Review

„Wenn Sie dieses Buch durchgespielt haben, war Ihr Sex wirklich schmutzig, aber auch sensationell gut!“ Mit diesem Versprechen lockt Autor und BDSM-Szenegänger und -kenner Woschofius gemeinsam mit dem U-line Verlag den Leser, einen Blick in die Veröffentlichung „Das Buch der Strafen – 222 erotische Aufgaben und Strafen“ zu werfen.

Jenes richtet sich im Prinzip an jedermann/-frau, die auf der Suche nach neuen erotischen Anreizen sind, geht aber spezieller auf die Bedürfnisse von Menschen mit Vorliebe für BDSM-Praktiken ein.
Doch halten Ankündigung und Titel auch das, was sie versprechen?

Der eine oder andere wird das kennen: „[…] manchmal will man eben nicht den zärtlichen Blümchensex, sondern es muss krachen. Klaps auf den Po und ab geht der Express.“ (S. 44)
Hierfür hat sich Woschofius nette Ideen einfallen lassen, um den willigen, aber vielleicht fantasiearmen Lesern die eine oder andere Hilfestellung zu geben, um das Sexleben interessanter zu gestalten.

Seinen zusammengetragenen „222 erotischen Aufgaben und Strafen“ geht aber zunächst eine ausführliche Einleitung voraus, bestehend aus einem persönlichen Vorwort, Rechtsbelehrungen, Begriffserklärungen und einer knappen Anleitung, wie das Buch als solches und die darin Verwendung findenden Icons zu gebrauchen und verstehen sind. Vor allem dieser sachliche, aber dennoch flüssig zu lesende „Aufklärungsabschnitt“ eignet sich zudem als komprimiertes Nachschlagewerk und wird im Anhang um weitere Literaturempfehlungen ergänzt.
Woschofius gewährleistet damit, dass auch Neulinge auf dem Gebiet des BDSM mit ausreichend Grundwissen ausgestattet sind, um verantwortungsbewusst und körperlich unversehrt mit den anschließenden Aufgaben und Strafen umgehen zu können.

Sowohl in den einleitenden Kapiteln als auch in den sich anschließenden „222 erotischen Aufgaben und Strafen“ spiegeln sich Kenntnisse, Sachverstand und Erfahrungshorizont des Autors wider. Hier ist kein Laie, sondern ein Experte auf seinem Gebiet am Werk, der seine Leser entsprechend rüstet, um von der Theorie in die Praxis wechseln zu können.

Liest man sich dann durch die folgenden Ideen, die dabei helfen sollen, das Sexualleben interessant(er) und kreativ(er) zu gestalten, so fällt auch hier des Öfteren auf, dass Woschofius diese um Erfahrungsberichte, Einschätzungen und Bedenken ergänzt hat. Das macht die Umsetzung leichter, da die Leser wissen, was zu erwarten ist oder welche Gefahren mit der praktischen Umsetzung einhergehen können.

Konzeptuell baut sich das „Buch der Strafen“ gelungen auf. Nach eigener Einschätzung des Autors startet Woschofius mit leichten „Übungen“, steigert seine Ideen im Laufe des Werkes und gelangt gegen Ende zu jenen „Aufgaben und Strafen“, die nicht nur an Schwierigkeit zugelegt haben, sondern auch für den einen oder anderen ein Tabu darstellen. So findet man mit zunehmender Seitenzahl beispielsweise vermehrt Ideen vor, die sich in der Öffentlichkeit oder unter Einbezug Dritter bzw. Fremder abspielen.
Die Aufteilung (von leicht bis schwer) fällt realistisch aus, wobei es nicht verwundern sollte, dass auch unter den „Einstiegsaufgaben“ die eine oder andere Herausforderung wartet. Was gefällt und ausprobiert wird, ist letztlich immer Geschmackssache des jeweiligen Lesers, Woschofius berücksichtigt allerdings die Vorlieben vieler, sodass für jeden etwas Praktikables dabei sein sollte; vorausgesetzt natürlich, man ist nicht bereits selbst darauf gekommen. Viel Neues liefert der Autor nämlich insgesamt leider nicht. Noch dazu wiederholen sich die „Aufgaben und Strafen“ ab und an mit nur leichten Abwandlungen.

Davon abgesehen ist der Schreibstil Woschofius‘ jedoch in den einführenden Passagen als auch im Aufgabenbereich sehr locker und gut sowie schnell zu lesen.

Zusammenfassend ist „Das Buch der Strafen“ durchaus – und insbesondere für Neulinge im SM-Bereich – interessant, gleichzeitig läuft es jedoch auf ein ähnliches Ergebnis hinaus, die eigene Fantasie ein bisschen zu bemühen. Denn das Konzept hinter Woschofius‘ Zusammenstellung von 222 erotischen Aufgaben und Strafen ist zwar sehr gut, jene sind aber derart kreativ, dass man auf eine Vielzahl von ihnen auch selbst hätte kommen können oder bereits kam. Wer aber nicht selbst kreativ sein möchte und einfach nicht die ausreichende Fantasie mitbringt, um im Schlafzimmer oder andernorts frischen Wind einkehren zu lassen, der sollte einen Blick riskieren.

Inhalt

„Wenn Sie dieses Buch durchgespielt haben, war Ihr Sex wirklich schmutzig, aber auch sensationell gut!“

Wie kann ich mein Sex-Leben etwas aufregender gestalten? Wie bekomme ich mehr Spaß und mehr Lust ins Schlafzimmer?

Nach diversen Bestsellern erotischer Art, hat sich SM-Szene-Kenner Woschofius auf den Weg gemacht und die 222 aufregendsten SM-Sex-Spiele in diesem Buch zusammengestellt.
Von einfachen, kleinen Spielen, für ein sinnlich-erotisches Prickeln, bis hin zu gewagten Szenarios, die für den einen anregendes Kopfkino, für den anderen die große SM-Prüfung darstellen, hat der Autor eine breite Palette an Aufgaben gesammelt, die garantiert niemanden kaltlassen.

(Quelle: U-line Verlag)

Autor

Woschofius, 1963 in der Nähe von Stuttgart geboren, ist als tiefgründiger Künstler vor allem an einem interessiert: er möchte Geschichten erzählen. Geschichten aus Wort und Bild und Ton.
Vom Zeichnen kam er zur Fotografie und Musik. Von Gedichten zu Kurzgeschichten, Romanen und Veröffentlichungen in Zeitschriften.
Vor allem in der SM- und Fetischszene machte er sich so einen Namen, denn sowohl seine Bilder, als auch seine Geschichten und Gedichte handeln von der Erotik als Kunstform der Liebe und dem Fetischismus und Sado- Masochismus als Kunststil der Erotik.
So stellt er keineswegs Schmerz, Demütigung und Gewalt zur Schau, sondern das gemeinsame Erleben, sich Fallenlassen und Aufgefangen werden.

In seinem neuesten Werk „Das Buch der Strafen – 222 erotische Aufgaben und Strafen“, stellt er die 222 aufregendsten erotischen Sexspiele zusammen, die von kleinen, prickelnden, auch für Anfänger geeigneten Aufgaben, bis hin zu gewagten Szenarios reichen.

(Quelle: U-line Verlag)

Woschofius – Homepage
Woschofius – Twitter

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung:
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-944154-28-2
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: U-Line Verlag

Copyright Cover: U-Line Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde