Review

Venom: Dark Origin

Seit ein paar Tagen ist Tom Hardy als Venom in den deutschen Lichtspielhäusern zu sehen.

Die Comics zum neuesten Marvel-Blockbuster stellen wir hier weiter großzügig vor. Heute steht mit Venom: Dark Origin“ ein echtes Schmankerl auf der Tagesordnung. Dabei handelt es sich um die Neuauflage der Miniserie „Venom: Dark Origin #1-5“, die bereits im Band 100% Marvel 43 – Venom: Dark Origin“ von 2009 enthalten war, welcher mittlerweile aber restlos vergriffen ist.

Autor Zeb Wells liefert hier eine Neuinterpretation von Eddies und Venoms düsterer Herkunftsgeschichte ab, die sowohl bekannte Versatzstücke gebraucht, als auch frische Ideen und neue Perspektiven mit sich bringt. Aufgrund der Qualität seiner Arbeit ist es nicht vermessen, von einer vielschichtigen Charakterstudie oder auch von einer Psychoanalyse zu sprechen.

Ein verdammtes Leben

Das sollte ich sehen? Dass du hilfst, wenn es jemand allein nicht schafft? Da ist was dran. Ich hatte immer das Gefühl, dass die ganze Welt gegen mich ist. Ich war nie willkommen… Sie hat mich immer ausgespuckt. Sie wollte mich umbringen. Du willst dich vollständig mit mir vereinen? Um mir zu helfen?

Das Leben von Eddie Brock steht schon von Beginn an unter keinem guten Stern.

Bereits bei seiner Geburt stirbt die Mutter und der Vater lässt ihn spüren, welch herbe Enttäuschung er für ihn ist und dass er ihn für die Tragödie verantwortlich macht. Es folgt eine Lebens- und Leidensgeschichte eines vernachlässigten, einsamen Jungen, der zu einem bemitleidenswerten Teenager und Feigling heranwächst, immer auf der Suche nach Anschluss, aus dem schließlich ein Reporter wird, den die anderen Erwachsenen immer noch nicht respektieren.

Doch als ihm eines Tages ein Serienkiller ein verlockendes Angebot macht, nimmt Eddie die Chance wahr und schreibt eine erfolgreiche Exklusiv-Story. Eine Rettungstat von Spider-Man zeigt jedoch, dass Eddie einem Schwindler auf den Leim gegangen ist. Wie gewonnen, so zerronnen. Der junge Reporter verliert alles, was ihm lieb und teuer ist. Bereit, aus dem Leben zu scheiden und vom Hass auf den Netzschwinger erfüllt, bietet Eddie Brock den perfekten Nährboden für einen gewissen außerirdischen Symbiont, der ebenfalls auf seine Chance wartet, Rache an Spider-Man Peter Parker zu nehmen.

Venom ist geboren!

Düstere Herkunftsgeschichte

Eddie Brocks Gesicht zeigt ein beunruhigendes Lächeln (Copyright: Panini Comics)

Venoms düstere Herkunftsgeschichte, geschrieben von Zeb Wells, ist einfach umwerfend gut. Wer sich aktuell erst einmal nur einen Titel über den brutalsten Feind von Spider-Man zulegen möchte, dem sei dieser Band auf das Wärmste empfohlen. Deutlich ausgereifter und finsterer als der Klassiker „Venom: Tödlicher Beschützer“ inszeniert der Autor hier für die beliebte Figur eine packende Backstory Wound, die den machtvollen Kontrahenten greifbar macht und dessen Ausweglosigkeit zeigt.

Das Ganze lebt von den wunderbar spektakulären, dunklen und düsteren Bildern von Zeichner Angel Medina, der eine beklemmende Atmosphäre kreiert. Eddie Brocks ganz persönlicher Albtraum ist hier bildlich nahezu perfekt eingefangen. Besonders hervorzuheben ist die Liebe zum Detail, die er an den Tag legt. Insbesondere ein Lächeln, das er Eddie als Kind und als Erwachsener ins Gesicht zaubert, das vor kranker Verzweiflung nur so strotzt, gibt der Figur ein ausgesprochen unangenehmes Profil.

Wer sich auch nur ein bisschen für Spider-Mans Todfeind interessiert, sollte sich Zeb Wells düstere Psychoanalyse auf keinen Fall entgehen lassen.

Weitere Titel zur Einstimmung auf das erste Solo-Leinwandabenteuer:

Inhalt

Das ist die Geschichte von Eddie Brock, die in seiner Kindheit beginnt, lange vor seiner Verschmelzung mit dem Alien-Symbionten. Doch natürlich geht es auch darum, wie Eddie als Reporter auf der Jagd nach einem Serienkiller fast alles verliert, und zu Spider-Mans skrupellosem Erzfeind Venom wird.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Zeb Wells
ist ein amerikanischer Comicautor, der für seine Arbeit bei Marvel Comics bekannt ist, und ein Fernsehjournalist / Regisseur, der für seine Arbeit an der Zeichentrickserie „Robot Chicken“ bekannt ist.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 04.09.2018
Originalausgaben: Venom: Dark Origin 1-5
Seitenzahl: 124
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)