Review

Auch die „Uncanny Avengers“ sind nach dem gewaltigen Crossover „Secret Wars“ (auf diese umwälzenden Ereignisse werfen wir demnächst anlässlich der Erscheinung des Sammelbandes auch noch einmal einen Blick) aus der Feder von Jonathan Hickman in der Ära „All-New, All-Different Marvel“ angekommen. Es beginnt also (mal wieder) eine neue Zeitrechnung und nun nimmt sich der aktuelle Deadpool-Autor Gerry Duggan der Avengers-Einsatztruppe des brandneuen Marvel-Universums an und liefert zahlreiche fundamentale Veränderungen.

Doch zunächst möchte ich dem Leser die Uncanny Avengers grundsätzlich etwas näher bringen: Dieses Team sollte, als Antwort auf die Ereignisse aus „Avengers vs. X-Men“, symbolisieren, dass Menschen und Mutanten zum Wohle aller kooperieren und an einem Strang ziehen können. So bestand das ursprüngliche Team aus klassischen Avengers und X-Men, und zwar Captain America, Havok, Rogue, Scarlet Witch, Thor und Wolverine; eine ziemlich explosive Mischung.

Im Zeitalter von „All-New, All-Different Marvel“ gibt es nun aber mit den Inhumans eine dritte starke Fraktion, die in dieser besonderen Gruppe berücksichtigt werden möchte. Der Grund dafür soll hier aber nur angerissen werden, um den Rahmen nicht zu sprengen: Im Kampf gegen den mächtigen Titan Thanos zündeten die Inhumans eine Terrigen-Bombe, wodurch sich deren nebelartiger Inhalt über den gesamten Erdball verteilte. Dadurch erhielten viele Menschen, die das Inhuman-Gen in sich trugen, neue Fähigkeiten (wer auf den Geschmack gekommen ist, liest das Crossover „Infinity“ von Jonathan Hickman schleunigst nach!). Kehrseite der Medaille ist, für Mutanten ist der Terrigen-Nebel pures Gift.

Gründe gibt es also genug für Steve Rogers, die neuen Uncanny Avengers, auch Unity Squad genannt, zu gründen, um in diesen schweren Zeiten ein Zeichen zu setzen. Das Team wurde allerdings gehörig auf den Kopf gestellt. Mitglieder sind nun die Fackel, Quicksilver, Rogue, Dr. Voodoo und Synapse. Ach ja, und Deadpool. Deadpool? Ja, richtig, der Söldner mit der großen Klappe ist erstmals Mitglied eines Avengers-Teams. Zunächst war auch Spider-Man mit von der Partie, konnte jedoch nicht mit Deadpool koexistieren. Dafür ist seit Band 2 der zeitreisende Mutant Cable dabei.

In „Uncanny Avengers 3″ geht es in aller Kürze darum, dass das tot geglaubte Avengers-Gründungsmitglied Hank Pym, der erste Ant-Man, zurückkehrt. In „Avengers: Ultrons Zorn“ von Rick Remender verschmolz Pym mit seiner Schöpfung Ultron; scheinbar hat er die Kontrolle über sein Monster, aber die Unity Squad ist skeptisch. Pyms Ex-Frau Janet van Dyne alias The Wasp soll herausfinden, ob man dem Rückkehrer vertrauen kann. Dieser besteht den Test allerdings nicht und ein Kampf bricht aus …

Bisher muss man sagen, dass die neue „Uncanny Avengers„-Serie, trotz bester Voraussetzungen, noch nicht so richtig abliefern kann. Wir haben hier zwar durchaus eine interessante Mischung von Charakteren, aber der Funke will noch nicht so richtig überspringen. Besonders enttäuschend ist die Beteiligung von Deadpool, der der Serie keinen wirklichen Mehrwert geben kann; humorvolle oder absurde Szenen gibt es nicht (Fans des Söldners greifen besser zu dem kürzlich empfohlenen „Deadpool: Der Unglücksrabe“).
Wer dennoch interessiert ist, kann auch mit dem vorliegenden Band 3 ganz gut beginnen, da die Unity Squad in Band 2 gegen den Shredded Man, einen mächtigen neuen Inhuman, gekämpft hat und hier sozusagen ein neuer Abschnitt beginnt. Der vorliegende Band kann mit einer Story aufwarten, die vielversprechend beginnt, nonstop Action (etwa ab der Mitte) bietet, dann aber leider etwas übereilt endet. In Zukunft könnte es aber noch zu spannenden Konflikten in Bezug auf die Führung des Avengers-Teams kommen, ist doch neben einem vitalen Steve Rogers und Rogue jetzt auch noch Cable anwesend, der es ebenfalls gewohnt ist, die Dinge auf seine Art anzugehen.

Besonders hervorzuheben ist hier das wunderbare, dynamische Artwork von Zeichner Pepe Larraz, der erst seit dieser Story an Bord ist. Nicht, dass Zeichner Ryan Stegman zuvor schlechte Arbeit geleistet hätte, aber Larraz Inszenierung passt einfach formidabel und ist für die teilweise dünne Story ein echter Gewinn.

Für Fans der beteiligten Charaktere ist die Serie sicherlich einen Blick wert. Durch das etwas ausführlichere Vorwort sollte aber auch deutlich gemacht werden, dass umfassendere Kenntnisse diverser Marvel-Crossover hier, wenn auch nicht unerlässlich, dann doch zumindest äußerst hilfreich sind; für Neuleser ist dies jedenfalls nicht der einfachste Einstieg ins Zeitalter von „All-New, All-Different Marvel“.

Inhalt

Das geniale, tot geglaubte Avengers-Gründungsmitglied Hank Pym ist mit seiner boshaften Schöpfung Ultron verschmolzen. Als er aus dem Weltall auf die Erde zurückkehrt, begegnet ihm die Unity Squad um Deadpool mit großer Skepsis. Hanks Ex-Frau Janet soll klären, ob man diesem neuen Ultron trauen kann.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Gerry Duggan
ist ein amerikanischer Comicautor, Regisseur und Fotograf. Er lebt in Los Angeles. 

(Quelle: Wikipedia)

Gerry Duggan – Homepage
Gerry Duggan – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 14.03.2017
Originalausgaben: Uncanny Avengers 9-12
Seitenzahl: 100
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?