Review

Die prä-„Secret Wars“-Ära

Mittlerweile ist es vollkommen normal, dass sich der klassische, erstaunliche Spider-Man Peter Parker und der ultimative Spider-Man, der Nachwuchs-Netzschwinger, Miles Morales begegnen können. Schließlich lebt der junge Miles inzwischen auch in der Marvel-Hauptwelt und war sogar Mitglied der ruhmreichen Rächer („Avengers 1: Neue Helden“, „Avengers 4: Wahre Helden“).

Der eine oder andere Leser wird sich aber sicherlich noch an die prä-Secret Wars-Ära erinnern, in der es neben der Marvel-Hauptrealität, Erde-616, insbesondere noch das sogenannte Ultimative Universum gab, wo trotz aller Ähnlichkeiten vieles ganz anders war. Hier hatte Miles Morales das Amt des Wandkrabblers übernommen, nachdem der heldenhafte Peter Parker aus dem Leben geschieden war. Außerdem hießen die Avengers hier Ultimates. Diese lieferten im Übrigen auch eine maßgebliche Vorlage und Inspiration für das MCU.

In seiner aufsehenerregenden Spidey-Miniserie Spider-Men“ ließ Bestsellerautor und Spidey-Kenner Brian Michael Bendis die beiden Netzschwinger das erste Mal aufeinandertreffen. Erstmals hierzulande erschienen in 100% Marvel #67 – Spider-Men“ im April 2013. Nunmehr liegt mit „Spider-Men I: Identitätskrise“ die Neuauflage vor.

Inhalt

Zu Beginn des Crossovers gerät der erstaunliche Spider-Man Peter Parker in einen Schlagabtausch mit seinem alten Widersacher Mysterio. Scheinbar ist es dem Schurken gelungen, eine Art Portal in eine parallele Realität zu öffnen, das Ultimative Universum. Im Zuge des unkontrollierten Kampfgeschehens stürzt Spidey in dieses Dimensionsportal.

Zunächst nichtsahnend durch die Gegend schwingend, begegnet er schon zeitnah nach seiner Ankunft in dieser fremden Welt dem Nachwuchs-Netzschwinger Miles Morales. Peter erfährt, dass die Welt hier weiß, dass ein Junge namens Peter Parker als Spider-Man für das Gute kämpfte und dabei sein Leben ließ. Hier existiert er – beziehungsweise sein alternatives Ich – also nicht mehr. Eine bittere Pille.

Bevor Peter einen dunkelhäutigen, jüngeren Nick Fury und die Ultimates (vor allem Tony Stark) trifft, sucht er „seine“ Tante May und die – zumindest hier – quicklebendige Gwen Stacy auf. Die lebt mit seiner Tante zusammen.

Wie gesagt, trotz aller Ähnlichkeiten: Vieles ist anders.
Aber am Ende ist eines klar: Spider-Man muss zurück in seine eigene Welt.

Schlusswort

Die Spidey-Miniserie ist von Zeichnerin Sara Pichelli durchgehend brillant inszeniert. Da gibt es überhaupt nichts zu bemängeln.

Leseprobe aus „Spider-Men I: Identitätskrise“ (Copyright: Panini Comics)

Was Leser vorliegend allerdings nicht erwarten sollten, ist einen besonders actiongeladenen Band. Auch ist Mysterio keiner dieser Widersacher, von dem eine ganz besondere Gefahr ausgeht.

Bestsellerautor Brian Michael Bendis („Iron Man 1: Unbesiegbar!“, „Iron Man 2: Kampfmaschinen“, „Defenders: Ohne Skrupel“) hat jedoch wie kaum ein anderer ein Gespür für seine Figuren. Gerade als Langzeit-Spidey-Autor präsentiert er sich hier in Hochform. So gibt es den einen oder anderen gefühlvollen Moment, wenn Peter auf seine alternative Tante May, die quicklebendige Gwen Stacy oder auch eine überraschend nerdige Mary Jane trifft. Ein besonders gelungener Moment ist auch, wenn der klassische Spider-Man dem jungen Wandkrabbler seinen Segen gibt.

Das erste Treffen von Peter Parker und Miles Morales sollten sich Spidey-Fans jedenfalls nicht entgehen lassen.

Warum die Neuauflage?

Die neue Version von „Spider-Men I: Identitätskrise“ erscheint vor allem deshalb, da Brian Michael Bendis und Topzeichnerin Sara Pichelli mittlerweile endlich eine Fortsetzung realisiert haben.

Die komplette Miniserie „Spider-Men II“ ist unter dem Titel Spider-Men II: Die Wahrheit über Miles Morales“ im letzten Monat erschienen und diese wollen wir aller Voraussicht nach natürlich auch noch vorstellen.

Inhalt

Das ultimative Spidey-Crossover!
Das erste Treffen von Peter Parker und Miles Morales.

Ein Kampf mit einem seiner ältesten Feinde katapultiert den erstaunlichen Spider-Man aus seiner Realität ins Ultimative Universum. In dieser Parallelwelt ist der junge Peter gestorben, Gwen Stacy lebt jedoch, die Avengers nennen sich Ultimates – der Teenager Miles Morales ist der neue Netzschwinger!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Michael Bendis
(*18. August 1967 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Autor und Künstler.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Michael Bendis – Homepage
Brian Michael Bendis – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 10.07.2018
Originalausgaben: Spider-Men 1-5
Seitenzahl: 124
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)