Review

Mit dem „Superman Sonderband 6: Imperius Lex“ bekommen die deutschen Superman-Leser die US-Ausgaben „Superman #31-36“ zu lesen. Diese lassen sich in zwei abgeschlossene Storylines, nämlich „Breaking Point“ und „IMPERIUS LEX“, unterteilen.

Breaking Point

In der ersten Geschichte „Breaking Point“, geschrieben von Autor James Bonny und gezeichnet von Tyler Kirkham, begibt sich Supermans bessere Hälfte Lois Lane auf eine heikle Mission. Sie ist hinter einer brandheißen Story her und möchte unbedingt den tödlichsten Söldner und Auftragskiller der Welt Deathstroke alias Slade Wilson für den Daily Planet interviewen. Das klappt zwar zunächst – verhältnismäßig – reibungslos, doch kurz darauf gerät sie selbst in Slades Visier. Zwar hatte Supes seine Angetraute vor dem Killer gewarnt, aber nun muss er doch selbst zur Rettung schreiten.

James Bonnys Story über zwei Ausgaben ist zwar keine wirklich schlechte, doch sie bringt schon einen gewissen Filler-Episoden-Charme mit sich. Auf den ersten Blick ist es zwar erfreulich, dass Lois ein bisschen Zeit im Rampenlicht bekommt. Schnell wirkt sie jedoch ziemlich naiv und blauäugig, statt – wie wohl gewünscht – emanzipiert, wenn sie Supermans Warnungen zum Trotz den brandgefährlichen Söldner und Killer Deathstroke unbedingt alleine interviewen will und in dieser Hinsicht Freiraum begehrt. Ein gewisses „Ich habe es dir ja gesagt„-Gefühl stellt sich da schon ein.

Die Zeichnungen von Tyler Kirkham können jedoch mit der bisherigen starken Konkurrenz in den Sonderbänden ohne Weiteres mithalten und sind sehr ansehnlich.

IMPERIUS LEX

Der größere Teil der Ausgabe steht jedoch im Zeichen der Story „IMPERIUS LEX“ vom bisherigen gefeierten Autoren-Team Peter J. Tomasi und Patrick Gleason.

Die Zeichenfeder schwingen indes ungewohnt viele Künstler. So sind hier Doug Mahnke, Ed Benes, Jack Herbert, Travis Moore, Stephen Segovia und Art Thibert am Werke. Und das kann man vorwegnehmen: Das merkt man leider auch. Der Look ist im Vergleich zu vorherigen Ausgaben öfter uneinheitlich.

Zunächst sind der Mann aus Stahl und Super-Lex als Team beschäftigt. Doch dann wird Lex Luthor auf den Höllenplaneten Apokolips verschleppt, wo er endgültig zu Darkseids Nachfolger und zum Herrscher der düsteren Götterwelt ernannt werden soll. Luthor ruft den Stählernen um Hilfe und erklärt den Furien, Hunger Dogs und machtgierigen Kindern Darkseids auf Apokolips, Superman sei eigentlich der gesuchte neue Herrscher. Prompt verschlägt es auch die Superman-Familie auf Apokolips und das Abenteuer kann beginnen.

Wer wird Apokolips‘ neuer Herrscher? Und kann man Lex Luthor nun immer noch vertrauen?

Peter J. Tomasi und Patrick Gleason liefern die gewohnt kurzweilige Unterhaltung ab. Auf Apokolips kommt es zu reichlich Action und alle Figuren erleben ihre eigenen Abenteuer und bekommen ausreichend Zeit.
Was leider überhaupt nicht zu überzeugen weiß, ist die völlig überhastet und in Windeseile durchgeführte Charakterumschreibung des neuen Lex Luthor. Das wird dem bisherigen Aufbau absolut nicht gerecht und fühlt sich wie eine verpasste Chance für einen größeren und einschneidenden Vertrauensbruch an – schade.

Insgesamt ist „Superman Sonderband 6: Imperius Lex“ eine leicht überdurchschnittliche Ausgabe, die an einigen Schwächen leidet, welche allerdings schwer wiegen.

Überblick

Wer die bisherigen Superman-Abenteuer nicht (komplett) gelesen hat, kann sich hier einen Überblick verschaffen:

Superman Sonderband 2: Super-Söhne | Superman Sonderband 3: Supermen aus aller Welt | Superman Sonderband 4: Schwarze Ernte | Superman Sonderband 5: Die Macht der Furcht

Inhalt

Superman oder Lex Luthor – wer wird Apokolips beherrschen?

Lois Lane ist hinter einem neuen Knüller und dem Killer Deathstroke her – doch sie ist selbst längst ins Visier des gefährlichen Söldners geraten!
Außerdem: Wer wird Apokolips neuer Herrscher? Wenn es nach dem Volk des Götterplaneten geht, soll ausgerechnet Lex Luthor ihr neuer Anführer werden – doch darf Superman seinem einstigen Erzfeind so viel Macht und Einfluss überlassen?

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Peter J. Tomasi
ist ein amerikanischer Comic-Redakteur und Schriftsteller, der für seine Arbeit für DC Comics bekannt ist. Als Redakteur betreute er zahlreiche Bücher der Justice League, darunter Bücher mit verschiedenen Mitgliedern des Teams wie Batman, Aquaman, Martian Manhunter, Green Lantern oder Flash. Als Schriftsteller hat er Bücher mit Batman und Robin und The Outsiders sowie Green Lantern bezogene Bücher wie Blackest Night oder Brightest Day geschrieben.

(Quelle: Wikipedia)

Peter J. Tomasi – Twitter

Patrick Gleason
ist ein Comicbuchkünstler. Er hat bereits für DC Comics, Marvel Comics und Image Comics gearbeitet.

Patrick Gleason – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 04.09.2018
Originalausgaben: Superman (2016) 31-36
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)