Review

Mit „Die Reise der Pinguine 2 – Der Weg des Lebens“ liefert der französische Filmemacher und Antarktisforscher Luc Jacquet die Fortsetzung seiner oscarprämierten (Bester Dokumentarfilm, gekrönt bei der Oscarverleihung 2006) Herzensangelegenheit „Die Reise der Pinguine“ aus dem Jahr 2005 ab. Zwölf Jahre später kommt es also zu einem Wiedersehen mit der Antarktis und den liebenswerten Kaiserpinguinen – oder um es mit Star Wars zu sagen: „The Emperors Strike Back“. 

Der preisgekrönte Erstling von Jacquet widmet sich insbesondere den ausgewachsenen Kaiserpinguinen, deren beschwerlichen Leben in der unwirtlichen Kälte der Antarktis und den Strapazen, die mit der Fortpflanzung verbunden sind. So wandern diese faszinierenden Vögel meilenweit über das Packeis zu ihren Brutplätzen. Dort kommt es dann zu dramatischen Szenen, wenn der männliche Kaiserpinguin sich das Ei auf die Füße legt, es mit seiner Bauchfalte bedeckt, um es möglichst warmzuhalten, und es dann umherträgt. Die Mutter hat es indes nicht viel leichter, denn in dieser Zeit macht sie sich auf die Suche nach Nahrung, wofür sie ins Meer zurückkehrt.

In „Die Reise der Pinguine 2 – Der Weg des Lebens“ steht – wie der Titel ja schon verrät – der außergewöhnliche Lebenszyklus der Kaiserpinguine und vor allem deren Nachwuchs im Fokus. Wie oben schon angedeutet, besteht das Küken seinen ersten Überlebenskampf (die Ei-Übergabe) bereits, noch ehe es geschlüpft ist. Nur um anschließend in diesen lebensfeindlichen Kontinent hineingeboren zu werden, der allerhand Gefahren bereithält. Dabei beginnen die Jungvögel nach einiger Zeit – auf sich allein gestellt – instinktiv, das Leben eines Kaiserpinguins zu führen und machen sich auf den Weg zum Meer.

Jacquets zweiter Teil kann mit bildgewaltigen und spektakulären Aufnahmen der Antarktis und ihren einzigartigen Bewohnern aufwarten. Der Franzose und sein Team drehten nämlich größtenteils in 4K-Ultra-HD-Auflösung und setzten dabei auch Drohnen und Tauchboote, die mit Kameras ausgestattet waren, ein. Das Ergebnis ist, dass der Nachfolger seinen Vorgänger rein visuell um Längen übertrumpft. Die modernste Technik ermöglicht hier messerscharfe und detailreiche Bilder, die den Zuschauer jede einzelne Feder des Flaumfederkleids der Jungvögel erkennen lassen. Ferner sind die verschiedenen Bilder toll, die den Kaiserpinguin einerseits als tapsiges und tollpatschiges, aber natürlich liebenswertes Wesen an Land, andererseits als elegantes Tier bei der Fischjagd unter Wasser zeigen, wo diese großen Vögel in ihrem Element sind. Spektakulär sind auch die Landschaftsaufnahmen, die bei dieser Expedition ins ewige Eis entstanden sind.

Ein weiterer Vorteil gegenüber der deutschen Version des Vorgängers ist, dass man hier auf den schrecklichen Einsatz von Voiceover-Stimmen für die Pinguin-Eltern und –Kinder verzichtet hat, was den Erstling nämlich auf Dauer sehr albern und infantil machte und den Gesamteindruck nachdrücklich schädigte.
Im vorliegenden Teil erhalten wir Sachinformationen von einer angenehmen Erzähler-Stimme. Indes wären ein, zwei Informationen mehr sogar auch noch willkommen gewesen.

Ein Kaiserpinguin bestaunt Luc Jacquets Kamera (Copyright: Universum Film)

Auch der nervtötenden musikalischen Untermalung aus dem ersten Teil hat man sich hier entledigt, wodurch der zweite Teil insgesamt ein stimmigeres Gesamtbild hervorbringen kann.

Kritisieren kann man aber, dass die erste Hälfte der Doku doch recht redundant ist, wenn man Teil 1 schon kennt.

Insgesamt ist „Die Reise der Pinguine 2 – Der Weg des Lebens“ trotz einiger Schwächen sicherlich ein Dokumentarfilm, den man sich gerne anschaut und der die deutschsprachige Version der ersten Dokumentation der Wanderung der Kaiserpinguine überflügelt, da er nicht wie ein Kinderfilm mit sprechenden Pinguinen für die ganz kleinen Zuschauer daherkommt.

Trailer

Inhalt

Ein Wiedersehen mit der Antarktis: Zwölf Jahre nachdem Regisseur Luc Jacquet mit seinem Dokumentarfilm „Die Reise der Pinguine“ den Oscar® gewann, kehrt er in die Heimat der Kaiserpinguine zurück. Die Reise der Pinguine beginnt am Südpol von Neuem, als sich ein junger Kaiserpinguin zum ersten Mal in seinem Leben zum offenen Meer aufmacht. Niemand hat ihm und seinen Artgenossen gezeigt, wie man schwimmt, wie man taucht, wie man fischt. Doch bei seiner allerersten Entdeckungsreise ins Meer ist der junge Pinguin vom ersten Moment an in seinem Element. Bis es allerdings dazu kommen konnte, mussten es der Pinguin und seine Eltern mit all den Gefahren und Herausforderungen aufnehmen, die dieser lebensfeindliche Teil unseres Planeten bereithält. Und dann ist es so weit: Wie von einer magischen Stimme angezogen, marschiert die ganze Pinguinkolonie eines Tages vom Brutplatz los in Richtung Eismeer, um dort den ewigen Lebenszyklus ihrer Art fortzusetzen – und unser kleiner Pinguin ist mittendrin …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 09.03.2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 85 Minuten
Extras: Featurettes

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)