Review

Extremer Metal aus London kommt mit Akercocke und ihrem Album „Renaissance in Extremis“ auf uns zu. Seit 1997 aktiv, lässt sich die Band rund um Jason Mendonca jedoch nur bedingt einzig auf die Bezeichnung Extreme Metal beschränken, denn häufig kann zudem von Progressive Death Metal die Rede sein. So wechseln sich schnelle Parts mit viel Technik ab, die fast immer auch melodisch daherkommen. In welche Schublade man Akercocke letztlich auch stecken möchte, Fakt ist, dass „Renaissance in Extremis“ eine Scheibe ist, die man unbedingt häufiger hören muss und will.

Ihr wollt also Blastbeats, Black Metal, Progressive Metal, Klargesang, Growls, Melodien und Songs, die einfach funktionieren? Dann ist Akercocke eure Band!

Die Jungs haben viele Ideen: Wirkt „Disappear“ noch wie ein Necrophagist-Track, der immer mehr Spannung aufbaut und derbe nach vorne geht, ist „Unbound by Sin“ eher ein Dream-Theater-Prog-Groover, „First to Leave the Funeral“ der Death-Metal-Walzer mit viel Gesang und „One Chapter Ends for Another to Begin“ eine Art Black Metal Popsong.
Tracks mit komplett unterschiedlichen Songstrukturen – und doch funktionieren sie zusammen auf dem Album.

Bereits nach der Hälfte der Platte hat der Hörer derart viele Eindrücke gewonnen, dass eine Pause nötig scheint, denn Akercocke mixen so unfassbar viele Stile miteinander, dass man nur noch staunen kann. Doch egal, welcher Track angespielt wird, es kann ein Feuerwerk erwartet werden. Dadurch wird „Renaissance in Extremis“ zu keinem Zeitpunkt langweilig noch wirkt das Tun der Band aufgesetzt.

Akercocke (Copyright: Tina Korhonen)

Zusätzlich ist der Sound angenehm abgemischt, denn alle Instrumente kommen sauber durch und besitzen dennoch in den entscheidenden Parts ausreichend Druck.
Sanfte Gitarrenklänge treffen auf fiese Black Metal Riffs und technisch verstrickte Drum-Beats mit supercoolen Keyboardklängen. Kleine Fills sowie Gitarrenspielereien peppen die Songs außerdem gelungen auf.
Die unterschwellige Thrash-Note bringt die Platte zudem gut nach vorne.

Akercocke ist eine Ausnahmeband, die es zu hören gilt. Hier stimmt das Songwriting ebenso wie die Songstrukturen, der Sound und die Balance zwischen Gewalt und emotionaler Tiefe. Wirklich unfassbar, wie die Jungs die einzelnen Stile kombinieren können und was insgesamt in ihnen steckt. Metal-Fans müssen sich das zwingend anhören!

Video

Trackliste

01 Disappear
02 Unbound by Sin
03 Insentience
04 First to Leave the Funeral
05 Familiar Ghosts
06 A Final Glance Back Before Departing
07 One Chapter Ends for Another to Begin
08 Inner Sanctum
09 A Particularly Cold September

Details

Akercocke – Homepage
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Label: Peaceville
Vö-Termin: 25.08.2017
Spielzeit: 54:16

Copyright Cover: Peaceville



Über den Autor

Marcus
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