Review

Das Angebot an Krimi-, Thriller- und Dramaserien ist groß. Für kreative Köpfe allerdings scheinbar noch nicht groß genug und so erscheinen unerlässlich neue Veröffentlichungen am TV-Horizont. Darunter auch die dänisch-schwedisch-deutsche Co-Produktion „Greyzone – No Way Out“, deren erste Staffel ab sofort auf DVD erhältlich ist.

Worum gehts?

In „Greyzone – No Way Out (Staffel 1)“ treffen zwei Handlungsstränge aufeinander.

Während die schwedische Polizeibeamtin Eva Forsberg (Tova Magnusson) gemeinsam mit ihrem dänischen Kollegen Jesper Lassen (Joachim Fjelstrup) in Schweden einem Terroranschlag auf der Spur ist, hält Iyad Adi Kassar (Ardalan Esmaili), ein Mitglied der Terrorzelle, Software-Ingenieurin Victoria Rahbeck (Birgitte Hjort Sørensen) und ihren Sohn Oskar (Virgil Katring-Rasmussen) in deren Wohnung als Geiseln.
Der Grund: Sie soll den Terroristen – als Softwareentwicklerin eines führenden Drohnenherstellers – behilflich sein, einen Terrorangriff in Skandinavien vorzubereiten.

Der beidseitige Kampf um die jeweils unterschiedlichen Auffassungen von Gerechtigkeit und Freiheit beginnt. Und die Zeit rennt, in der sowohl die Ermittler als auch die Terroristen ihre noch fehlenden Puzzlestücke zusammensetzen müssen, um erfolgreich an ihr ganz eigenes Ziel zu kommen.

Thriller + Drama

Als Nordic Noir-Thriller greift die 10-teilige Reihe „Greyzone – No Way Out“ dabei nicht nur auf spannungsfördernde Elemente zurück, sondern weist zudem Züge eines Dramas auf.

Beginnt die erste Episode bereits binnen weniger Sekunden äußerst blutig und mit einem kleinen Schockmoment, der kurzzeitig sogar die FSK-12-Freigabe infrage stellt, dominieren im weiteren Geschehen vor allem emotionale und psychische Hintergründe der Involvierten das Geschehen. Denn „Greyzone – No Way Out“ hat sich zum Ziel gesetzt, in erster Linie ein „charakterbasiertes Drama über eine neue Weltordnung [zu sein], in der Terrorismus allgegenwärtig ist“.
Dies gelingt zuweilen gut, und es wundert nicht, dass das sogenannte Stockholm-Syndrom hier ebenso seinen Platz findet wie die ermittlungstechnische Arbeit der unterschiedlichen Polizeibehörden.

Spannung + Emotionalität

Diesbezüglich wissen auch die Schauspieler zu überzeugen, wenngleich die Dialoge einige Schwächen aufweisen. Insbesondere die dem Geiselnehmer Iyad zugeschriebenen Texte bestehen mitunter lediglich aus repetitiven Passagen, die insgesamt sehr viel abwechslungsreicher hätten ausfallen können. Zumal dadurch einige Szenen an Emotionalität einbüßen.

Die Spannung geht hingegen über die gesamten zehn Folgen nicht verloren. Gebannt verfolgt man die um Authentizität (manchmal allerdings vergeblich!) bemühte Serie, um letztendlich zu erfahren, wie die sich stetig entwickelnden Situationen schließlich aufgelöst werden.

Was zu kurz kommt

Bei der Auflösung geben sich Vorhersehbarkeiten und Überraschungseffekte die Hand, sodass das Ende nicht jeden Zuschauer gleichermaßen zufriedenstellen wird.

Ardalan Esmaili in der Rolle des Terroristen Iyad Adi Kassar in „Greyzone – No Way Out (Staffel 1)“ | Copyright: Edel:Motion

Dass die Verstrickung der Handlungsstränge ebenfalls Schauplatzwechsel zur Folge hat, steht außer Frage. Wirklich bemerken tut dies der Zuschauer aber nur bedingt, da die Atmosphäre permanent gleich bleibt und auch die kühle Farbgebung wenig variiert. Hier wäre hinsichtlich einer visuellen Abgrenzung und Abwechslung noch mehr drin gewesen.

Abschließend erweisen sich noch die Nebenhandlungen auf privater Ebene rund um die ermittelnden Protagonisten als überflüssig. Indem sie weder relevant zum Fortgang der Handlungen beitragen noch eine intensive Wirkung beim Zuschauer erzeugen oder eine Weiterentwicklung der Figuren an sich aufzeigen, sind sie verzichtbar und wirken vielmehr wie eine bewährte, aber sinnlose Zutat einer solchen Produktion.

Fazit

Trotz einiger Kritikpunkte hängt die Thriller-Serie manch einen „Mitstreiter“ ab und ist für Fans des Genres durchaus sehenswert.

Trailer

Handlung

Als die schwedische Polizeibeamtin Eva einen verdächtigen Lastwagen aus Dänemark im Hafen von Göteborg kontrolliert, macht sie eine schreckliche Entdeckung: In einem versteckten Fach findet sie einen einsatzfähigen Raketensprengkopf. Eine dänisch-schwedische Anti-Terror-Einheit wird unter der Leitung von Eva und dem dänischem PET-Offizier Jesper einberufen, um das Motiv hinter dem Fund und eine mögliche Terrorbedrohung einzuschätzen.

Bei einer internationalen Konferenz in Frankfurt trifft die Software-Ingenieurin Victoria ihren ehemaligen Kommilitonen, den attraktiven und intelligenten Reporter Iayd. Sie stimmt einem Interview in ihrer Wohnung zu, doch was eine harmlose Unterhaltung über ihre Arbeit sein sollte, wandelt sich zum Bedrohlichen: Victoria und ihr Sohn Oskar werden als Geiseln in ihrem eigenen Haus genommen. Iyad offenbart sich als Mitglied einer Terrorzelle, die einen Anschlag in Skandinavien plant. Als Ingenieurin bei einem führenden Drohnenhersteller ist Victoria für Iyad und seine Komplizen ein wichtiges Puzzlestück, um ihren Angriff durchzuführen.

„Greyzone“ ist ein charakterbasiertes Drama über eine neue Weltordnung, in der der Terrorismus allgegenwertig ist, die emotionalen Hintergründe der hierin Involvierten und den beidseitige Kampf um Gerechtigkeit und Freiheit.

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

01 Die Vereinbarung
02 Die erste Mission
03 Oskar
04 Der Code
05 Kontakt
06 Doppelagent
07 Zugriff
08 Überleben
09 Simone
10 Eine neue Welt

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Dänisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 12.10.2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 450 Minuten
Extras: Interviews mit Cast und Crew

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde