Review

Während wir noch über Umweltverschmutzung, Ozonlöcher und Ressourcenknappheit sprechen, sind die schlimmsten denkbaren Schreckensszenarien in „Battle for SkyArk“, einem amerikanischen Film, der unter der Federführung von Simon Hung entstanden ist, erschreckende Realität geworden.

Details erfährt der Zuschauer in einer kleinen animierten Rückblende zu Beginn des Action- und Sci-Fi-Films:
Da die Erde verseucht wurde und der Menschheit keine Lebensgrundlage mehr bietet, wurde „SkyArk“, die Weltraum-Arche, gebaut. Nur ist dort nicht für alle Überlebenden genug Platz, sodass die Regierung von SkyArk beschloss, alle verwaisten Kinder zu verbannen. Dagegen lehnen sich jedoch einige Rebellen auf – und verlieren ihren Kampf. Während die meuternden Eltern ermordet werden, wird deren Kindern eine noch schlimmere Strafe zuteil: Sie werden gebrandmarkt und ebenso auf die Erde verbannt. Dort droht ihnen täglich der Tod durch Monster, die nun die Erde bevölkern. Nur schwer schlagen sich die Kids in dieser rauen Umgebung durch.
Ein bisschen Hoffnung gibt ihnen nur die Prophezeiung, die sich Rusty, der erste Verbannte, ausdachte: Sie müssen die geheimnisvollen, magischen blauen Tropfen finden, die ihnen ihr Überleben sichern und irgendwann wird ein Junge mit 13 Schandmalen erscheinen, der sie retten wird.

Abgesehen von der Optik hat der Film mehr Baustellen als Glanzmomente. (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Abgesehen von der Optik hat der Film mehr Baustellen als Glanzmomente. (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Dieser Junge scheint nun Rags zu sein. Rags Vater, ein anscheinend besonders schlimmer Rebellenführer, opfert seinen Sohn für den größeren Zweck und wird dann vor den Augen des ungefähr 13-Jährigen erschossen. Davon recht unbeeindruckt versucht sich der unsichere Junge nun auf der Erdoberfläche zurechtzufinden – und scheitert schon an den Erwartungen, die die anderen Kinder an ihn, den Auserwählten, haben. Kaum erscheint Rags auf der Erde, geht im Camp der Kinder alles so langsam den Bach herunter. Wird sich Rags seiner Verantwortung stellen können und zu dem Held werden, den die Verlassenen wirklich brauchen?

Soweit die Geschichte, die sich Simon Hung als erstes komplett eigenständiges Projekt vorgenommen hat und die definitiv einiges Potenzial besitzt, schließlich stehen Endzeitszenarien derzeit hoch im Kurs.
Die versprochene Qualität hält sich zunächst auch optisch auf sehr hohem Niveau: Auch wenn das Budget eher schmal war, erzeugen großartige Filmsets, detailverliebte Kostüme, Make-Up und schließlich auch die Kameraführung eine tolle Stimmung. Besonders Letztere zeugt von großem Talent und besitzt, was Bildführung und Schnitt angeht, einiges Potenzial. Gerade im Blu-ray-Format werden diese Bilder auch noch in bester Qualität geliefert. Doch leider erschöpfen sich die positiven Worte zu „Battle for SkyArk“ hier.

Denn auch wenn der Plot selbst interessant ist, weist die Geschichte einige logische Fehler auf. Diese können weder durch die schauspielerische Leistung noch durch die Synchronisation ausgeglichen werden: Natürlich kann der Zuschauer von Kindern, die bisher filmisch keine besonderen Erfolge oder überhaupt Erfahrungen sammeln konnten, keine oscarreifen Leistungen erwarten, aber das, was hier geboten wird, ist einfach unterdurchschnittlich. Der Antiheld Rags beispielsweise nimmt am Geschehen kaum Anteil – dabei ist er zumindest Zeuge (wenn nicht gar Auslöser!) einiger dramatischer Wendungen. Die meiste Zeit steht er taten- und sprachlos daneben. Allerdings ist das auch gar nicht so übel, denn wenn sich die Kinder zu Wort melden, kommen zum Teil äußerst merkwürdige Dialoge zustande. Es sei nur angemerkt: Wellen brechen nicht an den Strand … Aber gut, diese Fehler, die sich in den Untertiteln in den Extras teilweise fortsetzen, seien erst mal der Übersetzung geschuldet. Hölzern und unnatürlich bleiben die Dialoge dennoch.

Rags (Caon Mortenson) der Prophezeite oder doch nur der unerfahrene Sohn eines Rebellen? (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Rags (Caon Mortenson) – der „Auserwählte“ oder doch nur der unerfahrene Sohn eines Rebellen? (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Leider führen diese Mängel zusammen mit der abgehakten und viel zu schnellen Erzählweise zum vollkommenen Verpuffen jeglicher Spannungsmomente. Und dass der Zuschauer am Ende nicht mal einen Kampf um SkyArk zu sehen, sondern nur einen halbfertigen Cliffhanger vorgesetzt bekommt, setzt dem Ganzen die Krönung auf.

„Battle for SkyArk“ hatte das Potenzial, zumindest ein Publikum, das beispielsweise auch Kinohits wie „Die wilden Kerle“ oder den Serienklassiker „The Tribe“ verschlungen hat, in seinen Bann zu ziehen – doch mehr als ein paar schöne Bilder stecken in diesem Endzeit-Abenteuer leider nicht.

Trailer

Handlung

In nicht allzu ferner Zukunft ist die Erde zu einem kranken und gefährlichen Ort geworden, beherrscht von bizarren Monstern. Die Menschen haben sich in den Orbit geflüchtet und bewohnen nun SkyArk, eine künstliche Stadt in der Erdumlaufbahn. Doch bald wird es zu eng auf SkyArk und nur die Starken und die Reichen erobern sich das Bleiberecht. Arme und Schwache wie z.B. Waisenkinder werden auf der Erde entsorgt. Rags Vater zettelt einen Aufstand gegen die Mächtigen an, doch er wird erschossen. Sein Sohn wird zur Sühne mit 13 Schandzeichen gebrandmarkt und zur Erde geschickt. Dort gibt es unter den Kindern eine Prophezeiung. Sie besagt, dass ein Junge mit 13 Malen kommen wird, um sie alle zu retten. Aber Rags ist nur der unerfahrene Sohn eines Rebellen …

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Format: PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 09.06.2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 88 Minuten

Copyright: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer