Review

In dem Horrorfilm „Bedeviled“ von den Regisseuren Abel Vang und Burlee Vang stammt die tödliche Gefahr aus einer App. Die beiden Vang Brüder folgen damit einem Trend, der sich zuletzt auch schon in Filmen wie „Unknown User“, „Unfriend“ oder auch „Puls“ manifestiert hat, nämlich Horrorfilme mit modernen und insbesondere sozialen Medien zu verbinden.

Inhaltlich ist der Teenie-Horrorfilm recht schnell erzählt: Nachdem die junge Nikki (Alexis G. Zall) auf mysteriöse Art und Weise verstirbt, wird ihre beste Freundin Alice (Saxon Sharbino) von ihrem Handy eingeladen, eine mysteriöse App herunterzuladen; auch der weitere enge Freundeskreis der Toten, bestehend aus Cody (Mitchell Edwards), Dan (Brandon Soo Hoo), Haley (Victory Van Tuyl) und Gavin (Carson Boatman), erhält eine Einladung zu dieser App, die von Nikkis Handy zu stammen scheint. Es soll sich herausstellen, dass hinter der Killer-App namens Mr. Bedevil eine teuflische, übernatürliche Macht steckt, die die persönlichsten und schlimmsten Ängste der fünf befreundeten Teenager kennt (das erinnert doch zumindest entfernt an Freddy Krueger, der in den Albträumen der Kinder der Elm Street auftaucht). Fortan terrorisiert Mr. Bedevil die Jugendlichen und das Grauen beginnt.

Wer jetzt bereits der Auffassung ist, das klingt nicht nach dem ganz großen Wurf, der hat sicherlich nicht Unrecht. Zugegebenermaßen passiert etwa die erste halbe Stunde der Spielzeit nicht sonderlich viel und der Film plätschert gemächlich dahin. Dann kommt „Bedeviled“ jedoch peu à peu in Fahrt und es mehren sich Szenen zum Gruseln mit effektiven Schockmomenten, wobei die Filmemacher wirksam mit verschiedenen Perspektiven arbeiten. So richtig spannend oder fesselnd wird es aber leider nie, da der Film auch immer recht vorhersehbar bleibt. Die vorhandenen spannenden Szenen sind (teilweise) aber so gut inszeniert, dass sie dem geneigten Horror-Fan einige Gänsehautmomente bescheren.
Wie so häufig in diesem Genre übertreibt es auch „Bedeviled“ mitunter mit dem Einsatz von Jump scares; auch wenn einige durchaus ihren Zweck erfüllen und zumindest eingesetzt werden, wenn wirklich etwas Böses unmittelbar bevorsteht (nicht so wie zuletzt bei „Blair Witch“).

Erfrischend ist hier, dass die Brüder Vang mit ihrem Film ausschließlich versuchen, den Zuschauer auf der psychischen Ebene zu packen. Übertriebene Gewaltdarstellung, Blutvergießen bzw. Splatter sind hier Fehlanzeige. Wer es auf derartige Elemente anlegt, wird mit „Bedeviled“ nicht auf seine Kosten kommen.

Kritikpunkte gäbe es hier sicherlich noch einige, aber wir wollen uns nun noch auf einige beschränken.
Es ist schon nicht nachvollziehbar, warum die Teenager die „Killer-App“, die sie überhaupt nicht kennen, allesamt herunterladen und über einen derart langen Zeitraum nutzen. Ferner mutet es noch seltsamer und naiver an, dass die fünf Freunde die App auch alle behalten, nachdem sich bereits merkwürdige und surreale Geschehnisse ereignet haben. Entgegen aller Erwartungen plaudern die jungen Leute relativ unbekümmert mit ihrem „neuen Freund“ Mr. Bedevil und kommen erst nach etwa einer Stunde auf die Idee, zumindest zu versuchen, die App zu löschen oder ihre Handys zu zerstören.

Szene aus „Bedeviled“ (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Die Charaktere sind dabei (größtenteils) genretypisch recht austauschbar und oberflächlich; indes muss man hervorheben, dass die jungen SchauspielerInnen mit dem wenigen, das sie an die Hand bekommen haben, noch recht viel anfangen. Klischeehaft mutet es auch an, dass die Teenies kaum eine Sekunde ohne ihre Smartphones auskommen.

Leider ist auch das Ende des Filmes, ähnlich wie der Anfang, schwach und wenig überraschend.

Es ist verständlich, dass die Filmemacher – gerade im Horror-Segment – sich darum bemühen, neue Medien in ihre Werke einzubeziehen, um eine Verbindung zu der Lebenswirklichkeit des Publikums herzustellen. Im Grunde bleibt es hier aber bei diesem (guten) Ansatz, da es keine nennenswerte Hintergrundstory zu der App gibt, um sich auf die Geschichte so richtig einzulassen.

„Bedeviled“ ist damit ein technisch solider Teenie-Horrorfilm, der sich eher für das jüngere Horror-Publikum anbietet.

Trailer

Inhalt

Die heutige Jugend, wie auch Alice und ihre Freunde, ist von ihren Smartphones besessen. Die neuste App Siri-like bietet außergewöhnlich schnelle Hilfe und gibt mehr als eine simple Antwort zu einem Restaurant. Sogar viel mehr! Die App entwickelt sich im Laufe der Zeit zum schlimmsten Albtraum und terrorisiert ihre Nutzer bis zum Tod.

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 24.03.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 99 Minuten

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



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Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?