Review

Wenn man den folgenden Filmtitel „Börning – The Fast & The Funniest“ – oder im norwegischen Original schlicht „Børning“ – unaufmerksam liest, kommt dabei vielleicht etwas wie „Boring“, also englisch für „langweilig“ heraus. Dabei soll es in den folgenden 90 Minuten eine Actionkomödie über illegale Straßenrennen zu sehen geben, die Groß und Klein begeistert. Quasi ein Film, der sich irgendwie um schnelle Autos, schöne Mädchen, Familie und Dramatik dreht.

Zunächst beginnt die Story dabei mit einer kleinen Rückblende: Der autoverrückte Roy mit seiner schwangeren Freundin im Auto. An einer Straßenkreuzung dann der ewige Rivale, der zu einem Rennen aufruft – das Roy leider verliert. Doch nicht nur das, er baut mitsamt Freundin auch noch einen Unfall, und während die beiden noch kopfüber im Auto festsitzen, platzt die Fruchtblase.

Zurück zur Gegenwart. In Roys Leben hat sich die Frau geändert, die Liebe aber blieb gleich: Autos! Doch der geplante Arbeitsendspurt an seinem geliebten Ford Mustang droht zu platzen, als die Ex seine mittlerweile im Teenageralter befindliche Tochter Nina vor dem Spanienurlaub bei ihm ablädt. Obwohl sich das junge Mädchen ganz offensichtlich für ihren Vater und sein Hobby begeistern kann, schiebt er sie an die Seite. Eins führt zum anderen und schließlich findet sich Roy nach einigen Ereignissen in einem 2200-km-Rennen einmal quer durch Norwegen wieder. Und das Tochterkind soll bitte schön zu Hause bleiben.

Das schmeckt Nina allerdings so gar nicht, und so kommt es dazu, dass Roy gezwungenermaßen mit Nina durchs Land heizt. Dabei kommt es zu allerlei Zwischenfällen: Polizeikontrollen, Rivalitätskämpfe, lebensbedrohliche allergische Schocks und vergessene Quittungen. Irgendwie – alles und nichts?
Egal, welchen Bestandteil der Geschichte man als Hauptteil betrachtet, immer scheint alles nur halbgar ausgearbeitet zu sein. Da wäre zum einen der Rennanteil. Dieses illegale Langstreckenrennen erinnert eher an eine gemischte Fahrradkolonne, bei der niemand die Schweden leiden kann (warum eigentlich?). Auch der wiederkehrende Zwist mit der Polizei verleiht „Börning“ weder mehr Dramatik (warum kommt am Ende dieses Großaufgebot für nur fünf Autos?) noch mehr Spaß (warum können Polizisten kein Autoradio bedienen?).

Besonders halbgar wirkt allerdings die Vater-Tochter-Beziehung. Roy wirkt in seiner Rolle als Vater nicht einfach nur unbeholfen, sondern dämlich bis gemein. Und erhält dennoch die bedingungslose Liebe seiner Tochter, die mitten in der Pubertät steckt? Das ist nicht nur eindimensional, sondern beinahe fiktional. Aber vor allem lässt diese Story den Zuschauer einfach nur kalt. Sogar die eigentlich recht emotionale Randstory um einen kranken Rennteilnehmer wirkt eher aufgesetzt (und nimmt am Ende eine ganz unlustige Wendung …).

Illegale Straßenrennen sind Thema in der Actionkomödie „Børning – The Fast & The Funniest“ (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Wenn schon die Story nicht viel hermacht und im besten Fall einfach fade ist, dann kann man sich „Börning“ immerhin gut angucken. Zwischendurch gibt es immer mal wieder sehr schöne Naturaufnahmen. Auch die Kamerafahrten sind gut gemacht und passen zu einem Action-Format. Technisch kann der Film also durchaus etwas.

Auch was die Filmmusik angeht, sind unterhaltsame Ansätze zu erkennen, auch wenn es hier und da ruhig etwas mehr hätte sein dürfen.

Alles in allem wollte „Børning“ viel, liefert am Ende aber nichts richtig ab. Schade, aber so bleibt es dann wohl doch beim ersten Eindruck und eher „Boring“.

Handlung

Ein Gruppe von Autoliebhabern organisiert ein illegales Straßenrennen einmal quer durch Norwegen – von Oslo bis zum Nordkap. Für die Strecke von über 2200 km machen sich 26 Fahrer bereit, die nicht nur technisch sondern auch persönlich an ihre Grenzen stoßen werden.

Die erste Actionkomödie über illegale Straßenrennen aus dem hohen Norden – ganz nach Art von „Auf dem Highway ist die Hölle los“ und „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ mit einem Hauch „The Fast and the Furious“ und „Taxi“.

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Norwegisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 25.11.2016
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 90 Minuten

Copyright Cover: Studio Hamburg Enterprises



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer