Review

Nach den Erfolgen der „Twilight-Saga“ und „Die Tribute von Panem“ klafft scheinbar eine Lücke im Fantasy-Sektor, die bereits viele Filme zu schließen versucht haben. Zu ihnen gehört auch „Fallen – Engelsnacht“.

Die auf dem Bestseller „Engelsnacht“ von Lauren Kate basierende Verfilmung bewegt sich im Romantasy-Bereich und greift auf das klassische wie beliebte Dreiecksbeziehungsgeflecht zurück. Für den Fantasy-Anstrich sorgt der Umstand, dass sich die junge Protagonistin Lucinda Price (besetzt durch Addison Timlin) zwischen den beiden gefallenen und gegensätzlichen Engeln Daniel und Cam entscheiden muss. Dabei kommt „Fallen – Engelsnacht“ – wie bereits die Romanvorlage auch – nicht ganz ohne stereotype Charakterdarstellungen aus. Entsprechend manövriert sich die Produktion unter der Regie von Scott Hicks in den Teenie-Film-Bereich.

Dies wiederum bedeutet, dass die Handlung recht oberflächlich bleibt, die Charaktere eher blass ausfallen und der Storyverlauf beinahe schon TV-Serien-Format-Züge aufweist. Weit entfernt von epischen Szenarien oder beeindruckenden Fantasy-Elementen, die beispielsweise auch in den Spezialeffekten zum Ausdruck hätten gebracht werden können, was jedoch versäumt wurde, serviert „Fallen“ somit also statt eines glitzernden Vampirs leuchtende Engel.

Potenziell gute Momente binnen der insgesamt 88 Minuten Spielzeit fallen weitgehend unter den Tisch, da es nicht gelingt, eine dazu erforderliche Nähe zwischen Figuren und Zuschauer herzustellen. Durch die temporeiche Handlung, die auf Details und Ausschmückungen meist verzichtet, sich stattdessen aber des Öfteren an Wiederholungen von (Hintergrund)informationen bedient, werden einige Charaktere nur als Randnotiz wahrgenommen oder bleiben sogar ganz unbeachtet. So sind ergreifende oder gar tragische Sequenzen zwar verhältnismäßig spektakulär inszeniert, berühren die Zuschauer aber durch eine beständige Distanz zu den Figuren kaum.

Lucinda Price (Addison Timlin) zwischen den beiden gefallenen und gegensätzlichen Engeln Daniel (Jeremy Irvine) und Cam (Harrison Gilbertson) im Romantasy-Film „Fallen – Engelsnacht“ | Copyright: Wild Bunch Germany

Der Besetzung ist dies hingegen nur bedingt zuzuschreiben. Mit dem Cast, bestehend aus den Jungschauspielern Addison Timlin, Jeremy Irvine und Harrison Gilbertson in den Hauptrollen, wurde nicht viel falsch gemacht. Orientierend am Schauspiel der „Twilight-Saga“ steht Timlin einer Kristen Stewart in nichts nach, vielmehr bedient sie sich einer ähnlichen abwesenden und variationslosen Ausdrucksweise, mit der Stewart viele Erfolge feiern konnte. Weil die Figuren insgesamt – wie erwähnt – eher blass und distanziert bleiben, fügt sich ihre Art gut in die Umsetzung des Films ein. Die Gegensätze der beiden „Engel“ kommen allerdings nur optisch und auf klischierte Weise beim Zuschauer an. Zwar spielen Irvine und Gilbertson solide ihre Rollen, insgesamt wird ihnen aber viel zu wenig Raum gegeben, um diesen auch zugleich mehr Tiefe zu verleihen. Für eine Serie sicherlich ausreichend und sogar überzeugend, wird im Film das Potenzial der Schauspieler und Figuren nicht ausgeschöpft.

Weniger Zurückhaltung zeigt man in Sachen Romantik. Hier streifen die Macher gerne auch mal die Grenze zum Kitsch – zur Freude aller Romantasy-Fans. Und genau jene dürften gerade aus diesem Grund Gefallen an „Fallen – Engelsnacht“ finden. Ihnen, der vorrangig jungen und weiblichen Zielgruppe, sei der Film daher auch als kurzweilige Unterhaltung empfohlen.

Trailer

Handlung

Nach der internationalen Bestseller-Reihe von Lauren Kate erzählt FALLEN – ENGELSNACHT von der 17-Jährigen Lucinda „Luce“ Price (ADDISON TIMLIN), die ein scheinbar ganz normales Leben führt, bis sie nach einem rätselhaften Unfall in das Internat Sword & Cross für schwer erziehbare Jugendliche geschickt wird. Gleich bei ihrer Ankunft trifft Luce auf den rebellischen Cam (HARRISON GILBERTSON) und den zurückhaltenden Daniel (JEREMY IRVINE), zwei Mitschüler, zu denen sie sich auf merkwürdige und unerklärbare Art und Weise hingezogen fühlt. Besonders zu Daniel, der ihr mit Abneigung begegnet, den Luce aber aus einer vergangenen Zeit zu kennen glaubt.
Auf sich allein gestellt und von seltsamen Visionen verfolgt, beginnt sie das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu lüften. Luce erfährt, dass Daniel und Cam gefallene Engel sind, die seit Jahrhunderten um ihre Liebe wetteifern. Am Ende geht es in einem schicksalhaften Kampf zwischen Himmel und Hölle um die wahre Liebe und Luce muss sich entscheiden…

(Quelle: Panorama Entertainment)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Wild Bunch Germany (Vertrieb Universum Film)
Erscheinungstermin: 17.11.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 88 Minuten
Extras: Behind-the-Scenes-Featurette / Trailer / Trailershow

Copyright Cover: Wild Bunch Germany



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde