Review

Es gibt Tage, da wünscht man sich, man sei seine Katze. Immer gekrault werden, ab und an mal eine kleine Runde drehen, in der Sonne schlafen und vielleicht mal ein Fusselchen jagen. Das hätte doch etwas. Aber diese Vorzüge sehen wohl nicht alle so; Tom Brand (Kevin Spacey) im Film „Voll Verkatert“ auf jeden Fall nicht. Aber von Anfang an…

Tom Brand ist ein reicher, erfolgreicher Unternehmer, der gerade vor dem Abschluss seines Traums steht: das höchste Gebäude in Nordamerika zu eröffnen. Dabei macht er sich nicht wirklich beliebt beim Vorstand und ist auch seiner Familie gegenüber nicht wirklich der beste Vater und Ehemann. Während seine Frau Lara (Jennifer Garner) schon resigniert hat, versucht sie ihrem Mann wenigstens ein paar Momente der Aufmerksamkeit für Töchterchen Rebecca (Malina Weissman) abzuringen. Diese hat am Tag der Eröffnung Geburtstag und wünscht sich von ihrem Vater eine Katze.

Ausgerechnet eine Katze, denn Vater Tom hasst die Vierbeiner. Doch er ringt sich durch und landet in der Zoohandlung des schrulligen Katzenflüsterers Felix Perkins. Dieser verkauft ihm den Kater Mr. Kuschelpuschel. Mit ihm im Gepäck macht sich Tom auf den Rückweg – doch anstatt auf der Party seiner Tochter aufzutauchen, hat er einen Unfall. Und während alle glauben, der geliebte Mann liege im Koma, ist sein Geist im Körper des Katers gefangen. Mit allen Mitteln versucht er, auf seine missliche Lage hinzuweisen. Doch der einzige, der ihn versteht, ist Mr. Perkins. Und der hat andere Pläne…

Seien wir ehrlich: Motziger Mensch tauscht mit jemandem den Körper, um sich zu bessern. Diese Idee ist nicht neu, aber sie ist ein Dauerbrenner und kann sicherlich auch noch immer ganz charmant wirken. Erst recht mit einer Katze als Tauschkumpel, möchte man meinen. Dazu eine hochkarätige Hollywood-Besetzung im Cast – was soll jetzt noch schief gehen? Tja, alles andere.

Denn nicht nur, dass der Stoff des Films bekannt ist, die Story ist auch furchtbar vorhersehbar. Wer der Böse ist und wer der Gute, ist sofort ersichtlich. Die Charaktere wurden gemäß den gängigen Klischees überzeichnet, damit auch wirklich der letzte Begriffsstutzige es versteht. Dazu kommen zahlreiche Slapstick-Einlagen (Frau jagt Katze hinterher und knallt dabei gegen Treppe. Was haben wir gelacht. Nicht.), manch hölzerner Dialog, ein eher uninspiriertes Setting und eine Katze, die mal real und mal animiert ist und man den Unterschied dazwischen einfach zu genau für das doch ordentliche Budget des Films sieht.

Wobei man ehrlich sagen muss – gerade Katzenliebhaber werden dennoch an einigen Stellen schmunzeln können, denn putzig ist der echte Mr. Kuschelpuschel ja doch irgendwie. Das tröstet allerdings nicht über einen ansonsten eher schwachen Film hinweg, der auch noch zwei enorme Nervfaktoren hat.

Voll Verkatert

Voll Verkatert: Szenenbild. (Credit: Takashi Seida
© 2016 EuropaCorp.)

Der erste: Das ständige Miauen, Knurren, Fauchen und Purren ist spätestens nach fünf Minuten extrem störend und auch absolut unsinnig (Katzenbesitzer wissen, dass Samtpfoten nicht jeden Tatzenschlag kommentieren müssen). Allerdings: Meine Katze schien recht interessiert daran und hat mir immerhin beim Schauen Gesellschaft geleistet.

Der zweite Nervfaktor ist wohl Geschmackssache. Aber einem etablierten Hollywoodstar wie Kevin Spacey seine gewohnte Synchronstimme zu nehmen und ihm dafür Oliver Kalkofe zu verpassen, grenzt für mich schon fast an eine Verstümmelung. Denn sicherlich – er versteht es, motzig-trotteligen Charakteren wie einem Kater Leben einzuhauchen, aber in seiner Menschenrolle denkt man die ganze Zeit, Spacey hätte am Helium-Ballon der Tochter geschnüffelt.

Das Fazit zu diesem Film: Kinder könnten daran noch ein wenig Zeitvertreib haben, Erwachsene werden aber wohl eher dezent genervt bis fremdschämend den Raum verlassen. Denn auch wenn die Katze niedlich ist und ein, zwei kleine Lacher dabei waren – das alles macht aus diesem Familienfilm leider keinen hohen Unterhaltungsknaller. Aber vielleicht stellen Sie den Streifen für Ihre Katze an – die könnte dabei noch eine kleine Zerstreuung finden…

Trailer

Inhalt

Nach einem mysteriösen Unfall fällt Milliardär Tom Brand (KEVIN SPACEY) ins Koma und findet sich zu seinem allergrößten Entsetzen im Körper des Katers Mr. Kuschelpuschel wieder. Während sein labiler Gesundheitszustand in der Geschäftswelt zu wilden Spekulationen und unglaublichen Intrigen mit schwerwiegenden Folgen führt, kämpft Tom mit allen tierischen Mitteln um sein Leben und seine Firma. Hilfe erhofft er sich dabei von Felix Perkins (CHRISTOPHER WALKEN), dem Besitzer einer mysteriösen Tierhandlung.
Wird Tom Brand einen Weg zurück in seinen menschlichen Körper finden? Werden seine Frau Lara (JENNIFER GARNER) und seine Tochter Rebecca (MALINA WEISSMAN) die Verschwörungen durchschauen und zu ihm halten? Und wird es seinem älteren Sohn David (ROBBIE AMELL) gelingen, das drohende Unheil von der Firma abzuwenden?

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 31.03.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 85 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Silvana
Silvana

A Cat is Purrfect.