Review

In „47 Meters Down“ des Regisseurs Johannes Roberts begleiten wir die Schwestern Kate (Claire Holt) und Lisa (Mandy Moore) in ihren Mexiko-Urlaub, wo die beiden eine tolle Zeit verleben wollen – doch nur vermeintlich. Denn wie sich herausstellen soll, dient ihre Schwester Kate Lisa nur als Trostpflaster, da sie kürzlich von ihrem Freund verlassen wurde. Sie sei ihm zu langweilig gewesen. Um sich dem Ruf einer Langweilerin zu entledigen, geht Lisa mit ihrer draufgängerischen Schwester auf eine Party, wo die beiden auch prompt zwei junge Männer kennenlernen.

Den beiden Jungs gelingt es denn auch, die jungen Frauen noch zu einem weiteren Abenteuer zu überreden: Sie wollen mit ihnen zum „Shark Cage Diving“ aufbrechen und sich die eindrucksvollen Tiere aus nächster Nähe ansehen. Widerwillig stimmt die verunsicherte Lisa zu, damit sie ihrem Freund Beweisfotos liefern kann, die belegen sollen, dass sie ganz und gar nicht langweilig ist. Das für den Trip auserkorene Boot gehört dem Kapitän Taylor.

Hier bekommen wir gemessen daran, dass wir einen Tierhorrorfilm ansehen, wider Erwarten mit Matthew Modine,  der den Taylor mimt, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Schließlich kennen wir Modine etwa aus Rollen in „Stranger Things“, „The Dark Knight Rises“ oder auch „Hitler – Aufstieg des Bösen“.

Aber weiter im Text: Das Boot macht einen äußerst zweifelhaften Eindruck und der normale Menschenverstand sollte einem sagen, dass dieser Ausflug mit Vorsicht zu genießen ist. Alle wesentlichen Bestandteile sind verrostet und es krächzt und ächzt an allen Ecken. Doch Lisa lässt sich von der willensstärkeren Kate abermals dazu überreden, ihre Grenzen auszutesten. So begeben sich die Schwestern in den Tauchkäfig und kurzfristig haben die beiden auch eine schöne Zeit und genießen die Unterwasserwelt.

Für alles, was dann folgt, liefert der Titel des Filmes mehr als nur einen Fingerzeig …

Der Beginn ist für einen Horrorfilm geradezu typisch. Die ersten etwa 30 Minuten sollen wir die Hauptfiguren kennenlernen und, obwohl sie wie klischeehafte Abziehbilder daherkommen, möglichst Sympathie zu ihnen entwickeln – das gelingt freilich nur mit geringem Erfolg. Im Übrigen bietet der Film auch die typischen Zutaten und wir wissen natürlich von vornherein, worauf das Ganze hinauslaufen wird.

Dennoch kommt dann der Gesamteindruck eines Survival-Horror-Filmes zustande, den man hinterher nicht bereut, angeschaut zu haben. Das liegt vor allem daran, dass der Filmemacher gekonnt mit den natürlichen Ängsten des Zuschauers spielt und eine äußerst beklemmende und klaustrophobische Stimmung entwickelt. Ein netter Nebeneffekt dessen, dass sich die Frauen hier unter Wasser befinden und sparsam mit ihrer Luft umgehen müssen, ist, dass wir nicht von einem permanenten Kreischen malträtiert werden – sehr erfrischend!

Kate und Lisa im Tauchkäfig in „47 Meters Down“ (Copyright: Universum Film)

In einem Hai-Film sieht man sonst auch alle möglichen Varianten von schlecht gemachten CGI-Haien, wohingegen die vorliegenden mitunter durchaus lebensnah wirken, auch wenn sie sich womöglich nicht immer realistisch verhalten; aber insofern ist man bei einem Survival-Horror-Film ja gerne verzeihend.

Nicht zuletzt hat der Regisseur noch einen netten Twist zum Schluss eingebaut, auf den hier aus Spoilergründen natürlich nicht näher eingegangen werden soll.

Obwohl das Thema schon zigmal aufgegriffen worden ist, schafft es der Film dennoch, kurzweilig und vergnüglich zu sein. Eingefleischte Fans von Tierhorrorfilmen greifen hier womöglich noch höher ins Regal und vergeben noch einen Stern mehr. Dass der Film die Erwartungen aber durchaus erfüllen konnte, zeigt sich auch daran, dass er wirtschaftlich – bei verhältnismäßig kleinem Budget – jedenfalls in den Staaten ein voller Erfolg war und die Macher daher schon das Sequel „48 Meters Down“ planen – gute Nachrichten für Genre-Enthusiasten.

Trailer

Inhalt

Während ihres Mexikourlaubs beschließen Kate und Lisa, dass sie neben Jungs und Partys noch ein weiteres Abenteuer erleben wollen – Haitauchen. Leider entscheiden sich die Freundinnen für den falschen Ausflug. Was zunächst als eine einmalige Erfahrung beginnt, entpuppt sich schnell zum absoluten Horrortrip. Nachdem sich der Käfig vom Boot löst, stranden sie in 47 Metern Tiefe. Gefangen in ihrem rostigen Tiefseegefängnis beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Umzingelt von weißen Haien müssen Kate und Lisa den Aufstieg zur Oberfläche schaffen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht.

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 01.12.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 97 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?