Review

Nach einem gelungenen Serienauftakt kehrt „Der junge Inspektor Morse“ in Staffel 2 zurück auf die heimischen Bildschirme. In vier neuen Folgen, verteilt auf zwei DVDs, lässt der verjüngte Ermittler des Prequels zur erfolgreichen britischen Krimireihe „Inspektor Morse“ abermals sein ganzes Geschick walten, um brisante, spannende oder gar schaurige Kriminalfälle mit Todesfolgen zu lösen.

Besonders die Episode „Nachtstück“ sticht in der zweiten Staffel positiv hervor, da durch den Schauergeschichten-Ansatz des hier inszenierten Falles die Stimmung dieses Serienformats, das in den 60er Jahren angesiedelt ist, einmal mehr untermalt wird.

Insgesamt bleibt sich die Produktion auch in der zweiten Staffel vor allem hinsichtlich der Authentizität treu. Mit zeitgemäßen Requisiten ausgestattete Kulissen, passendem Kostümdesign, gelungenen Kameraeinstellungen, die an ältere Krimiformate erinnern und Hitchckock-artig vorzugsweise das weibliche Geschlecht großäugig in Nahaufnahmen präsentieren, sowie althergebrachter Ermittlungsarbeit, welche – ohne Zuhilfenahme technischer Mittel – die Auffassungs- und Kombinationsgabe der Hauptakteure fordert, dringt der Zuschauer erneut glaubwürdig in die damalige Zeit ein.

Weniger glaubwürdig und dadurch des Öfteren nicht nachvollziehbar ist die Art und Weise, wie Morses Vorgesetzter, Chief Superintendent Bright (gespielt von Anton Lesser), die Kompetenzen seines Ermittlers beständig infrage stellt. Trotz seiner hohen Aufklärungsrate mittels einer unkonventionellen Art und Fähigkeit zum Querdenken droht Morse nicht selten der Abzug von Fällen oder die pauschale Absprache seines Könnens. Nach zwei Staffeln, in denen der Zuschauer die Herangehensweise des Protagonisten, gespielt und hervorragend besetzt durch Shaun Evans, zu schätzen gelernt hat, ist zu erwarten, dass auch seine Stellung im Rahmen der Serie an Beachtung gewinnt. Dass dem nicht so ist, überrascht und beginnt schließlich auch ein wenig zu nerven. Während dadurch zwar der „außergewöhnliche“ Charakter der Figur zum Ausdruck gebracht werden soll, büßt jene gerade aufgrund der fehlgeschlagenen Umsetzung viel an Profil ein. Es scheint, als stagniere seine Charakterentwicklung und Figurendarstellung.

Das Team aus „Der junge Inspektor Morse – Staffel 2“ (Copyright: Edel:Motion)

Dafür wächst dem Zuschauer eine Nebenfigur mehr und mehr ans Herz: Pathologe Dr. Max DeBryn (besetzt durch James Bradshaw) wirkt zunehmend sympathisch und wird in Staffel 2 verstärkter wahrgenommen.

Können seine Szenen kritiklos überzeugen, stößt man an anderen Stellen auf zuweilen langatmige Phasen. Hier hätten den nur vier Fällen mehr Tempo und einige Kürzungen gutgetan. Für all jene Zuschauer, die diese Kritik teilen, kriegt Staffel 2 am Ende jedoch wieder die Kurve, indem das offene Staffelfinale neugierig auf die Fortsetzung macht.

Alles in allem hinterlässt „Der junge Inspektor Morse – Staffel 2“ somit einen gleichsam positiven wie negativen Eindruck. Fans bleiben selbstverständlich dran, wer allerdings in der ersten Staffel nicht schon Feuer gefangen hat, der wird für den „jungen Inspektor Morse“ auch in den neuen Episoden nicht brennen.

Trailer

Handlung

Oxford. Februar 1966. Der junge Endeavour Morse ist zurück im Dienst. Doch die Folgen einer Schussverletzung machen ihm vor allem psychisch zu schaffen und haben seine Isolation noch weiter vergrößert. Trotz allem werden sein Scharfsinn und seine unkonventionellen Methoden bereits an seinem ersten Tag nach seiner viermonatigen Auszeit gefordert: Dunkle Mächte lauern unter dem allgemeinen kulturellen Hedonismus und kontrollieren Britanniens Unterwelt der 60er Jahre.

Ein rätselhafter Selbstmord, eine fast vergessene Gräueltat, ein Serienmörder, welcher Jagd auf verheiratete Frauen macht, und Korruption in den Rängen der Reichen und Mächtigen ziehen Morse und Thursday tief in ihren Bann.

Der junge Morse muss sich nicht nur diesen Geistern, sondern auch seinen eigenen Ängsten stellen. Ist er dieser Herausforderung gewachsen?

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

DVD 01:
– Der Schatz (Trove)
– Nachtstück (Nocturne)

DVD 02:
– Dunkle Mächte (Sway)
– Nimmerland (Neverland)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel:Motion
Erscheinungstermin: 17.11.2017
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 365 Minuten
Extras: Heimkino-Highlights

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde