Review

Pünktlich zum Heimkino-Start von „A Kind of Murder“ haben wir uns den psychologischen Thriller bzw. „Neo-Noir“-Film unter der Regie des britischen Filmemachers Andy Goddard angesehen.

Hauptdarsteller des Films ist Patrick Wilson. Mancher wird jetzt noch fragen, wer denn Patrick Wilson ist, doch Filmfreunde und Serienfans lässt er inzwischen aufhorchen. Denn der US-amerikanische Schauspieler hat schon einige tolle Rollen vorzuweisen, wie etwa als Nite Owl II in „Watchmen – Die Wächter“, als Ed Warren in dem ausgezeichneten Horrorfilm „Conjuring – Die Heimsuchung“ oder aber als Lou Solverson in der brillanten zweiten Staffel der Erfolgsserie „Fargo“.

Auch daneben sehen wir einen durchaus namhaften Cast, so tummeln sich hier etwa noch Jessica Biel („Blade: Trinity“, „The Illusionist“, „Total Recall“) oder auch Vincent Kartheiser, den man vor allem aus der Serie „Mad Men“ oder dem Film „In Time – Deine Zeit läuft ab“ kennt.

Inhaltlich lässt sich „A Kind of Murder“ wie folgt resümieren: Wir befinden uns im New York der 1960er Jahre. Walter und Clara Stackhouse (Patrick Wilson und Jessica Biel) wirken wie das perfekte Bilderbuch-Ehepaar der amerikanischen Vorstadt. Der Schein trügt jedoch. In der Ehe der Stackhouses kriselt es gewaltig, denn die depressive und eifersüchtige Clara macht Walter schwer zu schaffen. Für den erfolgreichen Architekten entwickelt sich das beschauliche Vorstadtleben zu einem Sehnsuchtsort. In den Abendstunden widmet sich der Hobby-Schriftsteller enthusiastisch dem Verfassen von kurzen Kriminalgeschichten. Als Walter einen Zeitungsartikel über den Buchhändler Kimell (Eddie Marsan) entdeckt, der verdächtigt wird, seine eigene Frau ermordet zu haben, ist er davon wie berauscht. Der Siegertyp Walter malt sich aus, wie es wohl wäre, wenn er sich seiner Gattin entledigte. Dies käme ihm gerade recht, hat er sich doch nach einer Party im Hause Stackhouse auf eine Affäre mit der attraktiven Jazz-Sängerin Ellie Briess (Haley Bennett) eingelassen. Wie es der Zufall so will, wird Clara Stackhouse kurz darauf tatsächlich tot aufgefunden, nachdem sie ihre im Sterben liegende Mutter besuchen wollte. Zunächst deutet alles auf einen Suizid hin, aber eine Spur äußerst belastender Indizien deutet auch auf Walter, der sich von da an den energischen Ermittlungen des Detectives Lawrence Corby (Vincent Kartheiser) ausgesetzt sieht.

So viel vorweg, „A Kind of Murder“ ist herrlich nostalgisch in Szene gesetzt. Hier stimmt einfach alles, von den stilvollen Kostümen über die klassische Karosserie bis zur musikalischen Untermalung.

Überhaupt wirkt der Thriller beinahe wie ein Liebesbrief an frühere Zeiten; zahlreiche Charakteristika der klassischen Ära des Film noir greifen hier. Vor allem die Art der Kriminalität, also der Mord an der Ehefrau, ist geradezu ein Kernelement. Nicht weniger ins Bild passt Walter Stackhouse als klassischer Antiheld mit seinen ungewöhnlich bösartigen und moralisch fragwürdigen Motiven und seiner Besessenheit. Zuletzt ist auch die Aufklärung des Verbrechens durch nur einen einzigen Polizeikommissar geradezu typisch.

Walter (Patrick Wilson) und Clara Stackhouse (Jessica Biel) in „A Kind of Murder“ | Copyright: Universum Film

Der Cast ist – wie erwähnt – weitestgehend zielsicher besetzt.
Jessica Biel gibt glaubwürdig die gleichermaßen eifersüchtige, gefühlskalte, zynische sowie pessimistische Ehefrau, während die attraktive und verführerische Haley Bennett hier ohne Weiteres als Femme fatale durchgeht. Patrick Wilson repräsentiert wunderbar den „White Collar“-„All-American“-Typ eines Ehemannes, der dem Vorstadtleben gleich auf mehreren Ebenen entfliehen möchte. Lediglich Vincent Kartheiser als hartgesottener Polizist wirkt schon ob seiner Erscheinung nicht ideal besetzt. Allerdings vermittelt auch er durchaus glaubwürdig das Bild eines Mannes, der wie besessen die Mörder aufspüren will.

Die maßgebliche kritische Würdigung ist jedoch, auch nach all den lobenden Worten, dem Abschluss vorbehalten. Für einen guten Thriller fehlt es einfach erheblich an Wendungen; es lässt sich sogar derart zuspitzen: es mangelt an allen Ecken an Spannungshöhepunkten. Am Ende hinterlässt einen der Film leider enttäuscht und es stellt sich gerade aufgrund der visuellen Klasse bzw. der durchgestylten Bilder das Gefühl ein, dass da deutlich mehr drin gewesen wäre.

Trailer

Inhalt

New York, 1960: Walter Stackhouse ist erfolgreicher Architekt, doch seine unglückliche Ehe macht ihm das Leben schwer. Als der passionierte Hobby-Krimiautor auf einen Zeitungsartikel über den Buchhändler Marty Kimmel stößt, der verdächtigt wird, sein Frau ermordet zu haben, ist er wie besessen von der Geschichte. Der brutale Mord entfesselt Walters dunkelste Fantasien und entfacht in ihm den Wunsch, sich von seiner Frau Clara (Jessica Biel) zu befreien, um ein neues Leben mit seiner Affäre, der charmanten Jazzsängerin Ellie, zu beginnen. Als Clara eines Tages dann tatsächlich tot aufgefunden wird, sieht es zunächst nach Selbstmord aus. Oder hat Walter doch etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun?

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 12.05.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 96 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
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Warum denn so ernst?