Review

„Death Parade Vol. 3“ entführt seine Zuschauer ein letztes Mal für die Folgen 9 bis 12 in die Bar Quindecim mit ihrem mysteriösen Barkeeper Decim. An dieser Stelle soll das Konzept der Serie nicht noch einmal von Grund auf neu aufgerollt werden. Interessierte verweise ich daher auf unsere Besprechungen zu „Death Parade Vol. 1“ und „Death Parade Vol. 2“.

Relativ zu Beginn wird das Publikum (nicht zum ersten Mal) mit dem Naturell der jenseitigen Schiedsrichter vertraut gemacht und so heißt es:

1. Punkt: Was du wissen musst, ist, dass ein Schiedsrichter nicht aufhören kann, zu urteilen. Dies ist Sinn und Zweck seiner Existenz.

2. Punkt: Ein Schiedsrichter kann den Tod nicht selbst erfahren. Er würde sonst den Menschen zu nahe kommen.

3. Punkt: Ein Schiedsrichter hat keinerlei Gefühle. Er ist nichts anderes als eine Marionette.

Decim unterscheidet sich jedoch – wie zuletzt schon angedeutet –  von den übrigen Vertretern seiner Zunft und so begehrt er nun weiter gegen die obigen Regeln auf und möchte die Menschen und ihre Gefühle verstehen lernen.
Dabei hilft ihm die junge Chiyuki, die früher ein Mensch war und die ihm seit einiger Zeit als
Assistentin zur Seite steht. Die Beziehung zwischen diesen beiden Figuren und Decims Entwicklung an sich rücken deutlich in den Vordergrund, während die schicksalsentscheidenden Spiele nicht mehr so vorherrschend sind.

Der in unserer letzten Besprechung erwähnte Ginti, der ebenfalls Schiedsrichter ist, äußert hier, dass die Schiedsrichter nur leben, um zu urteilen, während die Menschen nur leben, um zu sterben. Einen tieferen Sinn gebe es dabei nicht. Decim vertritt aber die Ansicht, die Menschen sterben, weil sie gelebt haben. Er möchte mit seinen Urteilen den Verstorbenen gerecht werden.

Nachdem die letzte Kritik schon etwas zurückhaltender ausgefallen ist, kommt es auch in Bezug auf „Death Parade Vol. 3“ nicht mehr zu einer Trendwende. Die Serie schleppt sich behäbig und schwermütig über die Ziellinie. Aus den grundsätzlich interessanten weiteren Charakteren ergibt sich hier kein Mehrwert mehr; sie werden leider als belanglose Nebenfiguren verschwendet. Insgesamt sind die Folgen seit einiger Zeit zu tränenreich angelegt, ohne dabei aber so intensiv zu sein, wie in „Death Parade Vol. 1“.

Chiyuki und Decim in „Death Parade Vol. 3“ (Copyright: Universum Film / Yuzuru Tachikawa / MADHOUSE/NTV/VAP)

Damit sollen die grundsätzlich lobenden Worte zu Beginn hier natürlich nicht gänzlich relativiert werden. Der Anime verfügt über ein interessantes und außergewöhnliches Grundkonzept; fernab von jeglicher klassischer Religion baut die Serie ihre eigenen Vorstellungen und Fantasien von einem Leben nach dem Tod auf.

Visuell ist „Death Parade“ immer ansprechend und auf hohem Niveau.
Auch die deutsche Synchronisation überzeugt durchgehend. 

„Death Parade“ ist an sich recht gelungen. Einige Zuschauer wird die Story emotional irgendwann allerdings nicht mehr abholen, aber allein aufgrund der innovativen Idee ist Anime-Fans diese ungewöhnliche Serie zu empfehlen.

Trailer

Inhalt

„Willkommen in der Bar Quindecim!“ Ein besonderer Ort, wie die ahnungslosen Besucher schnell feststellen müssen. Denn hier treffen jeweils zwei frisch aus dem Leben Geschiedene auf den mysteriösen Barkeeper Decim, um sich im weiteren Verlauf ihrem postmortalen Schicksal bei einer Partie Billard, Darts oder Bowling zu stellen. Und so entwickelt sich ein grausames, schicksalsentscheidendes Do-or-Die Spiel, in dem die wahre Natur der Gäste ans Tageslicht tritt …

(Quelle: Universum Film GmbH)

Details

Sprache: Japanisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 12.05.2017
Spieldauer: 91 Minuten

Copyright Cover: Universum Film / Yuzuru Tachikawa / MADHOUSE/NTV/VAP



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?