Review

Das Thema Energieversorgung ist in aller Munde. Was wäre, wenn es eine ganz einfache Lösung für knappe Ressourcen gäbe? „Kill Switch“ von Regisseur Tim Smit und nach einem Drehbuch von Charlie Kindinger und Omid Nooshin stellt eine (nicht besonders glückliche) Idee vor.

In dieser Realität haben es Wissenschaftler geschafft, Materie auf scheinbar einfachem Weg in pure Energie zu zerlegen. Fehlt nur eine entsprechende Menge Materie. Um an diese heranzukommen, erschaffen sie ein paralleles Universum. Hier soll nun ein Energiestrahl die Materie „ernten“ ‑ schwupps, alle unsere Probleme sind gelöst!

Oder? Nicht ganz. Zum einen ist die Verbindung zwischen den Welten nicht stabil. Zum anderen wehrt sich die Parallelwelt. Denn obwohl etwas anderes von den Wissenschaftlern versprochen wurde, ist „The Echo“ nicht frei von kohlenstoffbasierten Lebensformen. Und die Menschen dort haben ganz sicher keine Lust, einfach wieder „abgeschaltet“ zu werden.

Von all dem ahnt Pilot und Physiker Will Porter jedoch nichts, als er ein lukratives Jobangebot erhält. Gemeinsam mit seiner Schwester und deren Sohn beschließt er, in den Niederlanden neu anzufangen. Bis zum Einschalten des Dimensionsportals scheint seine einzige Aufgabe allerdings das Tragen einer gigantischen Uhr zu sein. Als jedoch klar wird, dass das Experiment nicht so wie erhofft verläuft, wird er sofort zur Rettung beordert. Er soll einen kleinen Würfel im Echo in den Turm bringen und so die Katastrophe verhindern.

Angekommen im Echo ist aber nichts wie es sein soll. Überall Leichen, Kampfdrohnen und unklare Freundschaftsverhältnisse machen seine Aufgabe schwerer als erwartet. Nach und nach erfährt er aber, wie wichtig seine Aufgabe wirklich ist. Welche Welt wird er schließlich retten (können)?

So weit, so spannend. Kindinger und Nooshin haben ihre Sache in Sachen Drehbuch damit ordentlich erfüllt. Auch wenn es die Rolle der Schwester nicht unbedingt gebraucht hätte. Solange die zwei dafür auf eine überflüssige Lovestory verzichten, ist das mal eine nette Alternative. Auch hinsichtlich der Ausstattung kann sich „Kill Switch“ sehen lassen. Nette Computereffekte, weitläufige Kulissen und sogar Hollywoodstars haben sich die Macher mit Dan Stevens und Bérénice Marlohe geangelt.

Sci-Fi Thrill in „Kill Switch“ (Copyright: Universum Film)

Leider kann Stevens sein Potenzial hier nur in der Hälfte der Szenen wirklich ausspielen ‑ denn in der anderen Hälfte ist er quasi nicht zu sehen. Nicht nur, dass sich der Regisseur hier für eine alternierende Erzählweise entschied, er wechselt in den Echo-Szenen in eine Ego-Perspektive, die mit ihrer Wackelbildkamera schon nach 5 Minuten für das erste flaue Gefühl im Magen sorgt. Seien wir doch ehrlich, in Computerspielen mag man Ego-Shooter-Perspektiven tolerieren, aber in Filmen haben die nichts zu suchen. Ebenfalls am Potenzial vorbei schauspielert schließlich Marlohe, die den gesamten Film eine lasziv-genervte Mine zieht, die nicht mal ein drohender Weltuntergang aus ihrem Gesicht wischen kann.

Wenn man das Kopfschütteln wegen Marlohe und der nervigen Ego-Perspektive abschütteln kann, bleibt „Kill Switch“ zumindest ein durchschnittlich spannender Science-Fiction-Thriller, der mit einer kreativen Idee daherkommt. Nichts Bahnbrechendes, aber solide Unterhaltung. Einen starken Magen sollte der Zuschauer wegen der vielen Ruckler allerdings mitbringen.

Trailer

Handlung

Ein Experiment, das der Welt mit Hilfe von Paralleluniversen unbegrenzte Energiereserven hätte bringen sollen, ist deutlich schiefgelaufen. Nun steht die Erde kurz vor der Auslöschung. Um den Planeten vor der Implosion zu bewahren, wird der Pilot und Physiker Will Porter (Dan Stevens) mit der rätselhaften Redivider-Box auf eine lebensgefährliche Mission in die düstere Parallelwelt entsendet. Damit beginnt nicht nur für Will und seine Familie, sondern für die gesamte Menschheit ein Wettlauf gegen die Zeit …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film
Erscheinungstermin: 18.08.2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 91 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer