Review

Eine Frauenleiche im Moor, ein junger Toter in einem Plastiksack, ein mysteriöser Doppelmord und eine in Netzen eines Nordsee-Fischtrawlers verhedderte Leiche rufen im nebelverhangenen Nordengland ein weiteres Mal Vera Stanhope und ihr Team auf den Plan.

Die auf den Romanen bzw. Figuren von Ann Cleeves basierende Fernsehserie „Vera – Ein ganz spezieller Fall“ geht mit vier neuen Fällen in die inzwischen sechste Runde – und vor allem Fans der britischen Produktion werden feststellen, dass die Serie (wie schon in Staffel 5) abermals auf ihre Mordfälle fokussiert bleibt, während auf Nebenhandlungen rund um die Protagonistin verzichtet wird. Das steigert nicht nur die Spannung, sondern rückt auch die Krimiaspekte deutlicher in den Mittelpunkt.

Die neuen Fälle wiederum gestalten sich wie gewohnt abwechslungsreich und knifflig, sodass rein thematisch keine Langeweile aufkommt. Auch die Ermittlungsarbeit – sowohl der Figuren als auch jene der Zuschauer – entspricht den Erwartungen und füllt die insgesamt knapp 88 Minuten pro Episode gekonnt aus. Peu à peu ergibt sich durch neue Erkenntnisse ein Gesamtbild, durch das der jeweilige Fall letztlich schlüssig und nachvollziehbar aufgelöst wird. Die dabei von der Protagonistin zusammengefügten Puzzlestücke sowie ihre unkonventionelle und querdenkende Art machen es für die vor dem Fernseher Sitzenden unmöglich, den Fall vorschnell oder im Alleingang zu lösen. Das kann manchmal, und zwar immer dann, wenn ein Mordfall zu konstruiert erdacht wurde, frustrierend sein, sorgt andererseits aber dafür, dass die diesbezügliche Spannung konstant aufrechterhalten bleibt.

Weniger konstant fällt diese allerdings genau dann aus, wenn den Folgen stellenweise das Tempo fehlt. Einige Längen und sich zäh dahinziehende Passagen muss der Zuschauer somit durchstehen – und das, obwohl etwas mehr Tempo zudem der „zackigen“ Art der Hauptfigur gerecht geworden wäre.

Diese, verkörpert durch die BAFTA-, Golden Globe- und Empire Award-Gewinnerin Brenda Blethyn, polarisiert auch in Staffel 6 wie eh und je durch ihren ganz eigenen, teils etwas schrulligen Charakter und bietet damit Fans genau das, was sie erwarten, während Neulinge im „Vera“-Kosmos eventuell die Distanz zwischen Figur und Zuschauer mit nur einer Staffel nicht überbrücken werden können.

Vera Stanhope (Brenda Blethyn) in „Vera – Ein ganz spezieller Fall (Staffel 6)“ | Copyright: Edel:Motion

Doch selbst eine Brenda Blethyn als Titelfigur Vera Stanhope kommt nicht ohne ihre Kollegen aus, sodass immer wieder diverse Nebenrollen ihre Bildschirmzeit gewährt bekommen. Mit der in der letzten Staffel eingeführten neuen Figur verpassten es die Macher jedoch, neue Impulse für die Serie zu setzen und verließen sich stattdessen lieber auf bewährte Zutaten einer Charakterausarbeitung. So schnell wie die neue Figur auftrat, so zügig verschwindet sie in der aktuellen Staffel auch schon wieder. An Ihrer statt tritt eine neue Rolle, die allerdings kaum Beachtung findet und somit ebenfalls sehr blass bleibt. Da sich kaum Mühe gegeben wurde, diesen Charakter nennenswert einzuführen, wirken die jüngsten Personalveränderungen von „Vera – Ein ganz spezieller Fall“ mehr als lieblos.

Es ist in „Vera – Ein ganz spezieller Fall (Staffel 6)“ also an einigen Stellen noch Luft nach oben; nichtsdestotrotz wird insbesondere Fans der Serie großartige Krimikost geboten, die kaum enttäuschen wird. Mit vier neuen Fällen auf vier DVDs ist die Abendgestaltung für Genre-Liebhaber daher vorerst gesichert.

Trailer

Handlung

Und wieder einmal sind DCI Vera Stanhopes typisch beharrlicher Einsatz und ihre investigativen Fähigkeiten gefragt. In der sechsten Staffel werden Vera und ihr Team mit einer Reihe von rätselhaften Fällen konfrontiert und blicken hinter menschliche Abgründe.

Mit Hochdruck arbeiten die Ermittler an der Aufklärung einer ganzen Reihe von Morden. So geben die Leichen einer Frau, die im trostlosen Northumberland Moor gefunden wird, und der leblose Körper eines Mannes in einer Höhle Rätsel auf. Das Team um Vera muss einen mysteriösen Doppelmord entschlüsseln und taucht in die Welt einer Fischergemeinde ein, um ihr dunkles Geheimnis ans Licht zu bringen.

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

01 Rasend vor Wut (Dark Road)
02 Jahrmarktkinder (Tuesday’s Child)
03 Die Mottenfalle (The Moth Catcher)
04 Familienbande (The Sea Glass)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 02.02.2018
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 355 Minuten
Extras: DVD-Highlights

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde