Review

Bereits im Sommer haben wir uns die „Valerian & Veronique: Filmausgabe“ von Carlsen angesehen, die wesentliche Vorlage für den Blockbuster „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ von Filmemacher Luc Besson („Léon – Der Profi“, „Das fünfte Element“, „Lucy“), dem wir uns nun widmen wollen.

Der Franzose agiert hier als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Personalunion und für ihn war die Verfilmung der Kult-Science-Fiction-Comic-Reihe, die er nach eigener Aussage schon als Kind las, eine absolute Herzensangelegenheit. Dabei ließ nicht nur der namhafte Cast mit Dane DeHaan („The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“, „A Cure for Wellness“) und Cara Delevingne („Suicide Squad“) in den Hauptrollen sowie insbesondere Clive Owen, Ethan Hawke und Rihanna in Nebenrollen Kinobesucher aufhorchen; sondern auch die Tatsache, dass die Comic-Verfilmung mit Produktionskosten in Höhe von schätzungsweise astronomischen 200 Millionen Euro die wohl mit Abstand teuerste europäische Filmproduktion aller Zeiten ist.

Inhaltlich lässt sich Bessons Herzenssache wie folgt rekapitulieren:

Major Valerian (DeHaan) und Sergeant Laureline (Delevingne) sind Spezialagenten der Regierung, die mit der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung im gesamten Universum beauftragt sind. Auf Anweisung des Ministeriums reisen die beiden Agenten mit ihrem Sternenschiff zu einem Wüstenplaneten, um dort einen gestohlenen Transmutator vom Planeten Mül aufzufinden, der der letzte seiner Art sein soll. Bei diesem schrulligen Wesen handelt es sich um ein kleines, schuppiges, schweineähnliches Tierchen mit ganz besonderen Fähigkeiten. Die Rettung des Transmutators ist jedoch mit Schwierigkeiten verbunden, da er sich irgendwo auf einem riesigen, virtuellen Basar und zudem in den Händen eines Alien-Gangsters befindet.

Bei ihrer Rückkehr in die intergalaktische Stadt Alpha, einer Mega-Metropole, die Tausende verschiedener Spezies aus allen Ecken des Universums beheimatet, kommen die beiden Spezialagenten jedoch vom Regen in die Traufe. Sie erfahren nämlich, dass die Existenz der Stadt der Tausend Planeten von einer radioaktiven Zone in ihrem Zentrum bedroht wird. Kurzfristig werden Valerian und Laureline als Sicherheitsdienst für den Vier-Sterne-General Commander Arün Filitt (Clive Owen) eingesetzt, der im Sicherheitsrat über die Gefahrenlage berichten will. Von da an sollen sich die Ereignisse jedoch überschlagen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere der Transmutator, eine Perle und die beinahe ausgestorbene Rasse der Pearls.

Mit „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ präsentiert Luc Besson abermals einen bildgewaltigen Science-Fiction-Film. So wie mit seinem virtuosen Werk „Das fünfte Element“ aus den 90ern, das inzwischen Kult ist, kreiert er auch hier einen absolut frischen und eigenwilligen Sci-Fi-Look. Zudem weiß Besson seine hohen Produktionskosten zielsicher einzusetzen, denn sein Science-Fiction-Epos sieht jederzeit hochwertig aus und braucht sich vor der Hollywood-Konkurrenz nicht zu verstecken.

Sein Cast verströmt ebenfalls HollywoodFlair und die schauspielerischen Leistungen sind durchweg überzeugend. Im Gegensatz zu ihrer doch ziemlich undankbaren Rolle in der DC-Verfilmung „Suicide Squad“ weiß vor allem Cara Delevingne hier als selbstbewusste und toughe Laureline zu überzeugen und ist damit eine veritable Milla Jovovich 2.0.
Ihr männlicher Gegenpart, Dane DeHaan, weiß schauspielerisch als Valerian zwar auch durchaus zu überzeugen. Indes wirkt er für seine Rolle falsch gecastet. So soll der schmächtige DeHaan, der auch noch recht jungenhaft wirkt, den verwegenen Frauenhelden und Herzensbrecher sowie jahrelang erfahrenen Agenten-Veteranen mimen. Das will nicht so recht passen. Leider überträgt sich dies auch auf die „amouröse“ Beziehung zwischen Valerian und Laureline. Als Zuschauer hat man nichts verpasst, obwohl man das durchaus annehmen könnte, wenn Valerian seiner schönen Partnerin immer wieder Avancen macht und sie permanent fragt, ob sie ihn heiraten will. Da ist tatsächlich zuvor keinerlei besondere Chemie und so wirkt das Ganze völlig aus der Luft gegriffen.

Die Hauptrollen Valérian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) aus „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ (Copyright: Universum Film)

Ferner ist der Film für seine recht dünne Story mit 138 Minuten Laufzeit doch recht lang geworden. Hier merkt man auch, dass es Bessons neuestem Coup im Gegensatz zu „Das fünfte Element“ an Timing und leichtfüßigem Humor fehlt. Mitunter wirkt das dann etwas bemüht.

Dessen ungeachtet bietet diese europäische Comic-Verfilmung fantastische Schauwerte und spektakuläres, poppiges, leichtes Blockbuster-Popcorn-Kino. Wäre dies ein deutscher Film, so wäre das Lob womöglich überschwänglich ausgefallen, ist der deutsche Film doch nicht eben berühmt für seine ambitionierten Projekte. Der Film kann, trotz einer verhältnismäßig schwachen Story, die Erwartungen des Publikums durchaus erfüllen, wenn auch nicht zwingend übertreffen.

Bei einem Luc Besson neigt man möglicherweise dazu, etwas genauer und kritischer hinzuschauen. Sein Sci-Fi-Epos verdient aber definitiv eine Empfehlung für einen kurzweiligen Abend und auch eine mögliche Fortsetzung des Films wäre durchaus gern gesehen.

Trailer

Inhalt

Im 28. Jahrhundert sind Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) als Spezialagenten der Regierung mit der Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum beauftragt. Während der verwegene Frauenheld Valerian es auf mehr als nur eine berufliche Beziehung mit seiner schönen Partnerin abgesehen hat, zeigt ihm die selbstbewusste Laureline jedoch die kalte Schulter …
Auf Anordnung ihres Kommandanten (Clive Owen) begeben sich Valerian und Laureline auf eine Sondermission in die atemberaubende, intergalaktische Stadt Alpha: einer Mega-Metropole, die Tausende verschiedener Spezies aus den entlegensten Winkeln des Universums beheimatet. Die siebzehn Millionen Einwohner haben sich über die Zeiten einander angenähert und ihre Talente, Technologien und Ressourcen zum Vorteil aller vereint. Doch nicht jeder in der Stadt der Tausend Planeten verfolgt dieselben Ziele – im Verborgenen wächst eine dunkle Macht heran, die nicht nur Alpha, sondern die gesamte Galaxie in Gefahr bringt …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film
Erscheinungstermin: 30.11.2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 137 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?