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13. Mai 2015

Leipzig – nicht nur zum WGT ein Besuch wert! (Teil 2)

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Verfasst von: Ivonne
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Nachdem wir im ersten Teil unseres WGT-Duos schon einige Tipps zum pfingstlichen Leipzig-Besuch ohne ein goldenes Ticket mit euch geteilt haben, wisst ihr nun, wo ihr die tollsten Outfits entdecken könnt, am besten nach Fotos fragt oder wo ihr euch selbst stylish einkleiden könnt. Von Kopf bis Fuß auf die dunkle Seite der Unterhaltung eingestellt kommen nun noch ein paar Geheimtipps, die euren Leipzig-Besuch kulturell ein bisschen aufmöbeln!

Natürlich trumpft die kleine Großstadt mit einigen großen Sehenswürdigkeiten auf. Da wäre natürlich als allererstes das Völkerschlachtdenkmal, das zwar schon reichlich imposant, aber auch ein bisschen ab vom Schuss ist.
Berühmt ist Leipzig außerdem noch für sein Gewandhaus, das Grassimuseum mit mehreren Sammlungen, das direkt dem Bundeskanzleramt unterstehende zeitgeschichtliche Forum oder das Panometer, das weltweit das größte 360°-Gemälde ausstellt – derzeit übrigens eine Aufnahme von Leipzig „in den Wirren der Völkerschlacht“ aus dem Jahr 1813.

Wer sich ein bisschen abseits des Mainstream bewegen und außerdem eventuellen Enttäuschungen entgehen will – schließlich werden diese großen Veranstaltungsorte zum Teil auch für ausschließliche WGT-Events genutzt – sollte seinen Wissensdurst vielleicht in einem dieser Einrichtungen stillen:

Für Bücherfreunde:

Die „Buchstadt Leipzig“ hat ihren wirtschaftlichen Höhepunkt zwar bereits überschritten, die Deutsche National Bibliothek zusammen mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum bietet Bibliophilen jeder Façon allerdings dennoch einiges! Ob Ausstellungsbesuch – derzeit beispielsweise „Kafka im Künstlerbuch“ oder „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“ – oder einfach nur im Lesesaal schwelgen und den heimeligen Duft alter Bücher einatmen.

Für Hobbymediziner:

Wer sich statt mit Bücherwürmern lieber mit echten Problemen im echten Leben befassen möchte, findet in Leipzig direkt Hilfe. Im Sächsischen Apothekenmuseum Leipzig erfährt der Besucher, wie der Alltag eines Apothekers so ausgesehen hat oder bekommt fachkundige Hilfestellung zum Selbstpressen von Pillen.

Im Sächsischen Psychiatriemuseum bleibt wohl eher Hilfe durch Abschreckung: Hier können nicht nur Krankheitsbilder studiert werden, auch berühmte Fälle – wie der von Johann Christian Woyzeck – werden in den Räumlichkeiten illustriert.

Für Historiker:

Für zeitgeschichtlich Interessierte wird Leipzig eine wahre Fundgrube sein! Durch Größe und Lage entwickelte sich hier reges Regierungstreiben bis 1989.

Zu Besichtigen ist heute beispielsweise die Stasi-Außenstelle Leipzig, die übrigens das WGT zum Anlass nimmt, auf die Verfolgung von Gruftis zu DDR-Zeiten aufmerksam zu machen. Die umfassende Ausstellung „Kinder der Nacht“  ist exklusiv vom 22.-25.05. für freien Eintritt zu besichtigen.

Darüber hinaus gibt es im Museum in der „Runden Ecke“ ehemalige Büros der Stasi-Offiziere zu besichtigen oder staatlichen Terror in der zentralen Hinrichtungsstätte der DDR hautnah zu erleben.

Etwas außerhalb von Leipzig ist im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche noch ein Stasi-Bunker zu besichtigen.

Für Horror-Fans:

Wem DDR-Realität nicht schauderlich genug ist, findet in Leipzig zwar keinen Dungeon … aber dafür hat es was viel Besseres!
Wirklich schauderlich sind die Folterinstrumente, die im Kriminalmuseum des Mittelalters aus- und vorgestellt sind.

Und nur richtig Hartgesottenen empfehlen wir einen Besuch im Clown-Museum Leipzig – Dipetos Welt der Clowns e. V.

Für Freiluftfanatiker:

Wer sich Ende Mai nicht mit vielen anderen in engen Museen drängen, sondern Sonne und Natur genießen will, sollte vielleicht über eine Freiluftaktivität nachdenken.

Leipzig bietet neben den schon in Teil 1 erwähnten Parks auch noch einige sehenswerte Friedhöfe.

Prominenter sind sicherlich nur noch die „Lost Places„, die schon Marc Mielzarjewicz erkundet und in seinem Buch „Lost Places Leipzig: Verborgene Welten“ festgehalten hat.
Dort könnten sich auch erstaunlich viele Festivalbesucher herumtreiben, passt ja doch irgendwie ins Beuteschema der WGTler. Frische, Patchouli geschwängerte Luft gibt garantiert.

Für Pragmatiker:

Kultur und Genuss liegen so nah! Abseits aller Starbucks-Einheitsplörre verbindet das Museum zum Arabischen Coffe Baum des Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig beides zur Perfektion! Das dort beherbergte älteste Kaffeehaus Deutschlands schenkt Kaffee ein und Wissen im angegliederten Museum aus. Besser kann ein Tag auf dem WGT nicht enden, oder?

Mit diesem leckeren Tipp kommen wir fast schon zum Ende. Wer allerdings viel erlebt, hat am Ende des Tages auch einen Bärenhunger. Da käme eine Portion Leipziger Allerlei oder eine leckere Lerche gerade recht, oder?

Für Hungrige:

Wie schon Goethe könnte man dann gut im Auerbachs Keller einkehren.

Wer lieber ohne Lokalkolorit speist, kann sein Glück auf dem Boden einer japanischen Suppenschüssel im Umaii suchen.

Vegan und vegetarisch ist auch ziemlich easy bei 45 Möglichkeiten, in Leipzig vegan zu essen.

Für einen eher flüssigen, aber dafür echt stimmungsvollen WGT-Abschluss bietet sich schließlich eine Stippvisite in der Absintherie Sixtina an, die nicht nur mit unzähligen und aberwitzigen Absinthsorten und -kreationen punktet (kennt ihr Abstinth-Slush Ice?), sondern auch mit Veranstaltungshighlights auftrumpft.

Da braucht man fast gar kein WGT-Ticket mehr, oder wie seht ihr das?
Und das Beste an Leipzig ist: Fast alle Tipps kann man hier das ganze Jahr angehen.

In diesem Sinne: Wir sehen uns in Leipzig!



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer






 
 

 

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