Review

We Are Venom

Anlässlich des „Venom“-Films, der am 4. Oktober in den deutschen Kinos anläuft, mit Tom Hardy in der Hauptrolle und von Regisseur Ruben Fleischer inszeniert, häufen sich bei Panini Comics die Titel rund um Eddie Brock und den außerirdischen Symbionten, die gemeinsam der knallharte Venom sind.

Zuletzt haben wir uns vor allem die aktuellen Abenteuer des Antihelden angeschaut, der lange Zeit Spider-Mans gefährlichster Gegner war. Darunter das Mini-Crossover „Venomverse 1 (von 2): Die Liga der Monster“ und „Venomverse 2 (von 2): Schwarze Seelen“ sowie den Auftakt seiner neuesten „Legacy“-Soloserie mit „Venom 2: Herz der Finsternis“.

Venom-Klassiker

Natürlich wollen wir aber auch einen Blick auf die Venom-Klassiker werfen, die den Film maßgeblich inspiriert haben. Zu jenen gehört insbesondere die sechsteilige Miniserie „Lethal Protector“ aus dem Jahre 1993. Unter dem Titel Venom: Tödlicher Beschützer“ ist dieses Highlight bereits in Marvel Exklusiv #25″ (mit herrlichem Cover in Metall-Optik!) erschienen.

Die vorliegende Neuauflage von Venoms klassischer erster Soloserie kommt auch unter dem Titel Venom: Tödlicher Beschützer“ daher. Allerdings enthält diese noch einen üppigen Mehrwert. Hier erwartet den geneigten Leser nämlich nicht nur Venom: Lethal Protector #1-6″, sondern als Dreingabe auch noch Venom: Funeral Pyre #1-3″.

 Die Vorgeschichte

Die Geschichte von Venom beginnt im 1984er Marvel-Crossover Secret Wars“. Spider-Man findet auf einer fernen Welt ein neues schwarzes Kostüm mit einem großen weißen Spinnensymbol auf der Brust. Auch später auf der Erde soll der Netzschwinger dieses Kostüm noch weiter tragen. Eines Tages findet Reed Richards alias Mr. Fantastic von den Fantastic Four jedoch heraus, dass das Kostüm in Wahrheit nichts anderes als ein außerirdischer Symbiont ist. Der Wandkrabbler versucht lange vergeblich, sich von dem Wesen zu trennen. Erst durch die ohrenbetäubenden Schläge einer großen Kirchenglocke soll ihm dies gelingen. Schließlich sind die größten Schwächen des Symbionten Hitze und Lärm.

Der hasserfüllte Reporter und der außerirdische Symbiont

Der junge Reporter Eddie Brock wird kurz davor beim Daily Globe entlassen. Verantwortlich dafür: Spider-Man. Dieser sorgt dafür, dass sich Brocks größte Schlagzeile als Irrtum entpuppt. Verzweifelt und hasserfüllt beschließt Eddie Selbstmord zu begehen. Sein letztes Gebet spricht er in eben jener Kirche, in der der außerirdische Symbiont vermeintlich das Zeitliche gesegnet hat. Eddies Hass ist indes genug, um den Symbionten aus seiner Lethargie zu erwecken. Aus dem hasserfüllten Reporter und dem außerirdischen Symbionten entwickelt sich ein gänzlich neues Wesen und diese fiese Kreatur nennt sich fortan: Venom.

Nach zahlreichen Kämpfen zwischen Spider-Man und seinem Nemesis kommt es zu einer Art Stillhalteabkommen. Venom verlässt New York gen San Francisco, wo er sich als brutaler Antiheld und tödlicher Beschützer für die Unschuldigen und Schutzlosen ein neues Leben aufbauen will.

Dies ist der Ausgangspunkt für die erste Soloserie Venoms und damit für den vorliegenden Sammelband

Lethal Protector und Funeral Pyre

In „Lethal Protector“, inszeniert vom klassischen Venom-Autor David Michelinie und gezeichnet von Mark Bagley und Ron Lim, sind Eddie Brock und der außerirdische Symbiont als Venom in San Francisco angekommen. Dort versucht das Gespann seine ersten unbeholfenen Schritte als Held für die Unschuldigen. Dabei bekommt es der tödliche Beschützer nicht nur mit Spidey zu tun, der ihm nach wie vor nicht wirklich traut. Der sich damals noch mit zeitgemäßem Vokuhila zeigende Eddie Brock lernt auch noch eine Gemeinschaft kennen, die unterhalb von San Francisco ihr Dasein fristet und die von skrupellosen Bösewichten bedroht wird.

