Review

Man muss schon sagen: Greg Rucka mutet seiner Wonder Woman einiges zu. Im ersten Paperback nach Rebirth („Die Lügen“) fand Diana heraus, dass sie nie nach Themyscira zurückkehren konnte. Alles, woran sie glaubte – eine Lüge. Dazu noch jede Menge Erinnerungsfragmente. Wie sich die Amazonenprinzessin damit arrangiert, zeigt „Wonder Woman – Zwischen Lüge und Wahrheit“.

Oder auch nicht. Denn anscheinend hat die Erkenntnis, nie zu Hause gewesen zu sein, Diana einen so heftigen Schock versetzt, dass sie wie weggetreten ist. Anscheinend glaubt sie nun, dass alles eine Illusion sei. Doof, dass sie sich in der Realität noch immer mit Steve auf einer verlassenen Insel im Nirgendwo befindet.

Nun versucht also der ehemalige Gestrandete, seiner Helferin das Leben zu retten. Seine Verbündeten daheim lassen aber zunächst nichts von sich hören ‑ stattdessen erreichen Feinde die zwei. Steve versucht sein Bestes. Gegen die gut ausgebildeten Militärs von Veronica Cale haben die beiden allerdings mit einer Wonder Woman auf „Autopilot“ kaum eine Chance …

Warum hat die aggressive Blondine Cale mit ihren zwei Dobermännern namens Furcht und Schrecken eigentlich so ein Problem mit Wonder Woman? Alles begann kurz nach der Ankunft von Wonder Woman. Die als Furcht und Schrecken bekannten Söhne von Ares schmiedeten damals einen perfiden Plan: Sie entführten Cales Tochter, die fortan als gesichtslose Puppe ihr Dasein fristet. Mit diesem Druckmittel zwangen sie Cale, gegen Wonder Woman zu intrigieren. Ziel des Ganzen? Herauszufinden, wo Themyscira liegt.

Klingt alles etwas umständlich, oder? Zumal derzeit ja nicht mal Diana weiß, wo genau eigentlich ihre Heimat ist. Tja, und wenn etwas schon so umständlich geplant ist, muss es natürlich auch schief gehen. Womit wir am Ende nach einer gründlichen Rundreise durch die Vergangenheit doch wieder beim Status quo wären: Diana ist heimatlos, Cale ist tochterlos und ganz nebenbei haben Furcht und Schrecken sich sicher auch einen anderen Verlauf gewünscht. Alles läuft auf ein großartiges, dramatisches Finale hinaus.

Lesebrobe aus „Wonder Woman #2 – Zwischen Lüge und Wahrheit“ (Copyright: Panini Verlag)

Auch wenn Rucka ein paar Umwege nimmt und kräftig in der Vergangenheit rührt, hält er seine Storyfäden ziemlich fest in der Hand. Wohltuend im Rückblick-Chaos ist übrigens die Aufbereitung in Bandform: Während die originalen Hefte alternierend erzählen, entschied sich Panini für thematisch abgestimmte Bände. Gut so!

Man könnte diesem Band hier also nur vorwerfen, dass er ein kleiner Lückenfüller ist. Die Hauptstory wird aber sicher für den finalen Band ziemlich wichtig werden. Und die drei kleinen Geschichten am Ende sind immerhin nett für zwischendurch.

Während Rucka straight weitererzählt, wird es optisch übrigens … abwechslungsreich. Wenn man es positiv ausdrücken will. Negativ gesprochen herrscht hier stilistisches Chaos. Von Graphic Novel-Anleihen bis zum niedlichen Plastik-Digital-Look ist hier alles vertreten. Dabei sind die einzelnen Zeichner nicht schlecht, es ist einfach nur die Mischung, die teilweise irritiert.

Das schmälert den Lesegenuss allerdings kaum. Jeder, der bereits Band 1 gelesen hat, folgt Rucka und Diana natürlich auch hierher. Und dann dürfen wir alle gespannt sein, ob die Amazonenprinzessin endlich hinter das Geheimnis ihrer Heimat kommt.

Handlung

Wonder Woman weiß nun, dass vieles, was sie in den letzten Jahren erlebte, eine göttliche Lüge war. Bevor sie den Dingen auf den Grund gehen kann, müssen die Amazone und Steve Trevor jedoch erst einmal gegen eine Spezialeinheit bestehen, die nur ein Ziel hat: die beiden zu töten! Außerdem besteht die Gefahr, dass die Wahrheit Diana in den Wahnsinn treibt.

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Greg Rucka
(*29. November 1969) ist ein US-amerikanischer Autor von Kriminalromanen und Comics.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 24.10.2017
Seitenzahl: 164
Storys: Wonder Woman 13, 15, 17, 19, 21, 23
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer