Review

Alles hat einmal ein Ende

Und so heißt es mit „Die Brücke – Staffel 4“ Abschied nehmen von einer erfolgreichen Krimiserie, die weltweit zahlreiche Fans gewonnen hat.

Ein letztes Mal zeigt die deutsch-skandinavische Koproduktion in acht Episoden auf, weshalb sie mittlerweile Kult-Status im Genre erreicht hat. Denn nahtlos knüpft die vierte Staffel qualitativ an die viel gelobten Vorgänger (zuletzt „Die Brücke – Staffel 3“) an.

Eindrucksvolle Atmosphäre

Schon mit Erklingen des atmosphärischen Titelsongs „Hollow Talk“ des dänischen Musikprojekts Choir of Young Believers fühlt sich der eingefleischte „Die Brücke“-Zuschauer wieder prompt wohl und „angekommen“ im Ermittlungsalltag der beiden Protagonisten Saga Norén (gespielt von Sofia Helin, die hier nicht nur ihre Schauspielkunst zum Besten gibt, sondern sich zudem als ausführende Produzentin mitverantwortlich zeigt) und Henrik Sabroe (besetzt durch Thure Lindhardt).

Dieser wird erneut in düsteren Bildern dargestellt, die – ebenso wie der Soundtrack – die Atmosphäre der Serie unterstreichen und einem Nordic Noir-Titel mehr als gerecht werden.

Dabei verliert die Serie auch den neuen Fall betreffend nichts an ihrer gewohnten Komplexität; es werden allerdings viele noch offene Handlungsstränge (zumeist auf privater Ebene der Figuren) nunmehr mit einigen logischen Denkfehlern und/oder Lücken aufgelöst. Im Gegensatz zu den vorherigen Staffeln ist dies neu. Denn bisher war man derlei Flüchtigkeiten nicht gewohnt. Es drängt sich daher der Eindruck auf, dass der Status eines Finales die Macher zu einigen übereilten Abschlüssen hinreißen lassen hat. Das führt letztendlich zu einigen unglaubwürdigen und schwer nachvollziehbaren Szenen.

Finalwürdig?!

„Die Brücke – Staffel 4“ ist also die letzte Staffel der Produktion, doch ist sie auch finalwürdig?
Die Antwort lautet: Jein.

Während der Zuschauer und Fan auf gewohnte und bewährte Trademarks der Serie nicht verzichten muss und auch die Schauspieler ein weiteres Mal überzeugend ihre Rollen mit Ecken und Kanten mimen, deutet während der gesamten Spielzeit der acht Episoden – mit Ausnahme der Abschlussszene – nur wenig auf einen finalen Schlag des Serienformats hin.

Ermitteln ein letztes Mal in „Die Brücke – Das Finale (Staffel 4)“: Sofia Helin als Saga Norén + Thure Lindhardt als Henrik Sabroe. (Copyright: Edel:Motion)

Auch wenn man sich für ein Finale etwas mehr gewünscht hätte, bietet „Die Brücke – Staffel 4“ nichtsdestotrotz natürlich dennoch über acht Stunden spannende Krimi-Unterhaltung. Ein überraschender und erhoffter Showdown, der diese Staffel von seinen Vorgängern eventuell sogar ein wenig abgesetzt hätte, bleibt allerdings aus.

Dies spiegelt auch das Bonusmaterial wider, das mit „Interviews mit den Darstellern und dem Serienschöpfer“ zwar zusätzliche Unterhaltung bietet, gleichzeitig damit aber auch nur ein übliches bzw. obligatorisches Extra serviert.

Fazit

Gut, spannend und auf hohem Niveau schließt man somit das Kapitel „Die Brücke“. Alles in allem hätte das Finale aber der Serie noch ein wenig würdiger ausfallen können. Fans werden darüber hinwegsehen – und sicherlich eine Weile brauchen, um adäquaten Ersatz zu finden.

Trailer

Handlung

Am Fuße der Brücke wird eine zu Tode gesteinigte Frau gefunden. Es handelt sich um Margrethe Thormod, die Generaldirektorin der Migrationsagentur in Kopenhagen, die kürzlich in den Skandal um eine Deportation verwickelt war. Gemeinsam mit seinem dänischen Kollegen, Jonas Mandrup, nimmt Henrik Sabroe eine Aktivistengruppe namens Roter Oktober ins Visier. Aber gibt es einen noch düstereren Plan aufzudecken?
Auch privat steht Henrik vor großen Herausforderungen: Noch immer sucht er verzweifelt nach seinen Kindern, und er vermisst seine Kollegin und Freundin Saga Norén, die wegen des Mordes an ihrer Mutter verhaftet wurde. Kann sie ihm dennoch helfen, den neuen Fall zu lösen?
In der letzten Staffel leiden Henrik und Saga beide auf persönlicher Ebene. Ihre besondere Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, und wieder einmal holen Ereignisse aus der Vergangenheit sie ein. Am Ende wird für Saga und Henrik nichts mehr so sein, wie es war…

(Quelle: Edel:Motion)

Details

Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Dänisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 07.12.2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 464 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde