Review

Abwarten und Tee trinken

So lautet eine bekannte Redensart, die sich scheinbar auch Protagonist Dr. Andre Mason (gespielt von Thomas Kretschmann) zu Beginn des übernatürlichen Horrorthrillers „Shapeshifter“ zu eigen gemacht hat. Denn um den Beweis anzutreten, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, wandelt er mit seiner Gruppe von Wissenschaftlern einen mit psychedelischen Inhaltsstoffen versetzten Tee in ein klinisches Serum um. Dieses injiziert, soll ihnen einen Grenzübergang zwischen den Welten ermöglichen. Und so sammelt sich die illustre Gruppe in einem heruntergekommenen, verlassenen Haus, um ihr diesbezügliches Selbstexperiment zu starten. Nicht ahnend, dass sie dadurch ein Portal öffnen, das dunkle Mächte entfesseln wird …

Vom Sci-Fi-Thriller zum Horrortrip

Was zunächst nach Ideen aus dem Film „Flatliners“ klingt, wird binnen der 87 Minuten Gesamtlaufzeit schon bald von Regisseur Mario Sorrenti zu einem Horrortrip à la „The Thing“ umgewandelt. Wird der Film damit zwar seinem Namen „Shapeshifter“, was auf Deutsch so viel wie Formwandler bedeutet, gerecht, hätte sich der Zuschauer zeitweise gewünscht, es wäre mehr bei einer Version von „Flatliners“ geblieben. Doch leider schwinden derlei Ansätze mehr und mehr in den Hintergrund, während diverse Jump-Scares und Mystery-Akzente das Geschehen dominieren.

Die Handlung bleibt dabei trotz vorhandenem Potenzial recht gerafft und geht selten in die Tiefe, wenngleich die Wendung, die „Flatliner“-Nuancen zu „The Thing“-Horror mutieren lässt, eigentlich prädestiniert gewesen wäre, die Geschichte weniger oberflächlich – und stellenweise auch nachvollziehbarer – anzulegen.

Düstere Atmosphäre

Stattdessen verlässt man sich auf bewährte atmosphärische Zutaten wie einsame, marode Locations, magere Beleuchtung, allerlei wildes Taschenlampengeleuchte, ein sehenswertes „Monster“ und eine passende musikalisch-akustische Untermalung, aus der jedoch insgesamt noch mehr hätte herausgeholt werden können.
Für düstere Stimmung sorgt dies alles aber allemal. Und so holt „Shapeshifter“ einiges aus seinem vermutlich eher geringen Budget heraus.

Insbesondere die Schockmomente und Spezialeffekte verfehlen in diesem Zusammenhang ihre Wirkung nicht. Wenngleich teils sehr vorhersehbar, sitzt vor allem die akustische Soundgestaltung auf dem Punkt.

Verlustig gehende Spannung

In „Shapeshifter“ wollen die Wissenschaftler den Beweis antreten, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. (Copyright: EuroVideo Medien GmbH)

Zudem nimmt das Tempo des Films nach einem eher entschleunigten Beginn gegen Ende zu. Nichtsdestotrotz weist „Shapeshifter“ einige Längen und Leerlaufstellen auf, wodurch die Spannung immer mal wieder verloren geht. Die Mixtur aus Halluzinationen, realen Vorkommnissen, mysteriösen Begebenheiten und die Verbindung zur Vergangenheit des Protagonisten trägt ebenfalls phasenweise zum Spannungsverlust bei.

Fazit

Insgesamt rutscht „Shapeshifter“ damit trotz guter Ansätze in den durchschnittlichen Bereich. Mit etwas heruntergeschraubten Erwartungen erhält der Horror-Fan allerdings eine kurzweilige Unterhaltung, die ihr Potenzial leider nicht ganz ausschöpft.

Trailer

Handlung

Der Neurowissenschaftler Dr. Andre Mason (Thomas Kretschmann) hat ein Serum erschaffen, mit dem sich das Bewusstsein des Menschen in unbekanntem Ausmaß erweitern lässt. Verfolgt durch den tragischen Tod seiner Frau und seines Sohnes, hofft er so einen Blick auf die andere Seite zu ermöglichen, um mit den Verstorbenen in Kontakt zu treten.

Kurzerhand startet er eine neue Versuchsreihe, indem er sich und seinem Team die Droge in einer abgelegenen Villa injiziert. Die Probanden stellen fest, dass das Serum tatsächlich wirkt und ihnen erlaubt, mit übernatürlichen Erscheinungen zu interagieren. Doch dieser Erfolg hat seinen Preis, denn das Team hat auch die Aufmerksamkeit von dunklen Wesen, die als Formwandler erscheinen, auf sich gezogen.

Als sich Dr. Mason auf der Schwelle zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten wiederfindet, muss er sich entscheiden: Entweder für seine tote Familie oder sein Team von Wissenschaftlern, die ohne seine Hilfe nicht lebend aus diesem Experiment entkommen werden.

(Quelle: EuroVideo Medien GmbH)

Details

Format: Widescreen
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: EuroVideo Medien GmbH
Erscheinungstermin: 04.12.2018
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 87 Minuten
Extras: Trailer

Copyright Cover: EuroVideo Medien GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde