Review

Ein einmaliger Ausflug nach Schwerin sollte es für die Schauspielerin Barbara Rudnik in ihrer Rolle als Kriminalpsychologin Hannah Schwarz 2003 werden, als der Thriller „Tod im Park“ produziert wurde. Doch unverhofft kommt oft und so war die Ausstrahlung derart erfolgreich, dass kurzerhand weitere Filme in Auftrag gegeben wurden. Es entstand die deutsche Fernsehserie „Solo für Schwarz“ und unter diesem Namen bis 2007 die weiteren Thriller „Tod im See“, „Der Tod kommt zurück“ und „Tödliche Blicke“. Eingestellt wurde die Serie schließlich nach dem frühen Tod der Hauptdarstellerin. Als kleine Hommage an Barbara Rudnik sowie als Zusammenfassung aller vier Filme in einem DVD-Set können Zuschauer ab sofort die von Pandastorm Pictures veröffentlichte Gesamtedition von „Solo für Schwarz“ erwerben.

Zugreifen sollten hier vor allem Krimi- und Thrillerfans mit geschichtlichem Interesse (und diesbezüglichem Vorwissen was die DDR-Historie anbelangt), denn häufig reichen die Wurzeln der Verbrechen in „Solo für Schwarz“ zurück in die Zeit vor der Wende.

Einen ähnlichen Ansatz, Zeitgeschichte und Krimi bzw. Thriller miteinander zu vereinen, konnte man unlängst auch in der Produktion „Die Spezialisten“ entdecken, wenngleich „Solo für Schwarz“ diesbezüglich weitaus fokussierter daherkommt. Gemein ist beiden Produktionen allerdings die visualisierte Darbietung der der Vergangenheit zugehörigen Sequenzen. Geschah dies in „Die Spezialisten“ durch mini-filmähnliche Einschübe, werden dem Zuschauer in „Solo für Schwarz“ oft nostalgisch anmutende Flashbacks präsentiert. Insgesamt eine gute Idee, so die Kindheitserinnerungen der Hauptfigur (und damit den Charakter mit seinen Hintergrundinformationen) erfahrbar zu machen; dennoch verwirrt es ein wenig, dass auch spontane Ideen und Eingebungen der Figur in gleicher Form gezeigt werden. Hier vermischen sich – zunächst scheinbar recht willkürlich – Gegenwärtiges (aus dem Innenleben der Figur) und Vergangenes, sodass der Überblick immer mal wieder zwischenzeitlich verloren zu gehen droht.

Polizeipsychologin Hannah Schwarz (Barbara Rudnik, Mi.) im Kreise ihrer Ermittlerkollegen Konrad Fuchs (Harald Schrott) und Kommissarin Katharina Petrescu (Meral Perin, re.) | Copyright: Pandastorm Pictures

Gleichzeitig spricht gerade dieses Vorgehen des krimierfahrenen Drehbuchautors Sven S. Poser (u.a. „Tatort“, „Stralsund“) in abermaliger Kooperation mit Regisseur und Drehbuchautor Martin Eigler dafür, den Charakter der Hannah Schwarz näher und intensiver kennenzulernen. Ein kleines Manko ist daher, dass es sich bei „Solo für Schwarz“ um einzelne Filme handelt, die insgesamt zwar eine Serie ergeben, trotzdem aber viele Leerstellen aufweisen, sodass Charakterentwicklungen von Film zu Film (z.B. vom Single zur Partnerin) als gegeben serviert werden und vom Zuschauer als solche hingenommen werden müssen.

Zudem muss man sich auf einen eher entschleunigten Handlungsverlauf einstellen, denn Action und Tempo sucht man in „Solo für Schwarz“ vergebens. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf emotionalen Momenten und auf Atmosphäre, die insbesondere auch optisch – ganz  nach skandinavischer Krimitradition – über nordisch-kühle Bilder erzeugt wird.

Wer sich mit diesen (zugegeben auch subjektiv gefärbten) Kritikpunkten allerdings anfreunden kann oder bis dato bereits ein Fan der Reihe „Solo für Schwarz“ war, der sollte die Gelegenheit nutzen, die gesamte Produktion in einer Gesamtedition zu erstehen.

Handlung

BKA-Ermittlerin Hannah Schwarz kehrt für Ermittlungen in ihre Heimatstadt Schwerin zurück …

Bei ihren Recherchen stößt sie auf ein undurchdringliches Gewirr aus Verflechtungen und Intrigen, deren Wurzeln nicht nur in die Zeit vor 1989 zurückreichen, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit verbunden sind.

Schwarz ermittelt dort, wo sich DDR-Geschichte und Privatleben überschneiden. Da die Wahrheit in den Akten selten zu finden ist, muss sie zusammen mit Kriminalkommissar Konrad Fuchs ihren gesamten psychologischen Spürsinn einsetzen, um die brisanten Fälle zu lösen. Dabei wird sie ständig mit der Brutalität eines Unrechtssystems und der Tragik ihres eigenen Lebens konfrontiert.

(Quelle: Pandastorm Pictures)

Episoden

DVD 01 – Tod im Park
DVD 02 – Tod im See
DVD 03 – Der Tod kommt zurück
DVD 04 – Tödliche Blicke

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 24.11.2017
Produktionsjahr: 2007
Spieldauer: 360 Minuten

Copyright Cover: Pandastorm Pictures



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde