Review

„Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren ist ein Kinderbuch. Genregemäß daher kein fetter Schinken, auch wenn rund 240 Seiten schon eine ordentliche Geschichte ergeben. Naturgemäß stoßen daher auch Umsetzungen irgendwann an ihre Grenzen. Mit der vierten Box hat somit auch die Ghibli-Adaption von „Ronja Räubertochter“ ihr Finale erreicht.

In der ersten Hälfte der Episoden 21 bis 26 geht es noch um das Leben von Ronja und Birk im Wald. Denn nach den dramatischen Ereignissen in der Mattisburg kam es zum großen Bruch zwischen Vater und Tochter. In der Bärenhöhle lassen es sich die beiden allerdings gut gehen. Dennoch sind die Gefahren des Waldes nicht zu unterschätzen. Beim Baden im Fluss werden sie eines Tages sogar von Druden angegriffen. Nur knapp entkommen sie den biestigen Wesen und dem gierigen Wasserfall.

Als wäre das noch nicht genug Aufregung, bekommen die zwei nun auch öfter Besuch in ihrem Naturdomizil. Da wäre beispielsweise ein Räuber der Mattisbande, der ihnen frisches Brot und Kunde aus der Räuberbande bringt. Neben der gedrückten Stimmung wegen Ronjas Weggang scheint es vor allem mit den Landsknechten Ärger zu geben. Ähnliches berichtet dann auch Lovis, die Ronja schließlich selbst besuchen muss. Dickköpfig wie sie ist, lässt sich die Räubertochter aber nicht beeinflussen. Solange Mattis nicht selbst bittet, bleibt sie im Wald.

Auch wenn diese Entscheidung felsenfest steht – sie berichtet auch Birk immer wieder davon –, der nahende Winter ängstigt sie. Zum Glück besinnt sich aber auch ein bockiger Räuberhauptmann irgendwann auf seine Vaterrolle. So kann Ronja gemeinsam mit Birk zu ihrer geliebten Bande zurückkehren.

Das ist auch gut so, denn das Räuberleben wird nun ernsthaft von den Landsknechten bedroht. Einige Räuber sind sogar schon im Kerker gelandet. Einziger Ausweg: Beide Räuberbanden müssen sich zusammentun … Wie das funktionieren kann, seht ihr dann in den letzten Folgen der Serie.

Tja, und da ist das Serienvergnügen mit der Räubertochter auch schon vorbei. Wirklich lobenswert sei an dieser Stelle noch mal die Aufteilung der Folgen erwähnt. Diese sind immer kurzweilig, nehmen Bezug aufeinander und bilden insgesamt einen harmonischen Spannungsbogen. Dabei liefern alle Episoden ungefähr den gleichen Unterhaltungslevel. Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht.

Ronja und Birk – bereit für das finale Abenteuer in „Ronja Räubertochter Vol. 4“. (Copyright: NHK · NEP · Dwango, licensed by Saltkråkan AB, The Astrid Lindgren Company | Universum Film)

Aber dass „Ronja Räubertochter“ inhaltlich ganz weit oben mitspielt, war sicherlich vorher schon klar. Auch, dass sich die Veröffentlichung insgesamt an ein jüngeres Publikum richtet – sich aber auch Erwachsene nicht langweilen –, ist keine Überraschung. Was dieser Umsetzung aber einen einzigartigen Charme verleiht, ist die Optik. Diese wurde hier ja schon seit der ersten Box gelobt, aber es muss einfach erneut gesagt werden. Typischer Ghibli-Zeichenstil, der sich trotz des CGI-Einsatzes zu einem harmonischen Bild zusammenfügt.

Dazu dann noch eine gelungene Synchronisation, toller Sound … was will man eigentlich mehr? Gut, Bonusmaterialien sind in den Boxen nicht zu finden, aber das ist ja eher ein „nice to have“. Damit kann am Ende nur gesagt werden: Wer sich vom Charme der älteren Realverfilmung lösen kann und eine tolle Adaption des Buchklassikers sehen will, sollte sich „Ronja Räubertochter“ definitiv nicht entgehen lassen. Und alle anderen Anime-Fans vielleicht auch nicht.

Handlung

Weit weg von den Machtkämpfen der Räuberbanden haben sich Ronja und Birk ein zurückgezogenes Zuhause in einer Bärenhöhle geschaffen. Doch auch wenn Ronja sich nach der Mattisburg sehnt, möchte sie keinesfalls Birk im Stich lassen. Glücklicherweise wendet sich das Blatt als Mattis einlenkt und auch Birk um Rückkehr bittet. Doch schon bald wartet die nächste Herausforderung auf die Bewohner der Mattisburg, denn die Streitmacht des Feindes Vogt verbreitet sich immer weiter im Wald. Entschlossen dies zu unterbinden beschließen die beiden Räuberbanden sich zu verbünden und fortan läuft es mit der Räuberei wieder prächtig …

(Quelle: Universum Film)

Details

Sprache: Japanisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 13.1.2017
Spieldauer: 153 Minuten

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer