Review

7th Abyss haben nicht nur einen interessanten Bandnamen, auch ihr Stil ist – irgendwo zwischen massiger Rockmusik, Melodic Death Metal und klassischer Metal-Musik – nicht ganz klar definiert. „Unvoiced“ heißt das neue Werk der Band aus deutschen Landen und mit dem Intro-Song „Into The Abyss“ stimmen 7th Abyss auf ein melancholisches Album ein, welches häufig durch den Gesang an Emotionen gewinnt.

Im ersten Track regnet es viel, während wenig Gitarrenklänge, dafür aber Bongoeinlagen à la Ill Nino zu vernehmen sind. Im Anschluss folgt mit „Lost Eternity“ schon der Referenzträger der Platte. Die Riffs sind knackig und gleichsam das Aushängeschild der Band. Dan und Rob leisten diesbezüglich richtig gute Arbeit; so könnte der Refrain gut und gerne auch von Soilwork stammen. Andy gibt mit seinem Gesang ebenfalls alles, vor allem Kraft. Das hört man so extrem, dass es teilweise angestrengt klingt. Manchmal scheint es einfach nicht seine Stimmlage zu sein, wobei man seine Ambitionen aber bewundern kann. In Songs wie „Deaf“ oder dem Titeltrack „Unvoiced“ klingen seine Growls zudem etwas verwaschen und leider nicht so klar.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf den Mix der Platte. Der wirkt etwas unausgewogen, sodass teilweise das Schlagzeug überpräsent ist und manchmal sogar die Leadgitarre zu laut erscheint.

Interessant ist hingegen der Drang nach Melodie, denn auch wenn 7th Abyss sehr metallastige Musik mit fiesen Riffs machen, kommen sie immer wieder zu positiven Klängen zurück. Dabei bewegen sie sich irgendwo zwischen Neara und Killswitch Engage.

„Nightmare At The Fields“ zeigt zudem die experimentelle Seite der Band, denn der klare Gesang in Kombination mit dem Machine Head-Songwriting bringt ziemlich viel Masse auf die Scheibe. Solch interessante Tracks hätte es gerne häufiger geben dürfen.

Als Rohdiamant kann der Song „Point Of View“ empfohlen werden. Die Nummer geht mit viel Thrash so richtig derb nach vorne. Die Doublebass rast nur so durch den Song, die Riffs bleiben größtenteils hart und auch Andreas kann hier die volle Punktzahl am Mikro einfahren.

7th Abyss (Copyright: 7th Abyss)

7th Abyss (Copyright: 7th Abyss)

Schlusstrack „Schwester Rabiata“ geht in die gleiche Richtung, drückt noch einmal voll auf die Tube und macht deutlich: Die Platte zündet zum Ende deutlich besser. Warum nicht gleich so?

Die Instrumentalisten sind alle sehr versiert und werten die Stücke mit kleinen Akzenten auf. Schicke Leads oder mal ein Pinch am Ende eines Riffs machen eben etwas aus. Leider ähneln sich viele Songstrukturen, weshalb man Songs wie „Memories Of Lies“ skippt, da man das Gefühl hat, den Track schon einmal gehört zu haben.

7th Abyss liefern mit „Unvoiced“ dennoch ein solides Album ab. Der Mix klingt stellenweise recht nett und der Spaß kommt auch nicht zu kurz. Der unausgewogene Sound sowie die teils wiederkehrenden Songstrukturen machen es einem jedoch madig, das Werk uneingeschränkt weiterzuempfehlen. Die Jungs unterstützen kann man dennoch, denn ihre Spielfreude hört man ganz klar heraus.

Video

Trackliste

01 Into The Abyss
02 Lost Eternity
03 Deaf
04 Unvoiced
05 Nightmare At The Fields
06 Don’t Take Blowjobs From The Prime Time Whore
07 Memories Of Lies
08 Despaired
09 Not.That.Day.
10 Point Of View
11 Schwester Rabiata

Details

7th Abyss – Facebook
7th Abyss – Twitter

Label: Trollzorn Records
Vö-Termin: 29.07.2016
Spielzeit: 46:55

Copyright Cover: Trollzorn Records

Merken



Über den Autor

Marcus
Marcus