Review

Im Süden Frankreichs geht es erneut heiß her, denn zehn neue Mordfälle stehen nun, bereits kurz nach Erscheinen der dritten Staffel, auf dem Programm der Power-Blondine Candice Renoir in Staffel 4.

Die nach der Titelfigur benannte Krimiserie „Candice Renoir“ stand von der ersten Episode an unter dem Motto „Mörderjagd mit Chic und Charme“ und setzte zudem durch ihren Krimi-Dramedy Ansatz neue Akzente im Genre, in dem sich kurzerhand der „Chick Crime“ als neuer Stil herausbildete. Das damit präsentierte Alleinstellungsmerkmal wurde allerdings in den bisherigen drei Staffeln mal mehr und mal weniger intensiv dargeboten; oftmals blieb diesbezüglich viel Potenzial verschenkt – und auch in Staffel 4 ist der Umgang mit der eigentlich vielversprechenden Ausrichtung der Serie nur bedingt zufriedenstellend.

Dabei ist es aktuell aber einmal nicht die nachlässige Art und Weise, wie man den Chick-Crime Ansatz der Serie berücksichtigt, sondern vielmehr die Betonung und gleichzeitige Negation des Ganzen, das sich bereits am Cover abzeichnet, kommt dieses doch erstmals mit weitaus weniger weiblichen und rosa Nuancen aus. Verursacht wird dies inhaltlich dann durch die eingebaute Charakterentwicklung der Protagonistin, die nicht länger das vermeintlich naive Klischee-Blondchen sein und stattdessen ernster und seriöser wahrgenommen werden möchte. Was einer Produktion durchaus guttun könnte, bringen Charakterentwicklungen doch viele Serien weiter voran, verkommt hier zu einem Dauerthema, das den gesamten Ansatz von „Candice Renoir“ in einzelnen Episoden infrage stellt.

Da darüber hinaus die privaten Geschehnisse rund um das Ermittlerteam an Relevanz gewinnen, findet die Ermittlungsarbeit eher beiläufig statt. Nichtsdestotrotz sorgen die einzelnen Mordfälle für spannende Minuten, doch vor allem Fans der „Soap-Opera“-Attitüde der Serie und ihrer Darsteller werden in Staffel 4 auf ihre Kosten kommen. Der Grund dafür ist das zunehmend engere Verhältnis zwischen der Hauptfigur (gespielt von Cécile Bois) und ihrem Teamkollegen Antoine Dumas (gespielt von Raphaël Lenglet).

Mehr als Arbeitskollegen? Candice Renoir (Cécile Bois) und Antoine Dumas (Raphaël Lenglet) in „Candice Renoir – Staffel 4“ | Edel:Motion / Fabien Malot

Überraschend, dramatisch und tragisch fällt schließlich das Staffelfinale aus, das so einige Kritikpunkte der Staffel in nur wenigen Sekunden wieder etwas verblassen lässt.
Was genau passiert, soll aus Spoilergründen natürlich an dieser Stelle nicht verraten werden, aber es sei erwähnt, dass dieser Abschluss den Zuschauer kalt erwischt und definitiv neugierig auf Staffel 5 macht.

Denn so sehr man auch die positiven und negativen Seiten dieser „Chick Crime“ diskutieren kann, so steht am Ende einer jeden Staffel fest, dass insbesondere durch die sympathischen Figuren und Schauspieler die nächsten Folgen einfach geschaut werden müssen.

Trailer

Handlung

Die sympathische und sehr feminine Hauptkommissarin, Candice Renoir, löst mit Charme, Humor und originellen Ermittlungsmethoden Kriminalfälle im sonnigen Süden Frankreichs.

Die vierte Staffel von Candice Renoir steht ganz im Zeichen der Überraschungen: Mit Antoine Dumas wird ein geschätzter Kollege der außergewöhnlichen Hauptkommissarin befördert und verlässt das Team. In einem Gerichtsprozess, in dem Candice als Zeugin geladen ist, werden ihre unkonventionellen Ermittlungsmethoden zum Anlass genommen, ihre Aussage und Beweisführung zunichte zu machen.

Doch es kommt noch schlimmer: Ein Fall führt sie in ihre Heimat, den Norden Frankreichs. Dort scheint ihre eigene Mutter, die sie seit zwanzig Jahren nicht gesehen hat, in eine Mordserie verstrickt zu sein.

Ebenso turbulent verläuft das Liebesleben der Ermittlerin: Da wäre die Beziehung zum hinreißenden David Canovas. Doch ist das Verhältnis zwischen Candice und ihrem Kollegen Antoine wirklich nur rein beruflicher Natur? Und auch der Leiter der Kripo ihrer Heimatstadt wirkt äußerst charmant …

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

Disc 01:
01 Kein Verrat ist unverzeihlich
02 Der Zweifel ist der Weisheit Anfang
03 Unser größter Feind sind wir selbst
04 Vorsicht ist besser als Nachsicht

Disc 02:
05 Aus den Augen, aus dem Sinn
06 Wie die Mutter, so die Tochter
07 Die ganze Wahrheit verschweigt man besser
08 Kein Rauch ohne Feuer

Disc 03:
09 Seine wahren Freunde erkennt man erst im Unglück
10 Auge um Auge und die Welt erblindet

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 06.10.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 505 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde