Review

Mit dem Albumtitel „ØK“, der für den Tastenkürzel-Unaffinen mit einer Anleitung zur Schreibweise daherkommt und die Lesart mit der Ausspracheerklärung „Zero Kay“ verdeutlicht, machen es sich 5TimesZero nicht gerade einfach, ihr Debütalbum geschickt am Markt zu platzieren. Simpler – und das in ausschließlich positivem Sinne – fällt hingegen ihr Synthpop aus, der mit hohem Ohrwurmpotenzial und Abwechslungsreichtum besticht.

Mit ganzen 14 Songs schöpfen 5TimesZero die Möglichkeiten des Genres aus und bieten ihren Hörern von club- und tanztauglichen Songs über Radiohits bis hin zu stark vom Dance und Pop betonten Stücken eine breite Palette an eingängigen Tracks, die zunächst einmal vor allem in quantitativer Hinsicht ins Auge stechen.

Auch qualitativ gibt es hinsichtlich des Sounds und der Songstrukturen wenig zu meckern, denn das Ziel, ein Album zu kreieren, das lange und wiederholt begeistert sowie für viele Electro-Geschmäcker etwas bereithält, dabei aber trotz der Abwechslung immer noch sehr homogen wirkt, ist erreicht.

So lenken auch die vor Energie strotzenden Beats und die ins Ohr gehenden Melodien das eine oder andere Mal von den eher wenig geistreichen, aber immerhin stellenweise doch ganz witzigen Texten ab.
Es ist beispielsweise beeindruckend, wie man über vier Minuten im Song „Unimportant“ u.a. über die repetitiven Fragen „What to wear today? A black shirt? Or a white shirt? Or just a sweater.“ sinnieren kann, mit „Naked“ klarstellt, „We are going to the stripclub just in flip flops“, und den Fremdscham-Höhepunkt schließlich im Song „Instrument“ erreicht. Diesen lyrischen Ausschweifungen ist immerhin gemein, dass sie in ihrer Einfachheit umgehend mitsingbar sind – und dazu verleiten die entsprechenden Tracks definitiv.

5TimesZero (Copyright: 5TimesZero)

Doch auch wenn es reichlich Material zu hören gibt, kann es passieren, dass gerade aufgrund der enormen Anzahl an 14 Songs die Aufmerksamkeit des Konsumenten in der zweiten Albumhälfte ein wenig abzunehmen droht. Am Ball bleiben lohnt sich jedoch, denn mit dem schnellen und fröhlich klingenden „Higher Smile“ verleiten 5TimesZero noch einmal zum Tanzbein schwingen und halten gegen Ende noch die eine oder andere Überraschung parat.

Electropop-Fans sollten ein Ohr riskieren.

Preview

Tracklist

01 Unimpotrant
02 Don’t push me
03 Art of living
04 Naked
05 Instrument
06 Pyromanic
07 Frozen
08 Augen der Großstadt
09 Empty floor
10 State of being
11 Higher smile
12 My side
13 Can I balize you?
14 Paths

Details

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Label: Echozone / Bob-Media
Vö-Termin: 10.03.2017
Spielzeit: 59:41

Copyright Cover: Echozone



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde