Review

All Will Know wollen auch zum Ende des Jahres 2017 mit ihrem aktuellen Album „Infinitas“ noch einmal zeigen, wie melodisch ihr harter Sound ist und warum man sie unbedingt gehört haben sollte.

Die Darmstädter rund um Sänger Frank Richter begannen 2011, ihr erstes Album auf die Szene loszulassen, um dann kontinuierlich Platten zu kreieren und sich einen Namen zu machen. Mittlerweile spielen die Jungs teilweise in der gleichen Liga wie Soilwork oder In Flames und hört man den Neuling „Infinitas“ an, so wird es sehr modern und melodisch. 

Entsprechend modern und zudem schön ausgewogen fällt der Sound auf „Infinitas“ aus.
Gerade die Soli, in denen die Gitarristen Jan Jansohn und Steffen Henneberger ihre Muskeln spielen lassen, kommen im Klanggefüge richtig gut beim Hörer an. Ebenfalls gilt es, Drummer Lukas Gröhl Respekt zu zollen. Er ist tight unterwegs und verbindet die einzelnen Parts gekonnt mit guten Fills aus dem gesamten Metal-Repertoire.

All Will Know kombinieren Melodien und Emotionen ziemlich gekonnt mit harten Metaltönen. Im Fall des Openers „Behind Your Mask“ klingt das dann sogar etwas progressiv angehaucht. Zwar nicht vom progressiven Ansatz, dafür aber die Stimmung betreffend erinnert der Song streckenweise an eine Band wie Wintersun.
Das Hauptaugenmerk liegt aber stets auf dem melodischen Aspekt. Songs wie „Dead World“ oder „Age of Paranoia“ gehen somit richtig unter die Haut.

Leider wird man den Metalcore-Unterton nicht los. Diesbezüglich dürfen natürlich auch die Breakdowns nicht fehlen, die von All Will Know jedoch angenehm dezent eingesetzt werden. Zum Glück spielt der Metalcore-Einfluss auf „Infinitas“ insgesamt eine eher kleine Rolle und so sind es – neben den schnellen Stakkato-Riffs – vor allem immer wieder die stonerlastigen „Dicke-Hose-Hardrock-Riffs“, die die Jungs recht einzigartig machen.

„Ruins“ bringt dann noch eine andere Note auf die Platte. Man fühlt sich rifftechnisch an Lamb of God und gesanglich an Nevermore erinnert. Der mehrstimmige Männergesang ist zudem sehr ordentlich und niemals nervig. Nicht zuletzt deshalb gilt „Ruins“ als eines der Highlights des Albums.

All Will Know (Copyright: All Will Know)

Apropos Highlight: Jenes stellt auch „Deeper Into Time“ als Unplugged Version dar. Die Jungs zeigen damit eindrucksvoll, dass sie auch hierfür ein Gespür haben und selbst ohne Stromgitarren überzeugen können.

Obwohl die Tracks häufig einfach und klassisch aufgebaut sind, beweisen All Will Know ein gutes Gespür für funktionierende Songs. Die Riffs sind eingängig und die Hocks immer motivierend.

Somit ist der Hörer positiv überrascht, was All Will Know zu leisten imstande sind, nachdem „Infinitas“ seine erste Runde im Player absolviert hat. Hier und da fehlt noch der Feinschliff, doch insgesamt ist der derzeitige Stand sehr bemerkenswert und die Jungs können sich mit mancher Szenegröße durchaus messen lassen.

Video

Tracklist

01 Behind Your Mask
02 Dead World
03 The Circle Never Ends
04 Age Of Paranoia
05 Beyond The Fears
06 Stain The White
07 Ruins
08 From Desires To…
09 Cold Realities
10 Vicious Destiny
11 Waves
12 So long
13 Deeper Into Time (Unplugged Bonustrack)

Details

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Label: Noizgate Records
Vö-Termin: 08.12.2017
Spielzeit: 58:00

Copyright Cover: Noizgate Records



Über den Autor

Marcus
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