Review

„Blair Witch“ (2016) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm des Filmemachers Adam Wingard. Es handelt sich dabei um eine Fortsetzung des Films „Blair Witch Project“ aus dem Jahre 1999.

Die Protagonisten des Found Footage-Filmes (typisch: die „Wackelkamera“; die Aufnahmen werden vom Akteur selbst gemacht) sind allesamt mit (weitgehend) unbekannten und unverbrauchten Gesichtern (James Allen McCune, Callie Hernandez, Brandon Scott u.a.) besetzt. Vermutlich, um es dem Zuschauer schwerer zu machen, vorherzusagen, wen es als erstes „treffen wird“.

Inhaltlich lässt sich „Blair Witch“ wie folgt zusammenfassen:
Der junge James findet eines Tages auf „YouTube“ Videoaufnahmen und meint darin seine schon lange vermisste Schwester Heather zu erkennen. Er beschließt daraufhin, sich gemeinsam mit seinen Freunden Peter, Ashley und Lisa auf die Suche nach Heather zu machen. Lisa rüstet die Freunde dafür mit technischem Equipment aus. Außerdem filmt sie auch selbst mit einer Videokamera die Suche, um später einen Dokumentarfilm anzufertigen.

Die Gruppe möchte sich den Weg von den beiden Jugendlichen Talia und Lane, die die Videoaufnahmen in einem Wald fanden und das Material anschließend bei „YouTube“ einstellten, zeigen lassen, obwohl diese einen sonderbaren Eindruck machen.

Die jungen Leute begeben sich schließlich in den Wald. Aufgrund der Strapazen der Suche errichten sie dort ein Lager für die Nacht. Darauf folgend kommt es zu merkwürdigen Ereignissen und die Gruppe Teenager muss sich einem harten Überlebenskampf stellen …

Was sich hier in dieser kurzen Zusammenfassung klischeebeladen anhört, ist es dann wahrlich auch!
Die Grundstory ist das Horrorfilm-Klischee schlechthin: Eine Gruppe Jugendlicher geht in den Wald und kommt nicht mehr heraus.
Dazu kommt noch, dass es der Film einem nicht leicht macht, Empathie für die Akteure zu entwickeln, da diese allzu blass und schablonenhaft dargestellt werden und den ganzen Film über nicht wirklich an Profil dazugewinnen.

Etwa die ersten 20 Minuten des Filmes dümpelt die Handlung nur so dahin, obwohl der Film mit etwa 89 Minuten Spielzeit ohnehin keine übermäßig üppige Länge aufweist. Auch noch bis zur Hälfte der Spieldauer ist „Blair Witch“ mit einem kaum unterhaltsamen Spannungsaufbau zugange. Bis sich dann typischerweise auf einmal draußen „etwas bewegt“ und die übernatürlichen und dämonischen Geschehnisse ihren Lauf nehmen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht verschweigen, dass ich bei einer Szene – ein Zelt flog gerade im hohen Bogen weg – auch lauthals lachen musste; das war sowohl für mich befremdlich, als auch ganz sicher nicht im Sinne des Erfinders.

Stilistisch ist „Blair Witch“ freilich auch alles andere als ein Augenschmaus.
Zunächst gehen die verwackelten Aufnahmen in diesem Found Footage-Film mit der Zeit mehr und mehr auf die Nerven. Das mag sicher noch eine Geschmacksfrage sein, aber ich habe es auf Dauer als enervierend empfunden.

Lisa Arlington (Callie Hernandez) in „Blair Witch“ (Copyright: STUDIOCANAL)

Ebenso unerträglich sind die (mitunter) völlig unnötigen ständigen „Jump-Scares“, die zumeist auch noch von irgendeinem der Mitstreiter hervorgerufen werden. Mir ist dabei vollkommen bewusst, dass derlei Überraschungseffekte ein wesentlicher Grundbestandteil von Horrorfilmen sind. Die eigentliche Kunst besteht nur darin, sie nicht so billig zu verschleudern.

Auch wird eine irgendwie geartete Zeitschleife angedeutet, die für den Film aber ohne erhebliche Bedeutung bleibt.
Gleichwohl kommt ganz zum Ende des Filmes auch noch (ein wenig) Spannung auf. Das vermag den Film dann aber auch nicht mehr zu retten.

Die Empfehlung lautet: Finger weg!

Trailer

Inhalt

20 Jahre nachdem Heather Donahue und ihre beiden Freunde in „The Blair Witch Project“ in den Black Hills Wäldern verschwanden, macht sich Heathers Bruder James (James Allen McCune) zusammen mit seinen Freunden Peter (Brandon Scott) und Ashley (Corbin Reid) und der Filmstudentin Lisa (Callie Hernandez) auf, die Umstände des Verschwindens zu erforschen. Dass sich der Gruppe zwei Einheimische anschließen, um sie durch die Wälder zu führen, stimmt sie zunächst zuversichtlich. Doch schon bald wird ihnen klar, dass die Legende um die Hexe von Blair furchterregender ist, als sie es sich je hätten vorstellen können …

(Quelle: Studiocanal)

Blair Witch – Homepage

Details

Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: STUDIOCANAL
Erscheinungstermin: 09.02.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 90 Minuten

Copyright Cover: Studiocanal



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?