Review

Neue Abenteuer, um die Welt zu retten, stehen an, denn das Böse fordert immer noch das Gute heraus; zudem will so manches Artefakt gehütet werden. Kurz: Es ist Zeit für „The Quest – Die Serie (Staffel 3)“.

Man muss nicht gerade sehr lange und aufmerksam zuschauen, um hier sogleich einige „lustige“ Filmfehler zu entdecken. Eine im Eifer des Kampfgefechts geplatzte Hose oder eine Buchseite, die bereits gefaltet aussieht, obwohl sie frisch aus einem dicken glattseitigen Buch gerissen wurde, sind nur zwei Beispiele für einen zusätzlichen ungewollten Unterhaltungswert. Während dies auf Kritiker möglicherweise – und selbst für ein Serienformat – zu amateurhaft wirkt, könnten Fans von „The Quest“ diese unfreiwilligen „Slapstick“-Einlagen oder Logikfehler durchaus auch als charmant empfinden.

Apropos Slapstick: Gerade was den Humor in der Serie angeht, der in den Staffeln 1 und 2 vor allem in den spritzigen und temporeichen Dialogen zum Vorschein kam, scheint es in der aktuellen Staffel ein wenig zu mangeln. Die Sprüche und den Schlagabtausch unter den verschiedenen Figuren hat man beides in den Veröffentlichungen zuvor schon einmal pointierter und zündender gesehen.

Dafür warten die einzelnen zehn Episoden mit viel Abwechslung auf und streifen die Bereiche Fantasy und Abenteuer. Das Grundprinzip – Gut gegen Böse – kommt auch in dieser Staffel wieder gemäß des Konzepts der Serie zum Einsatz und so treten die Bibliothekare Flynn Carsen (Noah Wyle), Jacob Stone (Christian Kane), Ezekiel Jones (John Kim) und Cassandra Cillian (Lindy Booth) sowie Eve Baird (Rebecca Romijn) und Jenkins (John Larroquette) dieses Mal gegen all das an, was die entsprechende Genrelandschaft als Gegner zu bieten hat: Götter, Werwölfen, Vampiren, Dämonen oder – als Staffelfinale – sogar dem puren Bösen stellen sich die tapferen Helden entgegen und treffen dabei auf Prophezeiungen, Hexerei und abermals wertvolle Artefakte. Indiana Jones lässt in diesem Zusammenhang nicht selten grüßen.

Insbesondere die Fantasy-Elemente – ob Figuren, ihre Kostüme oder in Form von „Spezialeffekten“ – wirken jedoch oftmals wie aus einem privaten LARP-Mitschnitt. Für ein Serienformat sicherlich bereits an der Grenze zur oberen Liga, ist hier noch Luft nach oben. Schließlich zeigt „The Quest – Die Serie (Staffel 3)“ in Sachen Action und Kampfszenen, dass es auch für Serienverhältnisse durchaus ambitioniert zugehen kann. Jene Sequenzen werden mit viel Tempo und Dynamik inszeniert und sind – selbst für weniger Action-Begeisterte – stets ein Hingucker.

Gut gegen Böse heißt es für das Team aus „The Quest – Die Serie“ auch in Staffel 3 | Copyright: Universum Film

Eventuell mag dies auch an Schauspieler Christian Kane liegen, der in der Mehrheit dieser Szenen als Mann fürs Grobe seine Fäuste spielen lassen muss und dabei immer eine gute Figur macht. Wer jetzt aber hofft, dem (u.a. aus „Leverage“ bekannten) Akteur sei die meiste Screentime zugeschrieben worden, der wird enttäuscht, denn wie bereits in der Staffel zuvor kommen alle Charaktere der Serie gleichsam zum Zug. Auf diese Weise muss der Zuschauer auf lieb gewonnene Figuren auch in der aktuellen Veröffentlichung nicht nennenswert verzichten, wenngleich sich Flynn Carsen für einige Episoden mal wieder auf Solopfaden bewegt und damit dem Seriengeschehen vorübergehend entschwindet.

Da eine Folge jedoch nur knapp 40 Minuten andauert, ist seine Abwesenheit im Nu vorbei – leider aber auch die gesamte dritte Staffel.

Kurzweilig, unterhaltsam, seltener als zuvor, aber immerhin doch noch etwas witzig und insgesamt fantastisch-abenteuerlich, das ist „The Quest – Die Serie (Staffel 3)“, die auch weiterhin Lust auf mehr macht.

Handlung

In der neuen Staffel findet sich das Team der geheimnisvollen Bibliothek um Eve Baird (Rebecca Romijn), Jacob Stone (Christian Kane), Ezekiel Jones (John Kim) und Cassandra Cillian (Lindy Booth) in einem Kampf zwischen zwei Fronten wieder: Zuerst wird Apep, der ägyptische Gott des Chaos, aus einem Museum freigelassen, um das Böse in der Welt zu entfachen und eine Apokalypse heraufzubeschwören. Zusammen mit Flynn Carsen (Noah Wyle) und Jenkins (John Larroquette) setzen die Bibliothekare alles daran, um ihn aufzuhalten. Doch dabei geraten sie ins Visier der neuen, geheimen Regierungsbehörde D.O.S.A. (Abteilung für statistische Anomalien), von der sie als einheimische Terroristen deklariert werden. So werden die Bibliothekare gleichzeitig zu Jägern und Gejagten und laufen dabei sogar Gefahr, die Bibliothek selbst zu verlieren. Es ist ein Konflikt, der sie dazu zwingt, den Preis der Verwendung von Magie und ihre wahren Gefühle füreinander abzuwägen – ein für alle Mal.

(Quelle: Universum Film)

Episoden

01 Der Gott des Chaos
02 Die Armee der Werwölfe
03 Die Zeremonie der Eisdämonen
04 Die selbsterfüllende Prophezeiung
05 Der Jahrmarkt des Grauens
06 Das Auge des Ra
07 Das Elixier der Liebe
08 Die Zuflucht der Vampire
09 Der Kampf um Shangri-La
10 Der Angriff des puren Bösen

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Unbekannt
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 08.12.2017
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 405 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde