Review

Um seinen Protagonisten Kirill gemäß der Buchvorlage von Autor Sergei Lukianenko in andere Welten zu bringen, hat sich Regisseur Sergey Mokritskiy so einiges für die Verfilmung namens „Weltengänger“ einfallen lassen.

Ninja-Matrjoschkas, Parallelwelten und Blutvergießen

Von mechanischen Ninja-Matrjoschkas über die sehenswerte Inszenierung unterschiedlicher Parallelwelten bis hin zum actionreichen Blutvergießen wartet der Sci-Fi-/Fantasy-Film mit allerlei Zutaten auf, um von Russland aus den internationalen (Heim)Kinomarkt zu erobern. Behilflich ist dabei nun der Independent Filmverleih capelight pictures, der „Weltengänger“ hierzulande auf Blu-ray, DVD und im limitierten SteelBook veröffentlicht.

Vor allem visuell macht „Weltengänger“ einiges her. Allen voran wissen die spektakulären, großzügig und Platz einnehmend in Szene gesetzten Aufnahmen der Kulissen und „Landschaften“ respektive Parallelwelten zu überzeugen. Sie tragen definitiv zur Atmosphäre des Films bei.

Was die Action und Kampfszenen betrifft, ist es nicht selten allzu offensichtlich, dass sich hier an einem Blockbuster à la „Matrix“ versucht wird. Und tatsächlich gelingen die Spezialeffekte auch überraschend gut; da gibt es weitaus schlechteres Material auf dem Markt zu sehen.

Fehlender Durchblick

Stellenweise gerät der Film – sowohl optisch als auch inhaltlich – aber auch derart abgedreht, dass er schnell Gefahr läuft, zu suspekt oder gar albern zu wirken. Inmitten einer sehr wirr präsentierten Geschichte, in die der Zuschauer nur mühsam hineinfindet, helfen gerade die surrealen Ereignisse, die nicht selten durch ihre skurrile Absurdität an einen Independent-Film wie „Polder – Tokyo Heidi“ erinnern, nicht weiter, um Zugang zu „Weltengänger“ zu finden.

Der Plot bleibt stets ein wenig auf der Strecke, die integrierte Liebesgeschichte ist zu belanglos und die Figuren zu oberflächlich. Die Distanz zwischen ihnen und den Zuschauern will auch im Laufe der Gesamtspielzeit nicht aufgehoben werden. Dabei reden wir hier von satten 116 Minuten, die jedoch stellenweise mit einigen Längen gefüllt sind.

Ende gut, alles gut?

Eine gewisse Enttäuschung und Verwirrung machen sich breit, die schließlich im eher müden Schluss des Films gipfeln. Denn das Ende von „Weltengänger“ fällt recht offen aus, sodass eine Fortsetzung nicht nur wünschenswert, sondern vielmehr erforderlich ist.

Angesichts der hervorragenden Optik und Haptik des limitierten Blu-ray SteelBooks fällt das Bonusmaterial der schönen Umverpackung eher mau aus. Lediglich der Trailer zum Film sowie weitere Filmtipps sind unter diesem Menüpunkt zu finden; diesbezüglich hat man sich deutlich mehr erhofft.

Fazit

Auf zu neuen Welten: Kirill (Nikita Volkov) als Wächter zwischen den Parallelwelten in „Weltengänger“ (Copyright: capelight pictures)

Insgesamt werden die Erwartungen an „Weltengänger“ zu selten erfüllt. Während die Romanvorlage auch hierzulande bereits ein kleiner Hit ist, hat die filmische Adaption Schwierigkeiten, diesem Erfolg gerecht zu werden.

Einem Epos würdig will man viel und setzt auch viel um, nicht immer erzielt dies jedoch die gewünschte Wirkung.
Eine etwas stringenter und detailreicher erzählte Geschichte hätte dem Zuschauer geholfen, einen besseren Draht zu Inhalt und Figuren zu bekommen.
So aber bleibt jener oftmals mit einem Fragezeichen und staunenden Augen ob der Skurrilität einiger Szenen vor dem Bildschirm zurück.

Trailer

Handlung

Welche Welt wählst Du?

Kirill ist ein junger und talentierter Computerspiel-Designer mit einem gut bezahlten Job und einer bildschönen Freundin. Er führt ein nahezu perfektes Leben – bis zu dem Tag, an dem sich alles ändert: In seiner Wohnung lebt plötzlich eine fremde Frau und weder Freunde noch Verwandte können sich an ihn erinnern. Es scheint, als wäre seine gesamte Existenz ausgelöscht worden. Auf der Suche nach Antworten findet Kirill heraus, dass er als „Weltengänger“, eine Art Wächter zwischen den Parallelwelten, auserwählt worden ist. Um sein früheres Leben zurückzugewinnen, muss Kirill das Rätsel um die geheimnisvollen Welten lösen – und entdeckt dabei etwas, das größer ist als alles, was er sich vorstellen kann …

(Quelle: capelight pictures)

Details

Region: Region B/2
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: capelight pictures
Erscheinungstermin: 07.09.2018
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 116 Minuten

Copyright Cover: capelight pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde