Review

Die heilige Dreifaltigkeit des DC Universums: Batman, Wonder Woman und Superman. Alles schwerbeschäftigte Typen, die wenig Quality time zusammen haben. Dabei verbindet das Trio eine bewegte Vergangenheit. Da mit „Rebirth“ eine neue Ära im DC Universum anbrach, ist diese Vergangenheit einmal mehr in Bewegung. Ob das die verschiedenen Charaktere in „Trinity“ von Francis Manapul noch enger zusammenschweißt?

Von Diana wissen Leser bereits, dass sie auf der Suche nach ihrer Heimat ist (dazu die Rebirth-Wonder Woman-Serie). Batman ist ‑ wie sonst auch ‑ mit düsteren Dingen und vor allem seinen Verlusten beschäftigt. Am stärksten hat Rebirth allerdings Superman getroffen: Der Superman, der früher mit Wonder Woman liiert war, ist tot. Stattdessen lebt jetzt der Superman einer anderen Dimension mit Frau und Sohn in der gegenwärtigen Realität.

Wie der Vater, so der Sohn: Jonathan hat ebenfalls Superkräfte. Zu seinem Schutz wird er allerdings von seinen Eltern gut versteckt. Mutter Lois sieht allerdings, dass das Einzelgängertum auf Dauer nicht funktionieren wird, und lädt Bruce Wayne und Diana zum Abendessen ein. Was schon etwas ulkig klingt, nimmt recht schnell verwirrende Ausmaße an, denn plötzlich befinden sich die drei in einem anderen Smallville und bei Supermans Vater!

Weitere Reisen in die scheinbare Vergangenheit folgen, bis sich endlich die Urheberin der mysteriösen Vorgänge zeigt. Ohne jetzt Details zu verraten, zeigt Manapul meisterlich, wie unberechenbar Emotionen sein können. Sei es, bei einem Kind oder einer Mutter. Besonders die Muttergefühle darf man nicht unterschätzen, sie sorgen hier für eine Kehrtwende.

Dennoch spielt Manapul auf eher typische Weise mit Dimensionen und ihren Alternativen. Ganz im Zeichen von Rebirth weiß man nie so ganz genau, wie stark man sich auf die gegebenen Informationen verlassen kann. Trotzdem strickt der Autor seine Story insgesamt flüssig und unterhaltsam. Bisher geht es merklich um eine kleine Vorstellungsrunde der Charaktere, sodass es in den nächsten Ausgaben hoffentlich zur Sache kommt. Und hoffentlich zeigt sich Batman dann nicht nur von seiner grummeligen Seite.

Positiv zu erwähnen ist schließlich die Optik, die aus den Federn von Manapul himself, Clay Mann und Emanuela Lupacchino stammt. Die Panels sind sehr klar strukturiert und nicht mit Details oder Sprechblasen überfrachtet. Dafür kommen die Bilder aber alle sehr warm und heimelig daher. Das liegt zum einen am mal zarten, mal eher cartoonesken Strich der Konturen, aber auch am Sepiafilter, der über allen Farben zu liegen scheint. Wie gemacht für eine Story, die sich in Vergangenheit und Traumwelt bewegt.

Neben den Leckerbissen fürs Auge ist ein persönliches Highlight allerdings der kleine, aber feine Auftritt von Poison Ivy. Dieser Teil knüpft mittelbar an Amy Chus „Kreislauf von Leben und Tod“ an und könnte noch für weitere Spannung sorgen.

Dementsprechend darf man gespannt sein, wie Manapul seine „Trinity“ weiter ausbaut. Die Serie funktioniert sowohl als Begleitlektüre zu anderen Rebirth-Veröffentlichungen als auch als Stand-Alone. Fans der drei Großen dürfen hier auf jeden Fall bedenkenlos zugreifen.

Handlung

Superman und seine Ehefrau Lois stammen aus einer anderen Realität. Auf der Farm, wo sie und ihr Sohn Jonathan zurückgezogen leben, werden sie von Batman und Wonder Woman besucht, die den Superman genauer in Augenschein nehmen wollen. Es folgt ein Abenteuer, das die drei Ikonen auf eine gefährliche Zeitreise zu den entscheidenden Momenten in ihren Leben schickt …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Francis Manapul (Zeichner)
ist ein philippinisch-kanadischer Comicbuch Künstler und Schreiber.

(Quelle: Wikipedia)

Francis Manapul – Homepage
Francis Manapul – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 12.09.2017
Seitenzahl: 148
Storys: Trinity 1-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer