Review

„… und sie lebten glücklich bis an ihr Ende“ war gestern! Regisseur Kenny Ortega setzt mit seinem Bösewichte-Mash-up „Descendants 2 – Die Nachkommen“ zum Nachschlag an. Schon der erste Teil modernisierte erfolgreich die bekannten Disney-Geschichten für ein junges Publikum. Kann die Fortsetzung daran anknüpfen?

Die vier „geretteten“ Bösewichte to be Mal, Evie, Carlos und Jay leben nun auf der guten Seite des Lebens: Während sich ihre drei Freunde recht gut eingelebt haben, hadert Mal allerdings mit ihrer neuen Rolle als Prinzen-Freundin. Sie versucht allen gerecht zu werden: brav, blond, angepasst. Sogar Ben gegenüber verbiegt sie sich, um seinen Vorstellungen (oder zumindest den Vorstellungen, die sie von ihm erwartet), gerecht zu werden.

Natürlich kann das so nicht funktionieren! Als sie dann erfährt, was bei einer großen geplanten Bootsparty passieren soll, ergreift sie kurzerhand die Flucht zurück auf die Insel. Mit dem lieben Blondchen ist Schluss. Außerdem erwartet sie in ihrer alten Heimat noch Ärger. Denn den verbliebenen Kids, allen voran Uma, Harry und Gil, schmeckt es so gar nicht, noch in dem finsteren Loch zu hocken. Die Tochter von Ursula und die Söhne von Captain Hook und Gaston schmieden den Plan, allen Inselbewohnern die Freiheit zu bringen. Dass sich Ben dazu aufmacht, seine Mal zurückzuholen, wird den Bösewichten dabei prompt in die Hände spielen.

Mehr sei dazu nicht gesagt, denn damit ist beinahe die gesamte Handlung des Films abgehandelt. Das ist direkt der größte Schwachpunkt der Fortsetzung. Alles tröpfelt ein bisschen vor sich hin und plötzlich ist die Hälfte der Spielzeit bereits vorbei. Man fragt sich: „Das soll also die Hauptstory sein?“ Diese ist also eher etwas schwach.

Auf der anderen Seite bleibt so Raum für kleine Nebenschauplätze. Wie viel sollte man sich für seinen Partner anpassen? Sind Regeln okay, wenn andere dadurch ausgeschlossen werden? Wie gestaltet man ganz unterschiedliche Interessen in Beziehungen? Diese und weitere Fragen, die genau zum jungen Publikum passen, werden angerissen.

Mal, Evie, Carlos und Jay in „Descendants 2“
(Copyright: © 2016 Disney Enterprises, Inc. All rights reserved.

Außerdem bleibt natürlich auch Raum für das, was alle Disney-Fans lieben: Musik!
Schon der erste Teil trumpfte hier auf. Zwar nicht mit vielen Anleihen aus bekannten (alten) Songs, aber mit modernen Ohrwürmern. Ein Highlight ist der Eröffnungssong „Ways to Be Wicked“, der direkt ins Ohr geht. Aber auch der Rest kann sich hören lassen. Vor allem die Stimme von China Anne McClain (als Uma) ergänzt den Cast sehr gut. Zu den eher mädchenhaften Tönen von Dove Cameron und Sofia Carson setzt sie einen knackigen Akzent. Schade nur, dass es die Interpretationen von „Poor Unfortunate Souls“ oder „Kiss the Girl“ nicht in den Film geschafft haben.

Unterm Strich kann „Descendants 2 – Die Nachkommen“ genau das, was schon der erste Teil gut machte. Nur in der Story steht er etwas hinten an. Ein jüngeres Publikum und Fans von „High School Musical“ kommen trotzdem auf ihre Kosten.

Trailer

Handlung

Angekommen im idyllischen Auradon müssen sich Mal, Evie, Carlos und Jay entscheiden, ob sie wirklich ein friedliches Leben führen wollen oder ob zu viel Böses in ihnen steckt. Vor allem Mal ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Ben, dem neuen König von Auradon, und ihrem alten Leben auf der Insel der Verlorenen. Überfordert von ihrer neuen Rolle als berühmte Vorzeigeprinzessin, flüchtet sie zurück in ihre alte Heimat. Doch auch dort hat sich so einiges geändert, denn nun hat Mals frühere Freundin und jetzt Erzfeindin Uma das Sagen: Sie plant, alle noch auf der Insel verdammten Fieslinge auf die Welt loszulassen …

(Quelle: Disney)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Italienisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Polnisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Walt Disney
Erscheinungstermin: 09.11.2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 107 Minuten

Copyright Cover: © 2017 Disney



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer