Review

Der neue Mann von Morgen geht mit der vorliegenden Sammlung bereits in die dritte Runde seiner Sonderband-Reihe der Rebirth-Ära. Nachdem wir über den ausgezeichneten „Superman Sonderband 2: Super-Söhne“ mit Superman und Batman sowie ihren Sprösslingen Superboy und Robin richtiggehend in Verzückung geraten sind, war die Erwartungshaltung an den Nachfolger „Superman Sonderband 3: Supermen aus aller Welt“ natürlich sehr hoch.

Der dritte Band umfasst die US-Ausgaben „Superman 12-17“ und liefert uns erneut episodenhafte Unterhaltung, die sich in drei Abschnitte unterteilen lässt:

Zunächst verschlägt es den Leser wieder in die neue Heimat des Mannes aus Stahl, das Dörfchen Hamilton County, wo dieser unter falschem Namen mit seiner Frau Lois und seinem Sohn Jonathan lebt. Doch die Idylle wird empfindlich gestört, als Frankenstein, der monströse Agent von SHADE (Super-Human Advanced Defense Executive), auf einmal dort auftaucht, um eine auf mehreren Planeten gesuchte Alien-Mörderin zu fassen. Die Angelegenheit wird noch verrückter und kniffliger, als Frankensteins vierarmige Braut, ebenfalls Agentin, auch noch auf die Erde kommt, da sie ebenso das Kopfgeld für die Kriegsverbrecherin einstreichen will. Gemeinsam mit Superman machen sie sich auf die Suche.

In den nächsten drei Kapiteln, die auf den Titel „Multiplizität“ hören, geht es weniger beschaulich, sondern ungewohnt bombastisch und allumfassend zu, wenn die Supermen aus den verschiedensten Parallel-Realitäten von einer großen Gefahr heimgesucht werden. Gleich zu Beginn wankt der alternative Genosse Superman, dessen Raumschiff in seiner Realität in der damaligen Sowjetunion gelandet ist, dem Stählernen vor das Auto. Dieser hat eine Hetzjagd hinter sich und ist sichtlich geschwächt. Er warnt Kryptons letzten Sohn vor einer Bedrohung namens Prophecy und seinen Sammlern, die es auf die Supermen aller Realitäten abgesehen haben. Um das drohende Unheil für das Multiversum abzuwenden, tritt anschließend auch noch die Justice League Incarnate, angeführt vom US-Präsidenten-Superman, auf den Plan (Grant Morrisons „Multiversity“ lässt grüßen).

Zum Abschluss dieser völlig unterschiedlichen Geschichten bekommen wir noch eine kurze Episode mit Supermans Sohn Jon, der Kathy, einem Mädchen aus der Nachbarschaft, helfen möchte, die entlaufene Kuh ihres Opas in den nahegelegenen Sümpfen wiederzufinden. Dort sehen sich die beiden Teenies mit gruseligen Visionen und geisterhaften Erscheinungen konfrontiert.

Leseprobe aus „Superman Sonderband 3: Supermen aus aller Welt“ (Copyright: Panini Verlag)

Mit „Superman Sonderband 3: Supermen aus aller Welt“ präsentiert uns Panini wieder mal einen bunten Strauß guter Unterhaltung rund um den Mann von Morgen, wobei hier auch eine gewisse Ladung Action inkludiert ist. Die „Multiplizität“-Story ist nicht nur prägend für das Cover und den Titel der Ausgabe, sondern nimmt auch den größten Raum ein. Wer Spaß an Parallelwelten und insbesondere Lust auf die andersartigen Supermen hat, der wird hier seine Freude haben. Die Geschichte weist dabei durchaus gewisse Parallelen zur der Spider-Man-Storyline (siehe etwa: „Marvel Now! – Spider-Man. Angriff der Spinnen-Jäger (Band 8)“) aus dem vergangenen Jahr auf, in der die Inheritors die Netzschwinger aller Parallelwelten gejagt haben. Denn hier werden die mächtigen Stählernen auf einmal zu den Gejagten eines scheinbar überlegenen Jägers. Im Vergleich zu den bisherigen Kapiteln der Sonderband-Reihe sind diese insofern ungewöhnlich, als dass sie erheblich actionlastiger sind. Allerdings bildet Grant Morrisons „Multiversity“ nur ein Fundament für die hiesige Mini-Serie, weshalb es nie kompliziert wird und einsteigerfreundlich bleibt. Die übrigen Geschichten sind gewohnt kurzweilig, insbesondere das Team-Up von Frankenstein und Superman.

Auch die Charakterzeichnung kommt hier wieder nicht zu kurz, denn Peter J. Tomasi und Patrick Gleason beweisen abermals, wie spielerisch sie tolle Geschichten über Supes schreiben können. In Szene gesetzt werden die neuen dynamischen Abenteuer von mehreren Künstlern, von denen vor allem Doug Mahnke Beifall für seine klare Linienführung verdient und dessen Artwork ist sicherlich allein schon Kaufgrund genug.

Das Niveau fällt gegenüber dem fantastischen Vorgänger-Band insgesamt womöglich etwas ab, aber die Superman-Sonderband-Reihe des neuen DC-Universums bleibt einer der Titel, die man unbedingt auf dem Zettel haben sollte. Virtuos geschrieben, brillant gezeichnet und auch für Nicht-Fans des Mannes aus Stahl definitiv eine Überlegung wert.

Inhalt

Etwas stimmt nicht in Hamilton County, doch warum führt es zum Kampf zwischen Superman und Frankenstein, dem übernatürlichen Agenten von SHADE?
Dann entführt eine unbekannte Bedrohung Supermen aus den verschiedensten Parallel-Realitäten – was das Superteam Justice Incarnate aus Grant Morrisons Epos Multiversity auf den Plan ruft!

(Quelle: Panini Verlag)

Autoren

Peter J. Tomasi
ist ein amerikanischer Comic-Redakteur und Schriftsteller, der für seine Arbeit für DC Comics bekannt ist. Als Redakteur betreute er zahlreiche Bücher der Justice League, darunter Bücher mit verschiedenen Mitgliedern des Teams wie Batman, Aquaman, Martian Manhunter, Green Lantern oder Flash. Als Schriftsteller hat er Bücher mit Batman und Robin und The Outsiders sowie Green Lantern bezogene Bücher wie Blackest Night oder Brightest Day geschrieben.

(Quelle: Wikipedia)

Peter J. Tomasi – Twitter

Patrick Gleason
ist ein Comicbuchkünstler. Er hat bereits für DC Comics, Marvel Comics und Image Comics gearbeitet.

Patrick Gleason – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 10.10.2017
Originalausgaben: Superman 12-17
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?