprechend klingen.

Die Songs

Der Opener „System Of Beliefs“ klingt mit seinem hohen verzerrten Sound während des Refrains ein wenig verrückt. Zwischendurch finden sich kurze, ruhige Parts, welche aber sofort wieder durch harte und schnelle Passagen abgelöst werden. Man könnte vermuten, dass das Thema in unserem Eingangssatz in diesem Song aufgegriffen wird. Jeder Mensch hat seine eigene Überzeugung und beharrt auf dieser.

„Warpigs“ ist deutlich härter als der vorherige Track und der Gesang driftet immer wieder ins Screaming ab. Die Drums treiben den Song voran und führen die Kampfschweine in die Schlacht.

In den Zwischenparts ist „Naked Now“ geprägt von einer Art Sprechgesang. Der Text lässt darauf schließen, dass die Wiedergeburt der Band hier besungen wird. Der im Song besungene Mensch ist nackt. So lassen sich Parallelen zum Plattencover ziehen.

„What Makes You So Hard?“ liefert einen schweren und harten Einstieg. Im Refrain wirkt der Song deutlich leichter und weicher.

Ein reiner Instrumentaltrack ist „Chemical Breakfast“, welcher aus sphärischen Sounds und einem Stimmengewirr besteht.

„Divine Comedy“ ist ein ruhigerer Titel, welcher in den Strophen mehr wie eine Erzählung wirkt, in der sich der Protagonist einsam fühlt. Das Sprechen wird dann im Refrain von relativ klaren Passagen abgelöst.

Mit Bongo und Gitarre wird „Baby Glued“ eingeleitet. Anfangs sehr gechillt, schlägt jener dann in Wut und Enttäuschung um, das durch den Gesang zum Ausdruck gebracht wird.

Ein langes Vorspiel eröffnet „Clowned“. Aufgrund der musikalischen Ausführung und des Gesangs wirkt der Song traurig und auch wutbeladen.

Die Textzeile „Beloved Pet“ wird zu Beginn häufig – mit sphärischem Sound unterlegt – wiederholt. Der sphärische Klang taucht während des Songs immer wieder auf.

„Promised Paradies“ klingt nach Endzeitstimmung. Wirrer Sound und eine Stimme, die leise spricht, sind in diesem Track zu hören.

Almøst Human (Copyright: Marc Ducrest)

„In The Name(s) Of God(s)“ ist eine Abrechnung mit denjenigen, die im Namen ihrer Götter töten. Zwischendurch fühlt man sich durch den chorisch wirkenden Gesang in eine Kirche versetzt. Eine Orgel lässt sich im Hintergrund erahnen.

Nach einem typischen Metal-Song klingt „Fucktory Of Illusions“. Er bedient alle Elemente, die man sich von diesem Genre wünscht. 

„From Womb 2 Tomb“ ist erneut ein rein musikalisches Stück, welches schrägen, verzerrten Klang hervorbringt.

Hart und schwer wirkt „Welcome 2 Nerverland“. Er bildet den Abschluss des Albums und ist auch mit über 14 Minuten der längste Track auf der Platte. Rockige Parts wechseln sich hier mit schrägen instrumentalen Klängen ab.

Fazit

Es braucht mehrere Anläufe, um die Texte komplett zu verstehen. Musikalisch ist das Album abwechslungsreich und lässt sich gut hören. Kopfnicken kann beim einen oder anderen Track daher nicht vermieden werden.

Video

Tracklist

01 System Of Beliefs
02 Warpigs
03 Naked Now
04 What Makes You So Hard?
05 Chemical Breakfast
06 Divine Comedy
07 Babyglued
08 Clowned
09 Beloved Pet
10 Promised Paradies
11 In The Name(s) Of God(s)
12 Fucktory Of Illusions
13 From Womb 2 Tomb
14 Welcome 2 Neverland

Details

Almøst Human – Homepage
Almøst Human – Facebook

Label: Fastball Music / Normosis Records / Soulfood
Vö-Termin: 01.02.2019
Spielzeit: 78:19

Copyright Cover: Fastball Music / Normosis Records



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem