Review

John Wick ist zurück. „Der Mann. Der Mythos. Die Legende.“

Wer über den ersten Teil der beiden Regisseure Chad Stahelski und David Leitch aus dem Jahr 2014 noch gar nichts weiß, für den gibt es hier ein Kurzresümee: 

John Wick (Keanu Reeves) ist als einer der gefährlichsten Auftragsmörder überhaupt in der Parallelgesellschaft der Gangster berühmt. Diese Welt verlässt John jedoch, da er mit seiner Ehefrau (Bridget Moynahan) sesshaft werden möchte – doch die Ruhe soll nur kurz währen. Seine geliebte Frau Helen verstirbt krankheitsbedingt und hinterlässt John zum Trost eine kleine Hündin. Eines Tages kommt es an einer Tankstelle zu einer zufälligen Begegnung mit Iosef Tarasov (Alfie Allen, vor allem bekannt für seine Rolle des Theon Graufreud in „Game of Thrones“), dem Sohn des russischen Gangsterbosses Viggo Tarasov (Mikael Nyqvist) und anderen Gangmitgliedern. Iosef ist von Johns Ford Mustang begeistert und möchte ihn kaufen, doch John erklärt den Wagen für unverkäuflich und fährt davon. Kurz darauf wird er allerdings von Iosef und seinen Schergen zu Hause heimgesucht, die seinen Welpen erschlagen und seinen Wagen stehlen. Zwar versucht Bandenchef Viggo, der früher mit John zusammengearbeitet hat, noch diesen zu beschwichtigen, aber der ehemalige Hitman bricht zu einem Rachefeldzug auf, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt.

John Wick (Keanu Reeves) in „John Wick: Kapitel 2“ (Copyright: Concorde Home Entertainment)

John Wick: Kapitel 2″, die Fortsetzung des fulminanten Action-Krachers, schließt inhaltlich nahtlos an seinen Vorgänger an. Am Ende seiner wilden Vendetta in Teil 1 fehlt John immer noch eine Sache zu seiner gänzlichen Genugtuung, denn sein Ford Mustang befindet sich noch in den Händen von Viggo Tarasovs Bruder, Abram (Peter Stormare). Um sein Auto zurückzuholen, begibt sich John zu dessen geheimer Werkstatt. Bei seiner Flucht von dort wird der Wagen jedoch stark beschädigt und John befördert viele Mitglieder der russischen Mafia ins Jenseits. Anschließend bietet er Abram Frieden an, weil er in den Ruhestand zurückkehren und endlich ein zurückgezogenes Leben mit seinem neuen Hund führen möchte. Die Ruhe währt abermals nur äußerst kurz, denn John wird von Santino D’Antonio (Riccardo Scamarcio) aufgesucht, einem alten Bekannten. Dieser hat eine antike goldene Münze, mit Johns blutigem Fingerabdruck darauf, im Gepäck. Dieser Blutschwur verpflichtet den „Schwarzen Mann“ John Wick dazu, Santino bedingungslos Hilfe bei einem Auftrag zu leisten. Nachdem sich John zunächst weigert, sieht er sich bald wieder gezwungen, aus seinem Ruhestand zurückzukehren. Der Schuldschein nötigt ihn, nach Rom zu reisen, um dort Santinos Schwester Gianna D’Antonio (Claudia Gerini) zu töten, um diesem derart zu mehr Macht und Einfluss zu verhelfen. Der reanimierte Profikiller sieht sich danach jedoch einer Intrige ausgesetzt und aufgrund eines hohen Kopfgeldes hat es bald so gut wie jeder Killer der Welt auf John abgesehen…

„John Wick: Kapitel 2“ entstand diesmal unter der alleinigen Regie von Chad Stahelski; dafür übernimmt Keanu Reeves wieder die titelgebende Hauptrolle des John Wick und wir sehen auch Lance Reddick als Hotelmanager, Ian McShane als Winston, den Boss des Continental-Hotels, und John Leguizamo als Werkstattbesitzer Aurelio in wiederkehrenden Rollen.
Verfügte Teil 1 noch zusätzlich über enorme Starpower mit Willem Dafoe als
Profikiller oder auch Mikael Nyqvist als russischen Paten, kann der vorliegende Teil nicht mit ganz so prestigeträchtigen Neuzugängen punkten; immerhin gesellen sich hier aber noch Peter Stormare, Common und Ruby Rose zum Cast hinzu. Ein besonderes Schmankerl für Filmfans ist aber, dass hier Laurence Fishburne als The Bowery King eine der Nebenrollen übernimmt; damit stehen „Neo-Reeves“ und „Morpheus-Fishburne“ nach der „Matrix“-Filmreihe (1999–2003) endlich mal wieder gemeinsam vor der Kamera; eine nette Begebenheit, auch wenn man sich womöglich die eine oder andere Anspielung auf den gemeinsamen Klassiker gewünscht hätte.

