Review

Sommer, Sonne, Strand – und inmitten dieses paradiesischen Idylls: spannende Mordfälle. Ob Tourist oder Einheimischer, dem Tod entkommt auf der fiktiven Karibikinsel Saint Marie so leicht keiner. Anders sieht es da mit den Tätern aus, denn das Team aus „Death in Paradise“ ist auch in Staffel 6 ambitioniert am Ermitteln.

Wie schon in Staffel 4 kommt die Serie auch in Staffel 6 nicht ohne personelle Umstrukturierungen aus. Das innovative Setting und die damit einhergehenden bisherigen Qualitäten der Krimiserie stehen somit abermals im Schatten von Besetzungswechseln. Was „Death in Paradise“ einst von anderen Krimiformaten abgehoben hat, scheint der Produktion nun zum Verhängnis zu werden, denn auch diesmal trifft es eine der Hauptfiguren, die durch Kris Marshalls Ausstieg (als Begründung gab jener nämlich die Diskrepanz zwischen seinen Langzeitaufenthalten am entfernten Drehort und sein damit auf der Strecke bleibendes Familienleben an) Ersatz fordert. Eine bittere Pille, die der Zuschauer und Fan da schlucken muss, hat „Death in Paradise“ damit doch bereits zwei gute „Detective Inspector“-Darsteller verschlissen.

Gegen Ende der sechsten Staffel tritt also nun mit DI Jack Mooney (Ardal O’Hanlon) ein neues Gesicht auf. Wie sich die Figur allerdings noch entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Bis dato kann jedoch noch keine Rede davon sein, dass jener die Vorgänger adäquat ersetzt; es fehlen die Eigenheiten, die Ecken und Kanten des Charakters sowie prägnante Merkmale, die nicht selten bislang für humorvolle Spitzen gesorgt haben.

Wenigstens die Amtszeit und der Handlungsstrang von und mit DI Humphrey Goodman (Kris Marshall) wird hier hervorragend abgeschlossen und gewährt neben den Krimi-Aspekten der Serie auch einen kleinen, aber feinen Einblick in das Privatleben des Charakters. Die in diesem Handlungsstrang angeschnittene Romantik wirkt durch den dezenten Einsatz auch in einer Krimiserie nicht fehl am Platz, sondern ermöglicht der Rolle einen sanften Ausstieg.

Wäre daher inhaltlich nun Platz, um die Nebenfiguren und den neuen Hauptermittler weiter auszuarbeiten, wird diese Chance leider weitgehend vertan. Vor allem die neueren Gesichter Florence Cassall (gespielt von Joséphine Jobert) und J.P. Hooper (gespielt von Tobi Bakare) bleiben auch in den vorliegenden zehn Folgen eher blass, während altbekannte Nebenfiguren wie Officer Dwayne Myers (Danny John-Jules) kaum nennenswerte Nebenhandlungen zugesprochen bekommen. Letzterem soll zwar mit einem Familienbesuch in London mehr Profil gegeben werden, allerdings werden die damit einhergehenden Möglichkeiten nicht ausreichend genutzt.

Erneuter Besetzungswechsel in Staffel 6 bei „Death in Paradise“: Kris Marshall geht, Ardal O’Hanlon kommt (Copyright: Edel:Motion)

Generell bleibt der kurzzeitige Schauplatzwechsel (von der Karibikinsel hin nach London) nur mäßig effektiv. Stattdessen birgt er Vor- und Nachteile, die bei den Fans der Serie wohl die Meinungen spalten werden. Durchbricht man mit diesem Ausflug für die Doppelfolge „Tod an Bord (1 & 2)“ einerseits das gewohnte Setting, vernachlässigt man andererseits damit genau das, was die Serie bislang ausgemacht hat. Auch das humoristische Potenzial, das sich z.B. durch die gegensätzlichen klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen der beiden Schauplätze ergeben hätte, wird nicht ausgeschöpft und beschränkt sich auf minimale und gleichzeitig vorhersehbare Gags.

Bei all der Kritik darf man jedoch nicht die guten Seiten von „Death in Paradise“ vergessen, die letztlich dafür sorgen werden, dass gespannt Staffel 7 erwartet wird. Durchdachte, abwechslungsreiche Mordfälle, auf das Wesentliche reduzierte Ermittlungsarbeit, ein insgesamt harmonisches Team und das serieneigene Flair, das sich von Staffel 1 an durch die Produktion zieht, rechtfertigen erneut (und immer noch) den Ausnahmestatus der Serie in diesem Genre und die Etablierung in der mittlerweile sehr weiten Krimilandschaft. In diesem Überangebot herauszustechen, gelingt „Death in Paradise“ auf ein Neues. Fans greifen somit zu, sollten vom Neuzugang jedoch in Staffel 6 noch nicht allzu viel erwarten.

Trailer

Inhalt

DI Humphrey Goodman und sein Team sind zurück und stehen auf der wunderschönen Karibikinsel Saint-Marie vor einigen kniffligen Rätseln. Einmal erwischt es den Präsidenten des lokalen Cricket-Clubs, ein anderes Mal einen Wissenschaftler – und schließlich führt ein besonders verzwickter Fall die Ermittler sogar bis nach London …
Doch es ist nicht nur die Arbeit, die den Ermittlern zu schaffen macht: Detective Inspector Humphrey Goodman erwartet sehnsuchtsvoll die Rückkehr einer alten Bekannten aus dem fernen London, JP ist gerade frisch verheiratet und fühlt sich den Anforderungen des Ehelebens ganz und gar nicht gewachsen und Florence Cassell wird derweil vom Tod einer ehemaligen Schulfreundin überrascht. Und als wäre das nicht genug, steht dem Team der Abschied eines liebgewonnenen Kollegen bevor.
Schaffen es die Ermittler auch diesmal, zwischen komplizierten Fällen und ihrem häufig noch komplizierteren Privatleben in der karibischen Sonne einen kühlen Kopf zu bewahren?

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

DVD 01
– Erschütterungen
– Über den Klippen

DVD 02
– Die einsame Insel
– Cricket im Blut

DVD 03
– Tod an Bord (1)
– Tod an Bord (2)

DVD 04
– Sankta Ursula
– Späte Rache

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 21.07.2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 414 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde