Review

Mit „Anne Holt – Der Mörder in uns (Staffel 2)“ folgt die Fortsetzung der Krimi-/Thrillerserie „Modus – Der Mörder in uns (Staffel 1)“.

Als weitere Romanverfilmung der norwegischen Autorin Anne Holt (in diesem Fall das Werk „Die Präsidentin“ aus der „Yngvar-Stubø“-Reihe) steht diese hier nun also auch namentlich Patin für die vorliegende Veröffentlichung.

Prominente Verstärkung

Neu ist auch, dass mit „Sex and the City“-Star Kim Cattrall sowie den beiden namhaften männlichen Schauspielern Greg Wise und Billy Campbell der bisherige Cast, bestehend u.a. aus Henrik Norlén (auch zu sehen in „Arne Dahl“, „Blutsbande“, „Kommissar Beck“) und Melinda Kinnaman (u.a. „Der Adler“, „Die Brücke“), ergänzt wird.

Sie alle geben ihr Bestes, doch wie bereits in Staffel 1 wird ihr vorhandenes Potenzial nicht ausgeschöpft.

Durchwachsene Story

Das liegt vor allem an der eher durchwachsenen Story der zweiten Staffel.
Aufgeteilt auf acht Episoden à 45 Minuten setzt die Handlung auf für das Genre bekannte und beliebte Themen wie Scham, Verrat und Rache und bettet diese in ein eigentlich Spannung versprechendes Setting:

Während eines Staatsbesuches in Stockholm verschwindet US-Präsidentin Helen Tyler plötzlich spurlos. Auf der Suche nach ihr sehen sich das FBI und die Polizei einem Feind gegenüber, der mehr Macht besitzt, als sie sich je vorstellen könnten …
Indes zwingt die unerwartete Gegenwart von Warren Schifford, Inger Johannes ehemaligem Mentor beim FBI, jene dazu, sich schmerzhaften Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit zu stellen.

Von Spannungsarmut, Längen und Plausibilitätsverlust

Regisseurin Lisa Siwe, bekannt für ihre Arbeit an Genre-Größen wie „Die Brücke“ oder „Wallander“, gelingt es jedoch nicht, Spannung zu erzeugen und Emotionen beim Zuschauer zu wecken.
Durch unnötige Längen, unlogisches Figurenverhalten, oft zu wenig authentische Züge und ein immer mal wieder zu langes auf der Stelle treten, verpasst „Anne Holt – Der Mörder in uns (Staffel 2)“ die Gelegenheit, in die Tiefe zu gehen und seine Zuschauer vollständig in den Bann zu ziehen. Zudem bleibt eine Distanz zwischen Publikum und Figuren bestehen, sodass auch die Emotionalität in entsprechenden Momenten ebenso auf der Strecke bleibt wie das Entwickeln von Mitgefühl für einzelne Figuren.

Allzu emotional fällt obendrein das Schauspiel in den dafür prädestinierten Szenen nicht aus. Und auch das führt zum Verlust der Authentizität und Nachvollziehbarkeit.

Ernüchterung am Schluss

Auf der Suche nach der US-Präsidentin in „Anne Holt – Der Mörder in uns (Staffel 2)“ | Copyright: Edel:Motion

Zwar nimmt die Komplexität der Handlung von Folge zu Folge augenscheinlich zu, doch dies scheint den Machern und somit der zweiten Staffel insgesamt zum Verhängnis zu werden. Indem der Schluss sehr zügig abgehandelt wird und sich die Logikfehler respektive die unlogischen, wenig authentischen Szenen gegen Ende mehren, bleibt der Zuschauer eher ernüchternd zurück und enttarnt die möglich gewesene Komplexität als zu oberflächlich.

Hier wäre deutlich mehr drin gewesen, zumal auf einige überraschende Wendungen nicht verzichtet wurde. Doch trotz prominenter Verstärkung innerhalb der Besetzung und einer erfahrenen Erfolgs-Regisseurin, hat der Markt in diesem Genre deutlich sehenswertere und vor allem packendere Krimi- und Thrillerserien zu bieten. Eventuell kann eine dritte Staffel hier eine Schippe drauflegen.

Trailer

Handlung

Während eines Staatsbesuches in Stockholm verschwindet US-Präsidentin Helen Tyler (Kim Cattrall) plötzlich spurlos und auf rätselhafte Weise. Unter der Leitung von Polizeikommissarin Roos machen sich Inger Johanne (Melinda Kinnaman) und Ingvar (Henrik Norlén) auf die Suche nach der Wahrheit.

Die unerwartete Gegenwart von Warren Schifford (Greg Wise), Inger Johannes ehemaliger Mentor beim FBI, zwingt sie dazu, sich schmerzhaften Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit zu stellen. Dabei sehen sich FBI und Polizei einem Feind gegenüber, der mehr Macht besitzt, als sie sich je vorstellen könnten. Eine Macht – so stark, dass sie alles zu zerstören droht. Und die Zeit wird knapp …

(Quelle: Edel:Motion)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 12.10.2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 354 Minuten
Extras: Interviews mit den Darstellern

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde