Review

In „Bad Moms“ von den Regisseuren Jon Lucas und Scott Moore („21 & Over“), die vor allem für den Comedy-Hit „Hangover“ verantwortlich sind, wurde das Publikum mit den drei Bad Moms, der attraktiven Protagonistin Amy Mitchell (Mila Kunis), der zu Beginn braven und biederen Kiki (Kristen Bell) und der frivolen und offenherzigen Carla (Kathryn Hahn), bekannt gemacht. Hier hatte es das Dreigestirn insbesondere mit der spießigen Übermutter Gwendolyn James (Christina Applegate) zu tun. Letztere kam mit der Attitüde der überarbeiteten Mütter so überhaupt nicht zurecht, die sich vorgenommen hatten, dem Alltagswahnsinn einfach mal gemeinschaftlich den Stinkefinger zu zeigen.

Mit „Bad Moms 2“ – im Original treffender mit „A Bad Moms Christmas“ betitelt – liegt nun das Sequel derselben Filmemacher vor.

Im vorliegenden zweiten Teil protestieren die Bad Moms weniger gegen das Dasein einer – vermeintlich – perfekten Mutter an sich, sondern gegen die überspannten Erwartungen, die vor allem während der Weihnachtszeit an Mütter gestellt werden. Indes hat die Dreiercombo die Rechnung ohne die eigenen Mütter gemacht. Denn jene kommen über die Feiertage zu Besuch. Dass das Trio zuvor jeweils eigene Pläne für ein gemütliches Beisammensein mit den Kids gemacht hat, interessiert die (Groß-)Muttis Ruth (Christine Baranski), Isis (Susan Sarandon) und Sandy (Cheryl Hines) herzlich wenig, denn jene haben ihre eigenen Vorstellungen für die perfekten Feiertage im Gepäck. Da ist das Chaos vorprogrammiert.

Viel mehr gibt es über den Inhalt von „Bad Moms 2“ auch schon nicht mehr zu sagen. Der Film ist ein ganz typisches „Holiday-Sequel„. Der erste Teil stellte – zumindest für eine bestimmte Zielgruppe – noch eine erfrischende Neuerung dar, weil derartige Buddy-Komödien zumeist männliche Akteure beinhalten (vgl. aus der jüngeren Vergangenheit nur die „Hangover-Trilogie“, „Männertrip“ mit Russell Brand und Jonah Hill, „Stichtag“ mit Robert Downey Jr. und Zach Galifianakis oder auch „Daddy’s Home – Ein Vater zu viel“ mit Will Ferrell und Mark Wahlberg in den Hauptrollen). Während sich der erste Teil dabei recht amüsant, hier und da frech und derb, der Super-Mütter-Thematik widmet und humorvoll zeitgemäße Probleme abarbeitet, wo die Mütter versuchen, Kids und Karriere unter einen Hut zu bringen, fällt die Fortsetzung recht plump und unbeholfen aus. Den Feiertagsstress haben wir schon zigfach – und vor allem auch in besseren Filmen – gesehen.

Gerade die Mütter der Bad Moms sind mit Christine Baranski (insbesondere bekannt aus der Rolle der Beverly Hofstadter als Mutter von Leonard in „The Big Bang Theory„), der großen Susan Sarandon („Dead Man Walking – Sein letzter Gang“, “ Wall Street: Geld schläft nicht“) und Cheryl Hines („Die nackte Wahrheit“) zwar exquisit besetzt, doch das hilft nicht darüber hinweg, dass der Film nur über eine äußerst maue Handlung und so gut wie keine zündenden Gags verfügt.

Die drei Bad Moms Carla (Kathryn Hahn), Amy (Mila Kunis) und Kiki (Kristen Bell) aus „Bad Moms 2“ (Copyright: Tobis Film)

Zu Beginn ist die Handlung eigentlich völlig überdreht und die jungen Frauen pfeifen abermals auf alle Regeln. Außerdem ist jede einzelne Figur regelrecht überzeichnet und schematisch. Während die eine (Groß-)Mutter unbedingt eine – unerwünschte – riesige Weihnachtsfeier veranstalten muss und die andere ausgerechnet das Haus gegenüber der Familie kaufen will, ist die dritte lediglich eine Schnorrerin, die ihre Tochter nur ausnehmen will. Das hält die Macher aber nicht davon ab, diese Grundkonstellation am Ende zu unerträglichen und unpassenden „Emotional Talks“ zu führen, die scheinbar unabdingbar sind, selbst für die seichteste und abgeschmackteste Komödie. Dass man hier vom Zuschauer Empathie für derart überzeichnete Figuren erwartet, ist geradezu höhnisch. Es fragt sich, warum eine derartige Komödie nicht einfach bei ihrem Metier bleiben – sprich bis zum Ende albern und überdreht sein kann.

„Bad Moms 2“ ist ein überaus schaler Neuaufguss ohne Esprit, in dem allenfalls die motivierten Darsteller(innen) für eine gewisse Unterhaltung sorgen.
Für große Fans von Teil 1 womöglich erträglich; alle anderen schauen sich etwas anderes an.

Trailer

Inhalt

Die dauergestressten „Bad Moms“ Amy, Kiki und Carla pfeifen auf traditionelle Perfektion und wollen sich dieses Jahr dem alljährlichen Weihnachtsvorbereitungs-Wahnsinn samt allen hochgesteckten Erwartungen entziehen, indem sie für ihre Familien eine ganz besondere Bescherung planen. Die Hoffnungen der drei scheinen jedoch schneller als erwartet zu platzen, als sie plötzlich mit ihrem wohl schlimmsten Weihnachtsalbtraum konfrontiert werden: ihren eigenen Müttern! Die tauchen nicht nur unverhofft (und ungeladen!) auf, sondern treiben mit ihren Schrullen und Macken alle an den Rand des Wahnsinns. Es kommt zum ultimativen Duell zwischen Müttern und Töchtern. Trotz des ungewissen Ausgangs steht eines bereits jetzt fest: Dieses Weihnachten wird niemand so schnell vergessen …

(Quelle: Tobis Film)

Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS HD 5.1 Surround), Englisch (DTS HD 5.1 Surround)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Tobis Film / Universum Film
Erscheinungstermin: 09.03.2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 104 Minuten
Extras: Trailer / Teaser / Making Of / Featurettes / Interviews / Meet the Crew / Gag Reel / Deleted Scenes / Bildergalerie / B-Roll

Copyright Cover: Tobis Film



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)