Die Ausgabe erscheint auch als limitiertes Hardcover (Copyright: Panini Comics)

In der recht schlichten Story „Funeral Pyre“, inszeniert von Autor Carl Potts und Zeichner Tom Lyle, auch aus dem Jahre 1993, ist Venom ebenfalls als tödlicher Beschützer gefordert. Ein Undercover-Reporter hat eine gewalttätige Bande infiltriert und benötigt dringend Hilfe. Allerdings bekommt es Venom hier nicht nur mit einem handfesten Bandenkrieg, sondern auch mit dem gnadenlosen Punisher zu tun, der ihm – wie schon Spidey zuvor – nicht über den Weg traut.

Einordnung

Was soll man sagen? Wer sich richtig für den anstehenden Kinofilm in Stimmung bringen möchte, der sollte auf Venom: Tödlicher Beschützer“ keinesfalls verzichten. Die erste Soloserie um Eddie Brock und seinen geliebten  Symbionten ist sicherlich DER Venom-Klassiker aus den 90ern. Die 220 Seiten starke Neuauflage dürfte aufgrund des inhaltlichen Mehrwerts und des alternativen Covers womöglich auch für den einen oder anderen Sammler interessant sein.

Die Optik entspricht ganz dem Stil der 90er. Wer beispielsweise – wie ich – den Stil der Ikone Todd McFarlane verehrt, der wird hier ganz auf seine Kosten kommen. Denn die Zeichner Mark Bagley, Ron Lim und Tom Lyle präsentieren ein Artwork, das sich diesem klassischen Spider-Man-Look stark annähert.

Wer seinen Venom allerdings als brutalen und Furcht einflößenden Superschurken präferiert, der greift zu einer anderen Ausgabe. Denn zwar funktioniert nicht alles, was Eddie und der Symbiont hier anfassen, aber als waschechter Antiheld hat Venom vorliegend durchweg das Herz am rechten Fleck.

Fazit

Ein Klassiker, der in keinem gut sortierten Comic-Regal fehlen sollte.

Inhalt

Der VENOM-Klassiker aus den 90ern!

Eddie Brock baut sich in San Francisco ein neues Leben auf – und wacht als brutaler Antiheld und tödlicher Beschützer Venom über die Schutzlosen. Allerdings bekommt er es nicht nur mit Killerrobotern, Zeitreisen und einem Bandenkrieg, sondern auch mit Spider-Man sowie dem gnadenlosen Punisher zu tun …

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

David Michelinie
ist ein amerikanischer Comicautor.

Michelinie begann Mitte der 1970er Jahre als hauptberuflicher Comicautor zu arbeiten. Zu seinen frühesten Arbeiten zählen Geschichten für die bei DC-Comics erscheinenden Serien House of Secrets und Swamp Thing.

1977 wechselte er zu Marvel Comics, wo er zunächst – von 1978 bis 1981 – für die Serie Iron Man schrieb, die er um viele bleibende Handlungselemente (wie die Alkoholprobleme des Titelhelden) bereicherte. Sein künstlerischer Partner an diesem Projekt war der Zeichner Bob McLeod. Es folgte ein langjähriger Run als Autor an diversen Spider-Man-Serien wie Web of Spider-Man und The Amazing Spider-Man (1987–1994). Parallel dazu verfasste Michelinie zwei jahre lang (1979–1981) Geschichten für die Serie Avengers und ein Jahr lang (1980) Stories für die Reihe Daredevil.

(Quelle: Wikipedia)

Carl Potts
ist ein amerikanischer Comic-Zeichner, Autor, Lehrer und Redakteur, der vor allem für die Erstellung der Serie „Alien Legion“ für das Marvel Comics‘ Imprint „Epic Comics“ bekannt ist.

(Quelle: Wikipedia)

Carl Potts – Homepage
Carl Potts – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 18.09.2018
Originalausgaben: Venom: Lethal Protector 1-6 / Venom: Funeral Pyre 1-3
Seitenzahl: 220
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)