Review

Mit „Mune – Der Wächter des Mondes“ entführen die Regisseure Benoît Philippon und Alexandre Heboyan den großen und kleinen Zuschauer in eine fantastische, bezaubernde Welt und präsentieren damit einen etwas anderen Animationsfilm.

Sozusagen als „Exot“ unter den Animationsfilmen trägt die französische Produktion eindeutig auch eine französische Handschrift und ist damit kaum vergleichbar mit den angesagten Animationsblockbustern wie etwa „Ich – Einfach unverbesserlich“ und Co. Eher in Richtung „Der kleine Prinz“ tendierend setzen die Macher auf entschleunigte Bilder, tiefgründigen Inhalt und ungewöhnliche Figuren. Zwar auch bunt, doch sehr ruhig und bedächtig grenzt sich „Mune – Der Wächter des Mondes“ somit von der Masse an Animationsfilmen ab. Ihnen allen ist jedoch die liebevolle und detailreiche Darstellung der Handlung und Charaktere gemein.

Vor allem die außergewöhnlichen Wesen besitzen neben ihrem fremdartigen Aussehen die gewohnte Portion Niedlichkeit, die man in Animationsfilmen erwarten darf. Große Kulleraugen blicken den Zuschauer hier nicht nur einmal an und übertragen gekonnt die von der Handlung herrührenden und erforderlichen Emotionen. Besonders die plüschigen Spinnenwesen besitzen – neben der Hauptrolle und gleich der Minions – das Potenzial, als eigene Produktion in Serie zu gehen oder als Merchandiseartikel herzuhalten.

Sind die Figuren demnach bereits besonders, fällt auch der Rest an „Mune – Der Wächter des Mondes“ eher untypisch aus. Wenngleich beispielsweise ein paar pointierte humorvolle Stellen in den Film eingebaut sind, darf man mit „Mune“ kein Gagfeuerwerk erwarten. Im Mittelpunkt stehen der Inhalt und die Intention des Films, während alles dafür getan wird, die diesbezügliche Wirkung beim Zuschauer nicht zu verfehlen. Dazu zählt auch der Soundtrack, der stets stimmungsvoll ausfällt und die einzelnen Szenen gelungen untermalt.

„Mune – Der Wächter des Mondes“ (Copyright: Universum Film GmbH)

Nicht ganz so passend wirken dafür die eingestreuten Traum- und Rückblicksequenzen, die im Comicstil integriert werden. Im Kontext der ansonsten hochwertig umgesetzten CGI wirken diese auffallend fehlplatziert und qualitativ nicht überzeugend. Obwohl damit der Schauplatz- und Zeitwechsel verdeutlicht wird, dominiert in diesen Szenen der „künstlerische“ Aspekt zu sehr und die Parts wollen sich nicht so recht homogen in das sonstige visuelle Geschehen einfügen.

In seinem extraordinären Auftreten trifft „Mune – Der Wächter des Mondes“ sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Während es vermutlich Kindern leichter fallen wird, Zugang zum Film zu bekommen und sich auf die Fantastereien mit Botschaft einzulassen, müssen Erwachsene hingegen ein Quäntchen mehr Fantasie und Aufgeschlossenheit mitbringen. Dann aber entfaltet sich ein stimmungsvoller und nachdenklicher Trip, der Themen wie Freundschaft, Erwachsenwerden, Verantwortung und den Umgang mit dem Scheitern streift. Niedlichkeiten mit hohem Kindchenschema-Anteil als Hingucker inklusive.

Trailer

Handlung

In einer magischen Welt stehen Sonne und Mond unter dem Schutz tapferer Wächter. Als es wieder an der Zeit ist, Nachfolger für den verantwortungsvollen Posten zu bestimmen, wird der unbedarfte kleine Faun Mune als neuer Mondwächter ausgewählt. Zusammen mit dem Wächter der Sonne muss er das Gleichgewicht zwischen Tag und Nacht herstellen. Doch dann unterläuft dem leicht überforderten Mune ein Missgeschick und der Sonnenwächter eilt ihm zur Hilfe. Mune ahnt nicht, dass ein verstoßener Sonnenwächter die Situation ausnutzt und aus Rache die Sonne stiehlt. Um sie zu befreien und die alte Ordnung wiederherzustellen, muss Mune mit seinen Freunden zu einer abenteuerlichen Mission aufbrechen …

(Quelle: Universum Film GmbH)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 20.04.2018
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 82 Minuten

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde