Review

„The Notorious“ Conor McGregor ist nicht nur ein ausgesprochenes Großmaul und eine schillernde und polarisierende Persönlichkeit, sondern eben auch ein hochdekorierter Mixed Martial Arts-Kämpfer. Womöglich ist er sogar das heißeste Eisen, das die UFC (Ultimate Fighting Championship), also der weltweit größte MMA-Veranstalter, überhaupt zu bieten hat.

So kann der Ire schon auf einige beeindruckende Leistungen in seiner MMA-Karriere zurückblicken:
Bereits recht kurz nach seinem UFC-Debüt im Jahr 2013 war Conor für einen Titelkampf im Federgewicht gegen den zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre lang ungeschlagenen brasilianischen Kämpfer José Aldo vorgesehen. Dieser – von äußerst großer medialer Aufmerksamkeit begleitete – Fight musste von Aldo jedoch verletzungsbedingt abgesagt werden. Kurzerhand schnappte sich McGregor daher den Interim Featherweight-Championship (Übergangstitel) in einem hart umkämpften Duell mit Chad Mendes (UFC 189: Mendes vs. McGregor).

In spektakulärer Manier sollte er sich anschließend aber auch noch zum Undisputed Champion im Federgewicht krönen, denn als der Kampf mit dem vermeintlich unbesiegbaren José Aldo (UFC 194: Aldo vs. McGregor) doch noch stattfand, kam, sah und siegte der Ire. Conor McGregor fügte Aldo eine schmerzliche Niederlage zu und setzte dessen (gefühlt) ewiger Siegesserie in einem gerade mal 13-Sekunden-Kampf ein jähes Ende. Im Übrigen sicherte er sich damit auch mal eben den Rekord für den schnellsten Knockout in der Geschichte der UFC-Titelkämpfe. 

Anschließend widmete sich McGregor einer längeren Fehde mit Weltergewicht-Fighter Nate Diaz – ein ähnlich rotznasiger Typ wie McGregor selbst. Um für diesen Kampf zwei Gewichtsklassen aufzusteigen, musste er einiges an Gewicht zulegen. Den Kampf (UFC 196: McGregor vs. Diaz) konnte überraschenderweise Diaz für sich entscheiden, nachdem Conor gefühlt die Oberhand hatte. Im Rematch (UFC 202: Diaz vs. McGregor 2) zwischen den beiden konnte McGregor sich aber durch eine Mehrheitsentscheidung der Punktrichter den Sieg sichern.

Bei „UFC 205: Alvarez vs. McGregorkonnte sich McGregor dann gegen UFC Lightweight Champion Eddie Alvarez den nächsten UFC-Rekord sichern: Er ist der erste UFC-Champion, der Titel aus zwei Gewichtsklassen gleichzeitig gehalten hat.

Von besonderem medialen Interesse war aber natürlich auch der Kampf „Floyd Mayweather Jr. vs. Conor McGregor“, alias „The Money Fight“ oder noch pathetischer „The Biggest Fight in Combat Sports History“. Hier trat MMA-Fighter McGregor in einem klassischen Boxkampf gegen Floyd Mayweather an – jener konnte im Übrigen alle seine 50 Profi-Boxkämpfe gewinnen. In diesem Spektakel unterlag Paradiesvogel McGregor durch technischen K.O.

Das alles und noch etwas mehr ist – jedenfalls in Kürze – zu sehen in der Dokumentation „Conor McGregor: Notorious“ von Regisseur Gavin Fitzgerald. Der Dokumentarfilm wurde über einen Zeitraum von vier Jahren gedreht und zeigt sowohl die Anfänge des Iren als auch die oben genannten Highlights. Dabei sehen wir gerade zu Beginn einen Träumer McGregor, der mit seiner Freundin Dee Devlin noch bei seinen Eltern in Dublin wohnt und nicht einmal seine Rechnungen begleichen kann.

Das größte Manko von „Conor McGregor: Notorious“ ist jedoch die mit knapp 90 Minuten zu kurze beziehungsweise nicht ausreichend pointierte Laufzeit. Vieles wirkt hier einfach überhastet. Gerade der Kampf gegen Eddie Alvarez oder auch „The Money Fight“ werden in kürzester Zeit abgearbeitet. Letzterer wird quasi nur im Abspann angedeutet. Auch über den Menschen McGregor weiß man nach dem Ansehen des Filmes nicht erheblich mehr als zuvor. Intime, sympathische Augenblicke mit Frau, Kind oder Jugend-Ikone Arnold Schwarzenegger bleiben überschaubare Ausnahmen. Fitzgerald ist sichtlich darum bemüht, seinen Protagonisten als Lichtgestalt in Szene zu setzen. Da sind McGregors wenig geistreichen Auswüchse oft nicht unbedingt von Vorteil.

Conor McGregor im extravaganten Dreiteiler – wie man ihn kennt. (Copyright: Universum Film)

Das soll aber alles nicht heißen, dass es sich nicht lohnt, sich dieses kurzweilige Dokumentarfilmchen anzusehen. Gerade UFC-Fans und noch vielmehr McGregor-Fans dürften ihre Freude daran finden, dem Champion bei seinem Training zuzusehen und ihn kurz vor oder nach seinen größten Kämpfen in der Kabine zu erleben. Stimmungsvoll und mit ausreichend Zeit widmet sich der Film vor allem auch den Kämpfen „McGregor vs. Diaz“, denn hier kann man den Iren schließlich auch (kurz einmal) hadernd und am Boden und sich wieder aufrichtend sehen. Ungeachtet dessen kommt auch McGregors extravaganter Lebensstil zu keiner Zeit zu kurz.

Wer viele der oben genannten legendären „Schlachten“ allerdings nicht gesehen hat, muss noch einen weiteren Wermutstropfen verkraften: Enthalten ist hier kein einziger der Kämpfe in voller Länge; auch nicht in den Extras. Als Bonus finden wir lediglich eine weitere Doku über potenzielle künftige UFC-Stars („The Fighting Irish“).

„Conor McGregor: Notorious“ hätte daher durchaus noch Luft nach oben gehabt, kann man sich aber dennoch mal anschauen.

Trailer

Inhalt

Conor McGregor ist der größte Star in der Geschichte des Mixed Martial Arts. „Conor McGregor: Notorious“ wurde über einen Zeitraum von vier Jahren gedreht und ist der einzigartige All-inclusive-Bericht über Conors kometenhaften Aufstieg vom Sozialhilfeempfänger, der im Gästezimmer seiner Eltern in Dublin wohnt, zum Gewinner mehrerer UFC-Gürtel und siebenstelliger Preisgelder in Las Vegas. Mit exklusivem Zugang, nie zuvor gezeigten Momenten und mitreißendem Kampfmaterial ist dies der ultimative Blick hinter die Kulissen auf eine sportliche Ikone und ihren spektakulären Aufstieg von ganz unten nach ganz oben.

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 16.02.2018
Spieldauer: 90 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Oh, du glaubst, Dunkelheit ist deine Verbündete? Für dich ist Finsternis eine Waffe. Ich wurde in ihr geboren. Von ihr geformt. Ich habe das Licht erst erblickt, als ich bereits ein Mann war. Damals hat es mich nur geblendet!" (BANE, The Dark Knight Rises)