Review

Der Alien-Symbiont

Im 1984er Marvel-Crossover „Secret Wars verschmolz Spider-Man mit einer außerirdischen schwarzen „Symbiontenmasse“. Das „schwarze Kostüm“ des Netzschwingers war geboren. Später sollten Leser erfahren, dass es sich dabei um einen Alien-Symbionten aus der Rasse der Klyntar handelt.

Wir haben nur unseren Wirt… Das Wesen, mit dem wir verschmelzen und mit dessen Hilfe wir den kalten, gnadenlosen Kosmos bearbeiten.

Die Verbindung eines Klyntar mit seinem Wirt ist heilig. Sie gibt unserem Leben einen Kontext und unsrer Existenz Bedeutung.

Eine Geschichte.

(Auszug aus: „Venom 1: Finstere Rückkehr“)

Im Laufe der Jahre verband sich der fies aussehende Alien-Symbiont jedoch nicht nur mit Peter Parker, sondern auch und vor allem mit dem hasserfüllten Eddie Brock, den er zu Venom machte, über lange Jahre Spider-Mans erbarmungslosester Feind.

In jüngerer Vergangenheit kämpfte der Symbiont in Verbindung mit Flash Thompson als Agent Venom im All für das Gute. Gemeinsam waren sie gar Mitglied der Secret Avengers und der berüchtigten Guardians of the Galaxy.

Die Figur hat also schon den Wandel vom Superschurken zum Antihelden und tödlichen Beschützer bis hin zum waschechten kosmischen Helden hinter sich.

„Marvel Legacy“-Ära

Im Auftakt-Band der neuen Venom-Soloserie „Venom 1: Finstere Rückkehr“, geschrieben von Mike Costa und mit Zeichnungen von Gerardo Sandoval, verbindet sich der Alien-Symbiont abermals mit einem neuen Wirt, dem mittellosen Ex-Soldaten Lee Price. Eine unrunde Beziehung. Mit Flash Thompson als Agent Venom ist der Symbiont auf den Geschmack gekommen und möchte ein Held sein. Sein neuer Wirt sieht das mit dem Heldentum jedoch anders. Lee kann den Symbionten überraschenderweise beherrschen und will ihn zu seinem Vorteil ausnutzen. Am Ende löst sich die Symbiose allerdings noch. Nach dem düsteren Auftakt kommt es zur titelgebenden finsteren Rückkehr: Eddie Brock ist endlich wieder mit seinem Symbionten innig verbunden.

Passend zur neuen „Marvel Legacy“-Ära („Generations: Treffen der Generationen 2 (von 2)“) widmet man sich dem Vermächtnis der legendären Figur. Denn hier sollen Abenteuer erzählt werden, die auf der Lebensgeschichte der Figuren basieren und sich der reichhaltigen Mythologie des Marvel-Universums bedienen. Dazu passt ebenfalls, dass man vorliegend zur alten Seriennummerierung zurückkehrt, was bedeutet, dass mit „Venom 2: Herz der Finsternis“ auch Jubiläum gefeiert werden kann: 150 US-Hefte mit Venom.

Venom 2: Herz der Finsternis

Im vorliegenden Band „Venom 2: Herz der Finsternis“ steht insbesondere die neu entflammte Liebe zwischen Eddie Brock und dem Symbionten im Fokus. Eigentlich wollen sie als neues Team, wie Flash Thompson, nur noch Heldentaten vollbringen. Doch es kommt zu Komplikationen. Der Symbiont trifft mitunter allein die Entscheidungen für beide, losgelöst von Eddies Bewusstsein, der erst im Nachgang feststellen kann, was in seiner geistigen Abwesenheit geschehen ist.

Hilfe erhofft sich Eddie von den Forschern bei Alchemax. Freilich erwartet man dort aber nach dem Grundsatz „Quid pro quo“ eine angemessene Gegenleistung. So muss es der tödliche Beschützer mit dem unmenschlichen Stegron und seiner Armee aus Dinosauriern aufnehmen.

Kritik

Der zweite Band rund um Eddie Brocks neue Abenteuer als Antiheld beginnt stark und endet stark. Denn die Ausgabe ist immer dann am besten, wenn sie sich mit der neuen Symbiose zwischen Eddie Brock und dem Symbionten befasst. Insbesondere die letzten Seiten sind interessant, da sich der Fokus auf den Symbionten und seine Wahrnehmung richtet. Außer im Zwiegespräch mit seinem jeweiligen Wirt findet dessen Stimme gewöhnlich eher selten Gehör. 

Leseprobe aus „Venom 1: Finstere Rückkehr“ (Copyright: Panini Comics)

Leider ist der recht ausgiebige Mittelteil, der Kampf zwischen Venom und Stegron mit seiner Armee aus Dinosauriern, weniger fesselnd, wirkt vielmehr generisch und recht belanglos. Dass man hier Venom Moon Girl und ihren Begleiter Devil Dinosaur zur Seite gestellt hat, wirkt auch reichlich schief und unpassend. Dies will sich insbesondere nicht in die ansonsten recht finstere Atmosphäre einfügen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die beiden hier nur mitmischen, weil Devil Dinosaur eben auch ein Dinosaurier ist.

Das Artwork ist durchwachsen. Während Venom jederzeit angemessen fies, kraftstrotzend und machtvoll in Szene gesetzt ist, sieht das eine oder andere menschliche Gesicht ein wenig misslungen aus.

Besondere Erwähnung soll noch ein Kapitel von Venoms Mitschöpfer David Michelinie und Zeichner Ron Lim finden, das in einem wunderbaren Retro-Look gestaltet ist.

Fazit

Autor Mike Costa und Zeichner Gerardo Sandoval verfügen über das richtige Gespür für die Figur Venom. Der Leser möchte auf jeden Fall wissen, wie es mit dieser klassischen und doch neuen Symbiose weitergeht.

Wer sich auf Venoms ersten Solofilm in den Lichtspielhäusern mit Tom Hardy einstimmen möchte, greift auf jeden Fall besser zu der hiesigen Serie, als zur kürzlich besprochenen Miniserie („Venomverse 1 (von 2): Die Liga der Monster“, „Venomverse 2 (von 2): Schwarze Seelen“).

Inhalt

Spider-Mans tödlichster Gegner als finsterer Antiheld!

Zum Start der Legacy Ära werden 150 US-Hefte mit Venom gefeiert. Pünktlich zum Jubiläum ist Eddie Brock wieder mit dem Symbionten verbunden. Und obwohl es einige Schwierigkeiten gibt, muss es der tödliche Beschützer mit Stegron aufnehmen. Dabei trifft Venom auf Moon Girl und Devil Dinosaur …

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Mike Costa
ist ein us-amerikanischer Comicbuchautor.

(Quelle: Wikipedia)

Mike Costa – Twitter

David Michelinie
(*06. Mai 1948) ist ein amerikanischer Comicautor. Michelinie begann Mitte der 1970er Jahre als hauptberuflicher Comicautor zu arbeiten. Zu seinen frühesten Arbeiten zählen Geschichten für die bei DC-Comics erscheinenden Serien House of Secrets und Swamp Thing.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 19.06.2018
Originalausgaben: Venom 150-154
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)