Review

Heute schon die Privatsphäreeinstellungen bei Facebook kontrolliert? Warum man mit solchen Sachen wirklich nicht nachlässig sein sollte, will uns „Hacked“ von Regisseur John Moore zeigen. Ob Moore, der bereits mit Filmen wie „Max Payne“ und „A Good Day to Die Hard“ kein allzu glückliches Händchen für den Geschmack der Filmfans bewies, mit dem Cyber-Thriller „Hacked – Kein Leben ist sicher“ mehr Erfolg hat?

Zunächst trifft der Zuschauer auf den erfolgreichen Mike Regan. Großes Haus, dickes Auto, hübsche Frau und liebe Teenager-Tochter – der Mann hat wirklich etwas erreicht im Leben. Nun soll es mit seiner Firma aber noch höher hinausgehen. Er plant eine App, mit der Privatflüge gebucht werden können. Das Projekt soll außerdem an die Börse gehen. So weit, so riskant. Finanziell legt er sich mit allem ins Zeug, was er hat. Nur die personellen Mittel scheint er nicht so im Blick zu haben, denn als eine wichtige Präsentation ansteht, verlässt ihn mittendrin die Technik. Nur der zufällig anwesende IT-Jüngling Ed Porter rettet ihn in letzter Sekunde.

Offen zeigt Mike Ed seine Anerkennung und verschafft ihm einen festen Job in seinem Unternehmen. Außerdem bittet er ihn, das WLAN in seinem vernetzten Zuhause auf Vordermann zu bringen (noch so eine böse Falle…). Prompt entwickelt Ed eine recht ungesunde Zuneigung zu seinem Arbeitgeber und seiner Familie. Persönliche Grenzen? Ach was! Da holt man auch gern die 17-jährige Tochter von der Schule ab und schenkt ihr das lang ersehnte Handy. Oder taucht halt einfach uneingeladen zu einer Party auf. So nimmt das Drama schleichend seinen Gang: Ed erfährt von Mike und seiner Familie immer deutlichere Abneigung und reagiert darauf mit Cyber-Terror.

Selbst als Entwickler einer App – hier würde man vielleicht grundlegende technische Kenntnisse voraussetzen? – ist Mike dem Ganzen schutzlos ausgeliefert. Die Rolle des Techniknoobs übernimmt dabei der charismatische Pierce Brosnan ziemlich glaubhaft. Allerdings verleiht das der linear gestrickten Geschichte nicht wirklich mehr Glaubhaftigkeit. Zu oft möchte man als Zuschauer einfach nur rufen „Jetzt mach halt den Router aus!“. Sowieso gelingt es Brosnan nicht so recht, Sympathien für seinen Charakter aufzubauen. Gerade am Anfang könnte auch Mike der Bösewicht sein. Und eigentlich weiß man selbst am Schluss nicht richtig, wen man anfeuern soll. Ob das vom Regisseur gewollt war, bleibt ebenfalls im Schatten.

Dafür überzeugt allerdings James Frecheville mit seiner schauspielerischen Leistung. Vielen seiner Szenen haftet genau das Maß sozialer Unbeholfenheit an, die das Technik-Klischee mit sich bringt. Dass der Regisseur ihn dann aber in ein merkwürdiges und unrealistisches „Hacker sitzt halbnackt vor überdimensionalen Bildschirmen und wird mit Zahlen angestrahlt“-Szenario steckt … na ja, vergessen wir das.

Das perfekte Leben – mit wenigen Mausklicks aus den Angeln gehoben und bloßgestellt: „Hacked – Kein Leben ist sicher“ | Copyright: Koch Media

Obwohl die Darsteller also grundsätzlich passend gecastet wurden, können sie ihr Potenzial nicht richtig entfalten. Auch die typische Spannung eines Thrillers sucht man vergeblich. Ähnliches gilt schließlich auch für die Produktion: Settings und Ausstattung können sich in „Hacked“ definitiv sehen lassen. Schöne Häuser, abwechslungsreiche Kulissen, guter Sound – alles da. Trotzdem will der Funke wegen der eher unrunden Story nicht überspringen.

Ob sich ein Bond von ein bisschen Computerkram wohl so dermaßen aufs Kreuz legen lassen würde? Vermutlich nicht. Bei „Hacked – Kein Leben ist sicher“ zeigt sich mal wieder, dass man auch mit großartigen Ressourcen einen höchstens mittelmäßigen Film machen kann.

Trailer

Handlung

Mike Regan (Pierce Brosnan) führt das luxuriöse Leben eines Selfmade-Millionärs mit bildschöner Ehefrau, einer intelligenten Tochter, beeindruckendem „Smart Home“ und mehr Geld, als er je ausgeben kann. Seine exklusive Firma Regan Aviation steht kurz vor einem Durchbruch im Privatjet-Sektor und er vor dem Geschäft seines Lebens. Doch als seine Beziehung zu einem ehemaligen IT-Angestellten hässlich wird, sieht er seine ganze Existenz bedroht, denn heute kann jedes private Detail mit nur einem Mausklick an die Öffentlichkeit gelangen. Ed Porter (James Frecheville) geht sogar noch einen Schritt weiter …

Das perfekte Leben. Mit wenigen Mausklicks aus den Angeln gehoben und bloßgestellt. Jede finanzielle Unregelmäßigkeit, jedes unanständige Bild im Browserverlauf auf einmal öffentlich. Regisseur John Moore (MAX PAYNE, STIRB LANGSAM 5) zeigt uns eine hochaktuelle, brisante Thematik, die so mittlerweile auch jedem Durchschnittsbürger ohne Probleme zustoßen kann, wie die Nachrichten fast wöchentlich zeigen. Ex-007 Pierce Brosnan (THE NOVEMBER MAN, A LONG WAY DOWN) zeigt wieder einmal, wie breit seine schauspielerischen Fähigkeiten sind und gibt den erfolgreichen Geschäftsmann, der zum Gegenangriff übergeht, als er alles, wofür er gearbeitet hat und was er liebt, in Gefahr sieht.

(Quelle: Koch Media)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bild: 2.39:1
Untertitel: Deutsch
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Koch Media GmbH – DVD
Erscheinungstermin: 19.01.2017
Produktionsjahr: 2016
Filmlänge: 91 Minuten

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer