Review

In der aktuellen Superman-Heftserie (hier unsere Review zu „Superman 1: Pfad zur Verdammnis“) ist es abermals zu umwälzenden Veränderungen in Bezug auf den Stählernen gekommen (vgl. vor allem „Superman #12“). Diese haben mit einem gewissen Zauberkobold namens Mr. Mxyzptlk zu tun. Wer das ist? Der teuflische Gnom stammt aus der 5. Dimension und spielt dem letzten Kryptonier allzu gern absonderliche Streiche. Gegen seine mächtige Magie war Superman in der Vergangenheit schon öfter hilflos. Schließlich zählen zu dessen Kräften neben Gedankenkontrolle insbesondere auch Gestaltwandlung.

Gerade weil die dadurch bewirkten Veränderungen aber noch so frisch sind und deren Kenntnis für den hier zu besprechenden „Superman Sonderband 4: Schwarze Ernte“ (zuvor: „Superman Sonderband 3: Supermen aus aller Welt“, „Superman Sonderband 2: Super-Söhne“) nicht von entscheidender Bedeutung sind, wollen wir den Lesern, die noch nicht auf dem Stand sind, natürlich nichts spoilern.

Zu Beginn des vierten Sonderbandes, der die gesamte Storyline „Schwarze Ernte“ („Black Dawn“ aus US-Superman #20-25) enthält, suchen Batman und Robin (gemeinsam mit Superboy in: „Super Sons 1: Familienzoff“) die Super-Familie des letzten Kryptoniers in dem kleinen idyllischen Nest Hamilton County auf. Der Dunkle Ritter macht den Stählernen darauf aufmerksam, dass sein Sohn Jon, als menschlich-kryptonischer Hybride, mächtiger als er an seinen besten Tagen sein müsste. Jonathan Kent ist jedoch bisher kaum in der Lage zu fliegen. Irgendwas oder irgendwer scheint den Jungen zu bremsen. Nachdem Batman anschließend auf eigene Faust ermittelt, verschwindet er auf einmal. Dann greift ein riesiges Monster an, dem sich Robin, Superboy und der Stählerne stellen müssen, woraufhin auch diese zunächst verschwinden. Im Fokus steht dann erst einmal Lois Lane, die herausfinden soll, dass in dem vermeintlichen Kaff Hamilton Gefahren lauern, mit denen die Super-Familie im Leben nicht gerechnet hätte. Dabei scheint es eine finstere Macht aus dem Hintergrund vor allem auf den Sprössling des Mannes aus Stahl abgesehen zu haben. Mehr kann man an sich schon nicht mehr verraten, um das Lesevergnügen nicht zu trüben.

Im vierten Sonderband um den Stählernen soll sich zeigen, dass sich nicht nur der Leser, sondern auch Superman und seine Liebsten außerordentlich geirrt haben, wenn es um das kleine Nest Hamilton geht. Die Fäden zieht dabei ein alter Bekannter, dessen Name hier noch nicht verraten werden soll.

Leseprobe aus dem „Superman Sonderband 4: Schwarze Ernte“ (Copyright: Panini Comics)

Kritisieren möchte man jedoch, dass der aus dem Nichts kommende Story-Twist sich etwas unglaubhaft anfühlt. Dass eine Bedrohung unmittelbar vor Supes Nase diesem so lange verborgen geblieben sein soll, wirkt – nett formuliert – an den Haaren herbeigezogen. So kommt es nicht von ungefähr, wenn der Mann aus Stahl bemerkt, dass er blind gewesen sein muss. Sei’s drum.

Recht früh in der Ausgabe erleben wir jedoch auch eine wunderbare und brüllend komische Szene, wenn sich Batman und sein Sohn erst ganz geheimnisvoll in die Scheune der Kents schleichen, nur um Augenblicke später von Lois in die Küche verfrachtet zu werden, wo sie Kaffee und Kuchen kredenzt – schließlich sind wir im harmonischen Hamilton und nicht im düsteren Gotham. Derlei gelungene Szenen hat die Ausgabe freilich auch noch einige mehr zu bieten, auch wenn sie im weiteren Verlauf erheblich düsterer wird als die Vorgänger. So kann sie auch noch mit einem (erzwungenen) Vater-Sohn-Konflikt aufwarten.

Das Artwork stammt durchgehend von Pat Gleason oder Doug Mahnke oder von beiden zusammen und weiß ebenso durchgängig zu überzeugen, auch wenn das Gesamtbild nicht immer wie aus einem Guss wirkt. Die Ausgabe beginnt schon mit einem herrlichen Opening-Splash, das einen klassischen, überragenden Stählernen am Himmel zeigt. Insgesamt vermag das Artwork der großartigen Künstler Gleason und Mahnke auch über die eine oder andere Schwachstelle in der Story hinwegzutäuschen, sodass die Superman Sonderband-Reihe auch weiterhin ein lesenswerter, kurzweiliger Zeitvertreib bleibt. 

Inhalt

Wie Batman und Robin entdecken, birgt Hamilton, das idyllische Nest, das für Supermans Familie zur Heimat wurde, so manch düsteres Geheimnis! Doch welche finstere Macht bringt Jonathan Kent dazu, sich gegen seinen Super-Dad zu wenden?! Der Kampf um Superboys Seele entbrennt!

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Peter J. Tomasi
ist ein amerikanischer Comic-Redakteur und Schriftsteller, der für seine Arbeit für DC Comics bekannt ist. Als Redakteur betreute er zahlreiche Bücher der Justice League, darunter Bücher mit verschiedenen Mitgliedern des Teams wie Batman, Aquaman, Martian Manhunter, Green Lantern oder Flash. Als Schriftsteller hat er Bücher mit Batman und Robin und The Outsiders sowie Green Lantern bezogene Bücher wie Blackest Night oder Brightest Day geschrieben.

(Quelle: Wikipedia)

Peter J. Tomasi – Twitter

Patrick Gleason
ist ein Comicbuchkünstler. Er hat bereits für DC Comics, Marvel Comics und Image Comics gearbeitet.

Patrick Gleason – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 13.03.2018
Originalausgaben: Superman 20-25
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?