Review

Vor nicht allzu langer Zeit kamen Fans des Netzschwingers Peter Parker in den Genuss des äußerst lesenswerten Epos „Spider-Verse“ (den Prolog zum Event haben wir hier besprochen: „Marvel Now! – Spider-Man. Angriff der Spinnen-Jäger (Band 8)“) aus der Feder von Spidey-Mastermind Dan Slott (zuletzt herausragend unterwegs mit dem Silver Surfer Megaband: Was Surfer wollen“). Dort machte die vampirische Sippe der sogenannten „Inheritors“ um den Spidey Gegenspieler Morlun Jagd auf die Wandkrabbler aus allen Marvel-Parallelwelten, insbesondere auch den schurkischen Spider-Man Dr. Octopus. Völlig unumwunden nimmt sich das vorliegende Event „Venomverse“ jene Storyline über die Spidey-Armee gegen die Inheritors zum Vorbild für eine Serie rund um alternative Venoms.

Dies kommt freilich ganz passend, erlebt der modern-klassische Antagonist des erstaunlichen Spider-Man Peter Parker doch gerade so etwas wie einen zweiten Frühling. Nach seinem letzten Auftritt auf den Bühnen der Lichtspielhäuser im Jahre 2007 in Sam Raimis „Spider-Man 3“, startet im Oktober 2018 der neue „Venom“-Solo-Film mit dem großartigen Tom Hardy („Taboo – Staffel 1“) in der Rolle des titelgebenden Antihelden in den US-amerikanischen Kinos.

Im Zuge dieses anstehenden Kinofilms um den – wechselnd als Schurken oder (Anti-)Helden inszenierten – Charakter mit dem hasserfüllten Alien-Symbionten häufen sich natürlich auch die Veröffentlichungen bei Panini Comics. So gibt es neben der neuen Venom-Serie (Auftakt: „Venom 1: Finstere Rückkehr“) eben auch die zweibändige (Mini-)Venomverse-Saga, deren Beginn „Venomverse 1 (von 2): Die Liga der Monster“ wir hier beleuchten wollen.

Der Auftakt umfasst die Event-Kapitel „Edge of Venomverse #1-5“, in Szene gesetzt von Matthew Rosenberg, Simon Spurrier, Roland Boschi, James Stokoe und noch einigen anderen mehr.

Wir begeben uns auf eine Reise durch die zahlreichen Parallelwelten und erleben, wie der Alien-Symbiont, der als „schwarzes Kostüm“ einst selbst Spider-Man kontrollierte, mit allen möglichen anderen Marvel-Figuren, als dem klassischen Eddie Brock der Marvel-Hauptwelt, verschmilzt. So sucht sich der außerirdische Symbiont vorliegend in anderen Realitäten des Multiverse nacheinander Wolverines jungen weiblichen Klon X-23, die verantwortungslose Antiheldin Gwenpool, den neuen Ghost Rider Roberto RobbieReyes, Old Man Logan und abschließend den durchgeknallten Söldner mit der großen Klappe Deadpool als Wirt aus.
Zum Abschluss eines jeden Kapitels werden die besagten Helden von einem ebenfalls venomisierten Captain America aufgelesen, da jener – ganz wie in „Spider-Verse“ – die Venoms aus den Parallelwelten für einen größeren Krieg versammelt …

Leseprobe aus „Venomverse 1 (von 2): Die Liga der Monster“ (Copyright: Panini Comics)

Die Idee einer Venomverse-Saga sollte Marvel-Leser direkt begeistern können, schließlich ist der Schurke mit dem außerirdischen Symbionten mit seinem furchteinflößenden und markanten Äußeren schon immer eine spannende Figur gewesen und auch die Vorlage für die Story ist besonders gut.

Da hier venomisierte Versionen anderer interessanter Figuren aus dem Multiverse im Fokus stehen, kann ja – zumindest visuell – eigentlich nichts schiefgehen, richtig? Falsch. Die Verantwortlichen haben hier kaum kreative, innovative Entwürfe beziehungsweise Charakterdesigns in Bezug auf die neuen Figuren gepaart mit dem Alien-Symbionten zu bieten. Das sieht alles – gerade im Vergleich zum Cover von Band 1 – recht unspektakulär aus. Allein die Mischungen aus Gwenpool oder auch Deadpool mit dem Symbionten haben einen gewissen Charme. Dabei leben gerade diese Abschnitte auch von einem besseren Artwork, wobei insbesondere die Arbeit von James Stokoe hervorzuheben ist. Insgesamt ist die künstlerische Arbeit hier aber nicht eben erstligareif.

Da die Handlung bisher auch äußerst mager ist, muss das Symbionten-Event bisher als Enttäuschung eingestuft werden. Bislang ist leider keinerlei Potenzial ersichtlich, dass die Venomverse-Saga auch nur ansatzweise in die Fußstapfen der „Spider-Verse“-Saga folgen könnte; gerade weil über die eigentliche Bedrohung, die allen Symbionten-Trägern bevorsteht, noch überhaupt nichts preisgegeben worden ist.

Womöglich hält der abschließende zweite Band ja noch ein versöhnliches Ende und eine spannende Geschichte bereit, aber bislang ist das sehr magere, entbehrliche Lektüre – schade.

Trailer

Inhalt

Betretet das Venomverse!

Das große, unglaubliche Venom/Spider-Man-Event startet mit diesem Sonderband und einer Invasion mehrerer Parallelwelten durch außerirdische Symbionten. In anderen Realitäten des Multiverse übernehmen und verwandeln sie Deadpool, X-23, Gwenpool, Ghost Rider und eine Figur aus der postapokalyptischen Welt von Old Man Logan …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 10.04.2018
Originalausgaben: Edge of Venomverse 1-5
Seitenzahl: 116
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)