Stahelski schlägt mit seiner Fortsetzung in dieselbe Kerbe wie mit Teil 1. Wir sehen erbitterte Kämpfe, Schusswechsel und äußerst gelungene Kampf-Choreografien; genau das Metier von Keanu Reeves, der wahrscheinlich nicht der beste Schauspieler der Welt ist, aber in jedem Fall als eiskalter und wortkarger Hitman glänzen kann. Das „John Wick“-Franchise (ein 3. Teil ist gut denkbar!) belebt auch das Action-Genre wieder – sucht man dieser Tage des Öfteren vergebens neue Action-Helden, gerade da Stallone, Ford, Schwarzenegger, Willis und wie sie alle heißen mögen, inzwischen – mit Verlaub – doch etwas in die Jahre gekommen sind.

Zugegebenermaßen passte auch schon die Story des ersten Teils auf einen Bierdeckel und zeichnete sich durch einen hohen Grad an Vorhersagbarkeit und teilweise äußerst banale Charaktere aus. Allerdings war die Mischung aus emotionalen Momenten und rasanter Action noch ausgewogener als in seiner Fortsetzung. Hier ist der Anlass für die krawallige Action ausgesprochen austauschbar und eher Selbstzweck für zwei Stunden voller Gewalt und Tod in stylisher Hochglanzoptik. Andererseits präsentiert Kapitel 2 nette Vertiefungen zu seiner eigenen Welt: So erfahren wir mehr über das Schattenreich der Auftragsmörder; insbesondere über das Continental-Hotel, in dem sich nur Profikiller aufhalten und wo die Regel gilt, dass dort keine Aufträge durchgeführt werden dürfen.

The Bowery King (Laurence Fishburne) in in „John Wick: Kapitel 2“ (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Man mag wohl zu Recht einwenden, die Story sei trivial. Indes gelingt es abermals, John Wick als wortkargen, skrupellosen und schießwütigen Action-Helden zu inszenieren, der überall eine Spur der Verwüstung hinterlässt und einfach nicht zur Ruhe kommen kann. Dass der Film das Label „Keine Jugendfreigabe“ erhalten hat, ist wohl verdient, strotzt er doch vor brutaler Gewalt und rasanter Action.

„John Wick: Kapitel 2“ ist eine gelungene Fortsetzung, die non-stop spannende Unterhaltung – ohne Schnörkel – mit toll choreografierten Action-Szenen bietet. Ferner freut es einfach, dass Keanu Reeves nach einer Reihe von Flops mit diesem Franchise wieder ein echter Action-Kracher geglückt ist. Ab dem 27. Juni ist der Film für das Heimkino erhältlich und für jeden Fan des Vorgängers einen Blick wert.

Trailer

Inhalt

„John Wick: Chapter Two“ schickt Keanu Reeves ein weiteres Mal als ehemaligen Hitman in den Ring, um seine noch längst nicht eingerosteten Fähigkeiten zu demonstrieren. Der Film setzt dort an, wo der Vorgängerfilm aufhörte: Dem ehemaligen Profikiller John Wick, der sich eigentlich längst zur Ruhe gesetzt hatte, ist noch immer keine Ruhepause vergönnt. Durch den Rachefeldzug, welcher durch den gewaltsamen Tod seines Hundes ausgelöst wurde, ist das Können des Hitmans nicht nur Helen (Bridget Moynahan) sondern auch einigen zwielichtigen Leuten wieder in Erinnerung gerufen worden. Einer dieser düsteren und einflussreiche Männer ist unter anderem der Bowler King (Laurence Fishburne).

(Quelle: Concorde Home Entertainment) 

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Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (DTS-HD 7.1)
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 27.06.2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 118 Minuten

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?