Review

„Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ ist weder eine Dokumentation über die Auswirkungen von Gentechnik bei Obst noch ein Film ausschließlich für Frutarier. Stattdessen handelt es sich um einen dänischen Animationsfilm unter der Regie von Amalie Næsby Fick und Jørgen Lerdam, der auf einem Bestseller-Kinderbuch des Autors Jakob Martin Strid beruht.

Mehr für junge als für jung gebliebene Zuschauer

Die Verfilmung kommt als Mischung aus Puppen- und Computertrick daher und zeichnet sich durch bunte, klare Farben aus. Deklariert als Film für „junge und jung gebliebene Zuschauer“ begeisterte er bereits in der Jugend-Sektion „Generation“ der Berlinale die entsprechende Zuschauerschaft.

Nun erscheint „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ auch auf DVD für das Heimkino. Doch schnell wird klar: Unterhaltung für die ganze Familie bringt das kunterbunte Abenteuer nur bedingt. Vielmehr spricht der Film eher die Lego Duplo spielende Altersklasse an statt – wie andere bekannte Animationsfilme – auch ein erwachseneres Publikum abzuholen.

Dies liegt allen voran an den Hauptfiguren, Elefant Sebastian und Kater Mika.
Gerade jene erinnern stark an die Optik der Lego Duplo-Produkte und sind entsprechend zwar niedlich, aber auch äußerst knuffig-grobschlächtig und daher eher im Kinderprogramm für Fernsehanfänger zu verorten.

Der Plot

Doch nicht nur optisch, sondern auch auf sprachlicher Ebene wirkt „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ sehr kindlich. Die Dialoge sind einfach gehalten, während die Geschichte als solche zwar fantasievoll und charmant ist, gleichzeitig aber auch ohne nennenswerte Überraschungen auskommt. Entsprechend der Fokussierung auf einen sehr jungen Zuschauerkreis fällt auch die Spannung des Animations-Adventures rar aus.
Nach Ablauf der Filmlänge von 76 Minuten hinterlässt der Plot bei Zuschauern über 8 Jahren daher vermutlich eher den Eindruck von Belanglosigkeit – und lässt bei einigen vielleicht auch die Frage aufkommen, warum inmitten der sonnigen Stadt namens Sunnytown ein kleiner Elefant und ein putziger Kater die einzigen Tiere inmitten sonst menschlicher Bewohner sind.

Die positiven Aspekte

Szenebilder aus dem Animations-Abenteuer „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ (Copyright: Koch Films)

Von möglichen Antworten lenken immer wieder einige positive Aspekte von „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ ab. Denn unschwer ist zu erkennen, dass sich die Macher viel Mühe hinsichtlich der Details gegeben haben. Ob Steampunk-artige Elemente, Piraten oder Querschnittaufnahmen, die u.a. Gefährte wie die Birne oder einen Drachen Puppenhaus-mäßig aufschneiden und so einen Gesamteinblick in die „häuslichen Kulissen“ gewähren – mit diesen Ideen kann das Animations-Abenteuer durchaus punkten.

Insgesamt hätten diese guten Ansätze aber noch deutlicher in Richtung Familienunterhaltung umgesetzt werden können, dass „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ als Familienfilm seinen Platz im abendlichen Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein findet.

Fazit

Da dies versäumt wird, ist unsere Bewertung als Kompromiss zu verstehen: Während auf Fernsehanfänger (Kinder bis etwa 8 Jahren) ein großartiges, buntes Animations-Abenteuer wartet (ihnen sei der Film daher empfohlen), werden ältere Zuschauer das Ganze als zu kindisch empfinden.

Trailer

Handlung

Aufruhr im wuseligen Sunnytown: Der freundliche Bürgermeister J. B. ist verschwunden. Fällt jetzt sein Amt an seinen zwielichtigen Stellvertreter Knorzig? Kater Mika und Elefant Sebastian finden eine Flaschenpost mit einem Brief des Vermissten und einem Samenkorn. Daraus erwächst über Nacht eine überdimensionale Birne, die den beiden als Gefährt dienen soll. Zusammen mit dem exzentrischen Professor Glykose machen sie sich auf, den Bürgermeister zu retten. Auf ihrer spannenden Reise müssen sie nun allerlei Abenteuer bestehen und es sogar mit Piraten und Seeungeheuern aufnehmen.

(Quelle: Koch Films)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Dänisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 22.11.2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 76 Minuten
Extras: Kinotrailer

Copyright Cover: Koch Media GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde